Regelung zu Flüchtlingen: Fragment des ältesten Friedensvertrags der Welt gefunden

Regelung zu FlüchtlingenFragment des ältesten Friedensvertrags der Welt gefunden
23.09.2026, 12:10 Uhr
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In der einstigen Hauptstadt des Hethiterreichs stoßen Forscher auf ein bemerkenswertes Bruchstück. Es gehört zum Friedensvertrag von Kadesch, geschlossen um 1259 v. Chr. zwischen Ägyptern und Hethitern. Der Inhalt hat erstaunlich aktuelle Parallelen.
In der Türkei ist ein Teil des wohl ältesten, schriftlich überlieferten Friedensvertrags der Welt gefunden worden. Wie das türkische Kultur- und Tourismusministerium mitteilte, wurde in Hattuscha, der früheren Hauptstadt der Hethiter, das Bruchstück einer Keilschrifttafel entdeckt, das zum sogenannten Friedensvertrag von Kadesch gehört.
Der Vertrag war nach einem langen Konflikt vermutlich um 1259 v. Chr. zwischen Ägyptern und Hethitern geschlossen worden. Etwa 15 Jahre zuvor war es bei Kadesch im heutigen Syrien zu einer großen Schlacht zwischen den damaligen Großmächten gekommen, die jedoch im Patt endete. Nach Jahren des Krieges sahen sich der ägyptische Pharao Ramses II. und der hethitische Großkönig Hattuschili III. schließlich zu einer Vereinbarung gezwungen.
Es gibt zwei Fassungen des Vertrags: Die ägyptische Version wurde in Hieroglyphen an die Wände des Karnak-Tempels und des Ramesseums in Theben gemeißelt. Die hethitischen Version ist in Akkadisch verfasst, der damaligen internationalen Diplomatensprache. Erste Fragmente von Tontafeln mit dem akkadischem Text waren zwischen 1906 und 1912 in Hattuscha entdeckt worden.
Passagen über Umgang mit Flüchtlingen
Das neue Fragment wurde in Büyükkale (deutsch: Große Burg) gefunden, dem Standort des hethitischen Königspalastes in der Ruinenstadt Hattuscha. Laut dem türkischen Kultur- und Tourismusministerium enthält das Bruchstück Passagen aus den Artikeln 12 bis 20 des Vertrags, die die Behandlung von Menschen regeln, die aus ihren jeweiligen Ländern fliehen und im anderen Zuflucht suchten. Diese Flüchtlinge sollten jeweils an die andere Seite ausgeliefert werden.
Der Vertrag enthielt jedoch ausdrücklich Schutzbestimmungen für die Zurückgeführten: "Ihre Zunge und ihre Augen dürfen nicht herausgerissen werden. Ihre Ohren und ihre Füße dürfen nicht abgetrennt werden. Ihre Häuser mit ihren Frauen und ihren Kindern dürfen nicht zerstört werden." Ein Teil dieses Textes findet sich auch auf dem neu entdeckten Keilschriftfragment.
"Die Aussagen über den Erhalt der Häuser der Menschen bergen eine starke Botschaft, die Tausende von Jahren zurückreicht und bis heute Gültigkeit hat", sagte Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy laut der Mitteilung. "Dieses Erbe, das uns seit Tausenden von Jahren überliefert ist, erinnert uns an unsere Verantwortung, das menschliche Leben und die Würde zu schützen."
Suche nach fehlenden Teilen geht weiter
Das neu entdeckte Bruchstück wird laut dem Ministerium zur Vervollständigung der Tontafelkopien des Vertrags in Hattuscha beitragen. Die derzeit laufenden Ausgrabungen in Büyükkale zielten darauf ab, die noch fehlenden Teile des Vertrags zu finden. Die bereits gefundenen Fragmente liegen heute in Istanbul, Ankara, Berlin und St. Petersburg.
Der Friedensvertrag von Kadesch gilt als eines der bedeutendsten Dokumente der Weltgeschichte. Eine Kupferreplik einer der hethitischen Vertragstafeln befindet sich heute sogar im UN-Hauptquartier in New York. Die Türkei schenkte sie den Vereinten Nationen 1970. Laut den UN enthält der Vertrag bereits Prinzipien wie dauerhafter Frieden, Nichtangriff, gegenseitige Hilfe und territoriale Integrität.
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