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Monday, September 21, 2026

Mehr Kontrolle, alte Probleme: EA FC 27 ist ein Spiel mit zwei Gesichtern

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Mehr Kontrolle, alte ProblemeEA FC 27 ist ein Spiel mit zwei Gesichtern

21.09.2026, 17:37 Uhr

Mehr Eigenverantwortung, präzisere Aktionen und weniger monotone Partien: Auf dem Rasen gelingt EA mit FC 27 ein spürbarer Schritt nach vorn. Abseits davon soll "The Grounds" begeistern, schafft das aber nicht. 

 Große Versprechen macht EA Sports erst gar nicht. Keine Slogans zu Innovationen bei der Fußball-Simulation FC 27, keine “Revolutionen” und inflationär genutzten Superlative. Der kanadische Entwickler schraubt an vielen kleinen Stellen - und trifft auf dem Rasen oft die richtige Entscheidung. EA FC 27 spielt sich präziser und fordert mehr Eigeninitiative. Die größte Neuerung mit einer Open World für den Pro Clubs Modus ist dagegen weniger ausgefeilt als erhofft.

Wer sich an FC 27 versucht, merkt schnell, dass vor allem in der Defensive wenig Platz für individuelle Fehler ist. Computergesteuerte Mitspieler halten ihre Positionen, greifen aber nicht mehr zuverlässig von allein ein. Wer den Ball erobern will, muss den passenden Verteidiger auswählen, Laufwege zumachen und den Zweikampf selbst führen. Das erhöht zwar die Skill-Gap - gute Spieler werden stärker belohnt -, die gehobene KI-Hilfe in der Verteidigung hat jedoch in den letzten Jahren regelmäßig dazu geführt, dass sich ganz bestimmte Erfolgsmuster durchsetzen und das Spiel monoton wurde. Risikomanagement ist nun angesagt: Es braucht ein gutes Gespür, wann der Gegner attackiert, gelockt oder gefoult werden muss.

Das kann gnadenlos sein, tut FC 27 aber gut. Erfahrene Spieler erhalten mehr Möglichkeiten, sich von weniger geübten Gegnern abzusetzen. Gleichzeitig fühlt sich nicht mehr jede Partie wie die Wiederholung der vorherigen an. Fehlerfrei arbeitet die KI deshalb noch lange nicht. Immer wieder bleiben Mitspieler zu passiv oder öffnen Räume, die eigentlich längst hätten geschlossen werden müssen.

Mehr Aufmerksamkeit gefragt

Auch mit dem Ball ist mehr Aufmerksamkeit gefragt. Schlampige Pässe landen häufiger beim Gegner, ungenaue Kopfbälle beim Torwart und überhastete Abschlüsse neben dem Kasten. Dafür reagieren die Profis spürbar direkter auf Eingaben. Besonders kräftige Angreifer verlieren nach einem Kontakt nicht sofort die Kontrolle; sie kommen ins Straucheln, aber können die Aktion fortsetzen. Dazu kommen variablere Laufwege, die neue Lücken in der gegnerischen Abwehr öffnen.

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In Sachen Gameplay ist EA FC 27 ein kleiner Schritt nach vorn. (Foto: EA)

Überhaupt sehen viele Spielsituationen natürlicher aus. Der Ball springt nach Zweikämpfen nicht mehr ganz so häufig wie eine Flipperkugel durch die Gegend. Und wenn sich ein Stürmer mit etwas Glück durch zwei Verteidiger kämpft, wirkt das eher wie eine unübersichtliche Fußballszene als wie ein vom Spiel erzwungenes Ergebnis.

Gewöhnungsbedürftig sind die neuen Eckbälle. Bevor die Flanke unterwegs ist, übernimmt man einen Spieler im Strafraum und versucht, ihn in eine gute Abschlussposition zu bringen. Das bremst den Ablauf zunächst etwas aus. Wer die Steuerung beherrscht, kann Standards dafür gezielter vorbereiten und deutlich mehr Varianten ausprobieren.

Abseits des Rasens will EA mit "The Grounds" den großen Sprung machen. Der Pro-Clubs-Modus steckt nun in einer offenen Online-Welt, in der Kleinfeld- und verschiedene Geschicklichkeitsspiele warten. Das klingt nach einem lebendigen Treffpunkt für Fußballfans. Tatsächlich machen einige der kurzen Wettbewerbe durchaus Spaß.

Nur fehlt ein Grund, länger in diesem Fußballdorf zu verweilen. Kylian Mbappé, Paulo Dybala und andere Stars tauchen als prominente Begleiter auf, bekommen aber kaum mit mehr als steifen Dialogen und Aufgabenlisten daher. Eine richtige Geschichte entwickelt sich daraus nicht. Gerade im Vergleich zu NBA 2K wirkt die Welt deshalb seltsam leer. Und die Basketballsimulation hatte diesen Ansatz bereits vor sechs Jahren ins Spiel integriert.

Ultimate Team bleibt Cash Cow

Hinzu kommen lange Wege, Wartezeiten und Zwischensequenzen, die ein einfaches Menü schneller erledigen könnte. "The Grounds" ist weniger ein neues Fußballabenteuer als eine hübsch verpackte Lobby. Und natürlich stehen darin mehrere Verkaufsflächen. Solange es nur um kosmetische Dinge für den selbsterstellten Kicker ginge, wäre das verschmerzbar. Doch auch Erfahrungsschübe und zeitlich begrenzte Verbesserungen sind erhältlich. Wer Geld ausgibt, kann die Entwicklung seines Profis beschleunigen.

In Ultimate Team überrascht das kaum noch. Immerhin verteilt EA mehr Münzen, vereinfacht einige Squad-Building-Challenges und ergänzt eine gelungene Galerie. Wie in einem digitalen Panini-Album werden Karten dort zu thematischen Sets zusammengestellt. Dafür gibt es zusätzliche Belohnungen. Das macht den Sammeltrieb sichtbarer und reizvoller, ändert aber nichts am bekannten Geschäftsmodell aus Kartenpaketen und Saisonpass.

FC 27 ist deshalb ein Spiel mit zwei Gesichtern. Auf dem Rasen sorgen die zurückhaltendere KI, das freiere Ballverhalten und die höhere Eigenverantwortung für den besten Fußball der jüngeren Serienteile. Daneben baut EA eine offene Welt, die bislang vor allem Umwege und neue Verkaufsgelegenheiten schafft. Der sportliche Kern macht einen Schritt nach vorn. Das Drumherum läuft dem noch hinterher. 

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