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Tuesday, August 25, 2026

Angebot für Junge in Basel – Wenn Jugendliche Sorgen haben – Studentinnen hören zu

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Zwischen Kaffees und Restaurants gibt es in der Basler Markthalle in der Nähe des Bahnhofs SBB neu auch eine Anlaufstelle für Jugendliche. Sie heisst «Ansprechbar» und ist anonym und kostenlos. Jugendliche können ihre Sorgen mit anderen jungen Menschen teilen. Sogenannte «Listeners» sind extra für diese Aufgabe geschult. Auch Jusstudentin Sarah hat sich als Zuhörerin ausbilden lassen.

Ich hätte mir mit 17 Jahren auch ein solches Angebot gewünscht.

Sie wolle anderen helfen, sagt Sarah, deshalb habe sie sich für die Aufgabe gemeldet. Ein einfaches Gespräch könne viel bringen. Sie hätte sich als Jugendliche ein vergleichbares Angebot gewünscht.

Gemütliche Sitzecke mit Vintage-Möbeln und Holztisch.
Legende: Im Kaffee Finkmüller in der Basler Markthalle finden Gespräche im Rahmen des Angebots «Ansprechbar» statt. SRF/Nina Gygax

Die Idee des Projekts sei, dass Zuhörerinnen und Zuhörer wie Sarah die Probleme und Sorgen Gleichaltriger frühzeitig und niederschwellig auffangen, sagt Projektleiterin Sarah Bestgen von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Jugendlichen sollen ein Angebot finden, das nicht von Fachpersonen stammt. Es gebe zwar schon entsprechende Online-Angebote mit Chats oder auch Telefonnummern. Ein Gesprächsangebot mit einem physischen Gegenüber, im gleichen Alter und mit ähnlicher Lebensrealität, das sei neu in der Schweiz und könne viel bringen.

Nicht allein zu sein mit den eigenen Gedanken, bringt schon sehr viel.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet und evaluiert das Projekt. Unterstützt wird es auch vom Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt und von den Universitären Psychiatrischen Kliniken. In Auftrag gegeben hat es die Psychiatriekommission beider Basel.

Ziel sei es auch, das Gesundheitssystem zu entlasten, sagt Projektleiterin Sarah Bestgen. Könnten Sorgen früh aufgefangen werden, sei später vielleicht keine Therapie nötig. Dort seien die Wartelisten sehr lang.

«Jugendliche sind heute stark belastet», sagt Gian Covo von den Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel. Druck in der Schule, Stress zu Hause, Gewalt, Mobbing, Sorgen wegen der Kriege und des Klimas beschäftigen sie. Ausserdem seien Jugendliche auch vermehrt einsam, stärker gar als die ältere Generation.

Auf Sozialen Medien hätten junge Menschen zwar meist viele Kontakte. Im realen Leben aber fehlten die Gesprächspartner und -partnerinnen. Hier wolle das neue Angebot ansetzen, sagt Covo.

Die Leute, die den Jugendlichen zuhören, sind grösstenteils Studierende. Sie müssen selbst jung, psychisch stabil und empathisch sein. Fachpersonen haben sie auf ihre Aufgabe vorbereitet und geschult. Während der Gespräche ist zudem immer auch eine Fachperson vor Ort, die beigezogen werden kann.

Gespräche, aber keine Therapie

Das Gespräch mit Gleichaltrigen habe natürlich Grenzen, sagt Projektleiterin Sarah Bestgen. Äussert eine Person Suizidgedanken oder ist sie zu Hause nicht mehr sicher, greift die Fachperson ein. Das Gesprächsangebot sei bewusst keine Therapie.

Vorbild ist ein Projekt in den Niederlanden, das seit einigen Jahren besteht. Ähnliche Angebote gebe es auch in Kanada oder Dänemark. In der Schweiz aber sei das Angebot bisher einzigartig, sagen die Verantwortlichen. Zuhörerin Sarah fühlt sich jedenfalls gut vorbereitet auf ihre Aufgabe, auch wenn sie Respekt hat und weiss, dass ein Gespräch auch mal schwierig werden kann.

Wenn wir nur eine Sorge von jemandem wegnehmen können, haben wir schon gewonnen.

Das Projekt soll bis im Jahr 2028 laufen, allerdings ist die Finanzierung bis dahin noch nicht gesichert.

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