Physik-Nobelpreis 2026 geht an Astrophysiker Francis Halzen
Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den in Belgien geborenen Forscher Francis Halzen. Er werde geehrt für maßgebliche Beiträge zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.
Forschung zu hochenergetischen Neutrinos ausgezeichnet
Mit der Vergabe an Francis Halzen würdigt das Nobelkomitee bahnbrechende Erkenntnisse in der Astrophysik. Neutrinos gelten in der Physik als extrem schwer nachweisbare Elementarteilchen, die wertvolle Informationen über das Universum liefern.
Im vergangenen Jahr waren die Quantenforscher John Clarke (Großbritannien), Michel Devoret (Frankreich) und John Martinis (USA) mit dem Preis in der Kategorie Physik geehrt worden.
Was sind Neutrinos? Die "Geisterteilchen" des Universums
Neutrinos sind winzige Elementarteilchen, die zu den grundlegendsten Bausteinen unseres Universums gehören. In der Wissenschaft werden sie oft als "Geisterteilchen" bezeichnet. Der Grund: Sie besitzen fast keine Masse und tragen keine elektrische Ladung. Das führt dazu, dass sie fast überhaupt nicht mit normaler Materie interagieren.
Sie fliegen einfach durch alles hindurch. Während Sie diesen Satz lesen, strömen Milliarden von Neutrinos pro Sekunde völlig unbemerkt durch Ihren Körper, die Erde und ganze Planeten, ohne auch nur eine Spur zu hinterlassen.
Woher kommen die Neutrinos?
Die Teilchen entstehen bei extrem energiereichen Prozessen im Kosmos, etwas im Inneren unserer Sonne bei der Kernfusion. Oder bei Sternenexplosionen (Supernovae) und in der Umgebung von Schwarzen Löchern.
Warum ist die Entdeckung von Francis Halzen so wichtig?
Da die "Geisterteilchen" fast unsichtbar durch alles hindurchfliegen, ist ihr Nachweis extrem schwer. Francis Halzen leitete deshalb den Bau des gigantischen Detektors "IceCube" am Südpol - ein riesiger, mit Sensoren bestückter Eiswürfel von einem Kubikkilometer Größe tief im Antarktis-Eis. Prallt dort doch einmal ein seltenes Neutrino auf ein Atom, entsteht ein winziger Lichtblitz.
Mit dieser Methode begründete Halzen die Neutrino-Astronomie: Statt mit normalem Licht können Forschende das Weltall nun durch diese Teilchen beobachten und so die extremsten, unsichtbaren Orte des Kosmos erforschen.
Die Ausgezeichneten:
- Medizin: Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann und Georg Nagel (beide Deutschland)
Die weiteren Vergabetermine:
- Physik: Dienstag, 06.10.
- Chemie: Mittwoch, 07.10.
- Literatur: Donnerstag, 08.10.
- Frieden: Freitag, 09.10.
- Wirtschaftswissenschaften: Montag, 12.10.
Medizin-Nobelpreis für Forscher aus Deutschland und den USA
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte.
Das Komitee würdigte die Arbeit der drei Forscher für Entdeckungen, die zur Optogenetik führten, einer Methode, die es ermöglicht, die Aktivität einzelner Nervenzellen in einem lebenden Gehirn an- oder abzuschalten.
Der Medizin-Nobelpreis geht 2026 an einen US-Forscher und zwei Deutsche - Peter Hegemann und Georg Nagel. Sie gewinnen den Preis mit ihren Entdeckungen im Bereich Optogenetik.
05.10.2026 | 3:05 minPhysik als erste Kategorie im Testament von Alfred Nobel
Die Nobelpreise gehen auf den Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Er legte in seinem Testament fest, dass diejenigen mit den Preisen ausgezeichnet werden sollten, die der Menschheit im vergangenen Jahr in den einzelnen Preiskategorien den größten Nutzen erwiesen haben. Die Physik war dabei die erste Kategorie, die Nobel in seinem Testament erwähnte.
Erster Physik-Nobelpreisträger ist 1901 der Deutsche Wilhelm Conrad Röntgen für seine Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen gewesen. Überreicht werden die Nobelpreise traditionell an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Dann werden auch Hegemann, Nagel und ihr Mitpreisträger Karl Deisseroth aus den USA ihre prestigeträchtigen Nobelmedaillen erhalten, die sie am Montag für ihre Entdeckungen auf dem Feld der Optogenetik zugesprochen bekommen haben.
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 04.10.2026 um 19:45 Uhr und die heute Sendungen am 06.10.2026.
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