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Thursday, October 29, 2026

«Verhör» an geheimen Orten: Auch Aeschi muss jetzt antraben

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  • Acht SVP-Bundesratskandidaten stellen sich der Findungskommission unter Präsident Caspar Baader.
  • Die Kommission hört sie bis zum 13. November an verschiedenen Orten an, die geheim bleiben.
  • Geprüft werden Parteitreue, Führungserfahrung, Betreibungs- und Strafregister sowie «persönliche Fragen» zu Familie und Umfeld.
  • Am 13. November legt die Kommission der Fraktion ihren Vorschlag vor, eine Woche später entscheidet diese über das Ticket.

In den letzten 24 Stunden vor Fristablauf hagelte es in der SVP plötzlich Bundesratskandidaturen. Das bedeutet viel Arbeit für die Findungskommission, welche die acht Interessierten bis zum 13. November auf Herz und Nieren prüft – vor allem, weil mit Martin Baltisser und Thomas Aeschi gleich zwei Personen in den Ausstand getreten sind.

Baltisser tut dies als persönlicher Mitarbeiter des abtretenden Guy Parmelin, Fraktionschef Aeschi wurde selbst als Kandidat gemeldet. Somit entscheiden Präsident Caspar Baader, Adrian Amstutz, Toni Brunner, Jean-Pierre Grin, Michèle Blöchliger und Parteichef Marcel Dettling, welche Kandidierenden der Fraktion empfohlen werden.

Flexibilität für Kandidaten – aber Orte bleiben geheim

Die «Hearings» finden dabei «an verschiedenen Orten» statt, sagt Baader auf Anfrage – ohne die Orte zu verraten. Die Kandidierenden können somit auswählen. Auch beim Datum haben Jean Pierre Gallati und seine Mitbewerber Flexibilität, erklärt der frühere Fraktionschef. Die Reihenfolge ergebe sich aus den Wünschen der Kandidierenden. Doch was wird im «Verhör» alles thematisiert?

Die Findungskommission werde auch «persönliche Fragen zu Beruf, Familie und Umfeld» stellen, kündet deren Präsident Caspar Baader an.

Die Findungskommission werde auch «persönliche Fragen zu Beruf, Familie und Umfeld» stellen, kündet deren Präsident Caspar Baader an.20min/Stefan Lanz

Als Erstes werde dann geprüft, ob Gallati, Graber & Co. zu den «Kernthemen unserer Partei» stehen, als Zweites, ob sie «fähig sind ein Departement zu führen und Erfahrung in der Führung mitbringen». Ebenfalls müssen sie einen Betreibungsregister- und Strafregisterauszug vorlegen und es würden Referenzen eingeholt. Ungemütlich wird es dann bei den «persönlichen Fragen zu Beruf, Familie und Umfeld», wie Baader es formuliert.

«Persönliche Fragen»: Heikle Fragen zu Suff-Fahrt, Eiswürfel-Eklat & Co.?

Hier dürften auch heikle Episoden wie Amaudruz’ betrunkene Autofahrt oder Michael Grabers «Eiswürfel»-Eklat angesprochen werden. Letzteren machte der «SonntagsBlick» publik: Graber habe in der «Bellevue»-Bar spätabends ungehalten reagiert, als Parteikollege Christian Imark ihm einen Eiswürfel an den Kopf geworfen habe.

Ausstand: Auch Thomas Aeschi muss antraben

SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi ist ebenfalls Mitglied der Findungskommission. Weil seine Kantonalpartei ihn als Bundesratskandidaten vorgeschlagen hat, muss er in den Ausstand treten. Zwar hat der Zuger noch nicht entschieden, ob er wirklich antritt – dennoch wird er in den nächsten Tagen als Kandidat bei der Findungskommission antraben müssen, wie Caspar Baader bestätigt.

«Es werden alle gemeldeten Kandidierenden angehört, zumal ja theoretisch jede Person bis zur Wahlannahme vor der Vereinigten Bundesversammlung noch ihren Verzicht erklären könnte», erklärt er.

Wie viele der Kandidierenden der Fraktion vorgeschlagen werden, entscheide die Findungskommission erst nach der Anhörung aller Bundesratswilligen, erklärt Baader. Dann werde die Kommission auch «diskutieren und entscheiden», ob es nötig sei, noch auf weitere Exponenten zuzugehen.

Worauf würdest du bei einer Bundesratskandidatur zuerst schauen?

Sicher ist: Am 13. November unterbreiten Baader und seine Kollegen der Fraktion ihren Vorschlag. Diese entscheidet eine Woche später in einer Sitzung über das definitive Ticket, das der Bundesversammlung unterbreitet wird.

Christof Vuille

Christof Vuille (vuc) leitet seit 2023 das Ressort Politik und ist Mitglied der Redaktionsleitung. Er berichtet für 20 Minuten nah am Puls der Bundespolitik.

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