70 Fr. für 1,5 km: Politiker steigt wegen «Wucher» aus Taxi

- Der Zürcher SVP-Kantonsrat Ueli Bamert zahlte für eine Taxifahrt ab dem HB Zürich nach 1,5 Kilometern rund 70 Franken.
- Er spricht von «Wucherpreisen» und will einen Vorstoss prüfen, die Form ist noch offen.
- Die Taxi-Sektion Zürich bestätigt wöchentliche Beschwerden, seit 2024 gibt es keine Preisobergrenze mehr.
Der Zürcher SVP-Kantonsrat Ueli Bamert ist am Hauptbahnhof Zürich in ein Taxi gestiegen und nach weniger als 1,5 Kilometern wieder ausgestiegen. Der Taxameter zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits rund 70 Franken an. Nun will der Politiker einen Vorstoss prüfen, wie er gegenüberNau.ch sagt. In welcher Form sei noch offen.
Nach knapp einem Kilometer habe der Taxameter bereits 40 Franken angezeigt, sagt SVP-Kantonsrat Ueli Bamert. Nach weniger als 1,5 Kilometern seien es rund 70 Franken gewesen. «Wir sind ausgestiegen und haben gezahlt – wir konnten nicht anders», erzählt Bamert in einem Facebook-Video.
Bamert spricht von «Wucherpreisen»
Der Co-Präsident der SVP Stadt Zürich spricht von «Wucherpreisen». Die Fahrt vom HB zu ihm nach Hause dauere weniger als zehn Minuten. Angemessen wären aus seiner Sicht 30 bis 40 Franken gewesen. Für die gesamte Strecke hätte der Taxifahrer laut Bamerts Schätzung über 100 Franken verlangt.
Bamert betont, er wolle nicht die ganze Branche angreifen. Vielmehr würden einzelne «schwarze Schafe» dem Ruf der Taxis und dem Tourismus schaden.
Taxi-Sektion Zürich: Jede Woche Beschwerden
Die Taxi-Sektion Zürich bestätigt den Ärger gegenüber Nau.ch. Jede Woche gingen Beschwerden von Kundinnen und Kunden über überhöhte Preise ein. Bereits im Februar habe der Verband Regierungsrätin Carmen Walker Späh auf den Missstand hingewiesen. Seit 2024 gibt es in Zürich keine Preisobergrenze mehr.
Wie wichtig ist dir beim Buchen einer Fahrt ein fixer Preis im Voraus?
In einem offenen Brief nannte der Verband Beispiele wie zehn Franken Grundtaxe, acht Franken pro Kilometer und zwei Franken pro Minute. Das liegt deutlich über der Preisempfehlung. Doch Walker Späh erteilte einer Preisobergrenze im März vorerst eine Absage. Der Kanton wolle die Entwicklung «aufmerksam verfolgen».
Ist Uber die Lösung?
Unter dem Facebook-Video des SVP-Politikers häufen sich die Kommentare, in denen andere Menschen von gleichen negativen Erfahrungen sprechen. Viele prangern das kantonale Taxigesetz von 2024 an. Andere User empfehlen, nur noch auf Uber zu setzen, da man dort im Vorhinein die Preise sieht. So schreibt etwa ein User: «Das Tragische daran ist, dass wir zukünftig nur noch Uber bestellen. Da ist alles sauber deklariert und abgerechnet. Adieu Taxi, es war schön, aber so nicht.»
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Doch die Uber-Fahrer sehen das anders. Bereits 2025 haben sie gestreikt – der Grund für den Protest: «sinkende Fahrpreise, die steigenden Betriebskosten und die zunehmende Konkurrenz durch Fahrer aus anderen Kantonen und aus dem europäischen Ausland.»
20 Minuten hat mit betroffenen Taxifahrern gesprochen
Der Preiszerfall im Fahrdienstsektor ist das Resultat des harten Wettbewerbs zwischen Uber und dem estnischen Konkurrenten Bolt. Das Unternehmen, das man in Zürich zunächst durch die grünen E-Trottis kannte, bietet seit Mai 2023 ebenfalls Fahrdienste an – oft zu noch günstigeren Preisen als Uber.
20 Minuten hat im September mit Zürcher Taxifahrern gesprochen, die von der Konkurrenz durch Uber und Bolt sowie den hohen Spritpreisen betroffen sind. Den ganzen Artikel dazu liest du hier.
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