Arzt hat 20’000 Fr. Lohn: «Fürs Eigenheim reichts trotzdem nicht»

- J. verrät, wie viel er pro Monat sparen kann, bei knapp 20’000 Franken Nettolohn und 15’000 Franken Ausgaben.
- Der Familienvater ist leitender Arzt in einem Regionalspital und findet seinen Lohn wegen der Verantwortung fair.
- Die Familie reist dreimal pro Jahr in die Ferien und zahlt rund 2200 Franken für Krippe und Hort.
Regelmässig erzählen Leserinnen und Leser, wie viel sie verdienen, was Geld für sie bedeutet und wie viele Ausgaben sie pro Monat haben. Diese Woche legt J. (Anfang 40) sein Budget offen. Er ist leitender Arzt in einem Regionalspital, verheiratet und Familienvater.
«Ich verdiene knapp 20’000 Franken netto. Demgegenüber stehen monatliche Ausgaben von rund 15’000 Franken. Das sind unter anderem Steuern, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Freizeit, Ferien, Kleidung sowie Aktivitäten und Kurse für die Kinder. Meine Partnerin arbeitet Teilzeit und beteiligt sich monatlich mit rund 1000 Franken.
Pro Monat können wir rund 6000 Franken sparen. Mir ist bewusst, dass wir damit finanziell sehr privilegiert leben. Trotzdem finde ich meinen Lohn fair. Ich übe einen Beruf aus, der eine intensive Ausbildung voraussetzt. Im Alltag wird viel abverlangt und ich trage eine grosse Verantwortung. Ich leiste viel und finde darum die Entlöhnung gerechtfertigt.
Kosten für Hort und Hobbys
Wir haben zwei Kinder. Das Ältere geht bereits in die Schule, das Jüngere noch nicht. Wenn meine Frau arbeitet, gehen die Kinder in die Krippe und in den Hort. Dafür geben wir momentan rund 2200 Franken aus. Uns ist es wichtig, dass wir unseren Kindern viele Möglichkeiten bieten können. Das ältere Kind geht zum Beispiel ins Schwimmen und ins Kung-Fu. Dafür geben wir gerne Geld aus. Aber es ist uns auch wichtig, dass die Kinder Grenzen lernen und nicht einfach alles bekommen.
Pro Jahr gehen wir rund dreimal in die Ferien, das sind total vier bis fünf Wochen. Im Sommer reisen wir gerne ans Meer, meistens sind wir in Südeuropa. Ausserdem gehen wir gerne in Familienhotels in der Region Vorarlberg oder Tirol. Die Kinder können etwas erleben und wir entspannen gerne im Wellnessbereich. Im Winter gehen wir nicht unbedingt Ski fahren, sondern lieber in die Wärme. Dieses Jahr waren wir in Florida in den USA.
«Wir leben nicht im Luxus»
Für mich bedeutet finanzielle Sicherheit, dass man sich alles ermöglichen kann, was man sich wünscht. Ausserdem ist es mir wichtig, genügend Geld zu verdienen, um im hohen Alter eine angenehme Rente zu bekommen und die Kosten zu bewältigen, ohne auf den Staat angewiesen zu sein.
Wir wohnen in einer 5,5-Zimmer-Wohnung im Kanton Zürich. Sie ist rund 160 Quadratmeter gross und wir zahlen 3800 Franken im Monat. Wir würden gerne ein Eigenheim kaufen, doch dafür fehlt uns aktuell noch das Eigenkapital. Bei einem Immobilienwert von zwei Millionen Franken rechne ich mit 30 Prozent eigenen Mitteln. Das sind rund 600'000 Franken. Ich gehe aber davon aus, dass dies in fünf bis zehn Jahren für uns möglich ist. Ich finde, in der Schweiz ist es ein Luxus, wenn man sich ein Eigenheim leisten kann.
Kannst du sparen?
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
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