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Monday, October 19, 2026

«Ich habe Lust, mich auf der Strasse mit ihnen zu prügeln»

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  • Frankreichs Weltmeister Emmanuel Petit (56) kritisiert auf Instagram die Gewaltexzesse vom 17. Oktober in Frankreich.
  • Er nennt die Krawalle «einen reinen Skandal» und hätte Lust, sich mit den Randalierern zu prügeln.
  • Zwischen Vandalen und «normalen Demonstranten» will er unterscheiden, Präsident Emmanuel Macron kritisiert er scharf.

Die Bilder der verheerenden Gewalteskalationen in Paris vom vergangenen Wochenende sorgen weit über die französischen Landesgrenzen hinaus für Empörung, Unverständnis und tiefgreifende politische Diskussionen. Einer, der die Schnauze so richtig voll hat von den Zuständen in seinem Heimatland, ist Frankreichs Fussballlegende Emmanuel Petit (56).

«Was am 17. Oktober passiert ist, finde ich einen reinen Skandal!», poltert der frühere Mittelfeldspieler, der 1998 Weltmeister und 2000 Europameister mit der Équipe Tricolore wurde, in einem Video auf Instagram. Er habe einen tiefen Zorn in sich gegenüber Leuten, die sich so daneben benehmen würden. «Ihnen ist es offenbar völlig scheissegal, einen französischen Pass zu haben. Ich bin sogar überzeugt, dass sie Frankreich hassen.»

Emmanuel Petit will sich mit Protestierenden prügeln

Der ehemalige französische Nationalspieler erwägt sogar, sich die Krawallbrüder persönlich vorzuknöpfen: «Heute habe ich Lust, auf die Strasse zu gehen und mich mit all diesen kleinen Ar***löchern zu prügeln.»

Petit ist es ein Anliegen, zwischen Vandalen und den «normalen Demonstranten» zu differenzieren. «Man darf die Leute, die gestern demonstriert haben, nicht mit ihnen vermischen, und ich verstehe sie absolut, denn ich selbst habe auch mehr als die Nase voll davon, bezüglich der Steuern wie eine Zitrone ausgepresst zu werden.»

«Werden bis aufs Blut ausgebeutet»

Gerade die rechtschaffenden Bürger des Landes würden unter dem Versagen des Staatsapparates leiden. «All die Franzosen, die ehrlich arbeiten, die früh aufstehen, um ein anständiges Leben zu führen, um ihre Kinder grosszuziehen, um zu versuchen, sich eine Zukunft aufzubauen – diese Menschen werden mit Füssen getreten und bis aufs Blut ausgebeutet.»

Der 56-jährige Altinternationale hat durchaus Verständnis für gewisse Anliegen der Protestierenden. Vor allem kritisiert er die Politiker, insbesondere Präsident Emmanuel Macron, die wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl nach «absoluter Macht» streben würden. «An all diese Leute habe ich eine Botschaft: Seien Sie sehr vorsichtig, was Sie tun, was Sie sagen und wie Sie ehrliche Bürger in Frankreich schützen. Denn wir haben genug.»

«Geht zurück, woher ihr gekommen seid»

Die Art und Weise, wie der gesamte Staat agiere, schüre die Unzufriedenheit der Menschen. «Es gibt kein Geld für die Polizei, kein Geld für die Armee, kein Geld für Spitäler, kein Geld für Schulen, kein Geld für irgendjemanden – ausser für die Politiker», meint Petit. Das Einzige, worauf man sich in Frankreich noch verlassen könne, seien die Steuern, fügt der Ex-Fussballer mit einem ironischen Unterton an.

Emmanuel Petit (r.) gewann 1998 die WM mit Frankreich. Hier posierte er neben Teamkollege Patrick Vieira (l.).

Emmanuel Petit (r.) gewann 1998 die WM mit Frankreich. Hier posierte er neben Teamkollege Patrick Vieira (l.).imago/Colorsport

Ausländer ohne Integrationswillen und Franzosen, «die genau das Gegenteil von dem wollen, was Frankreich ist», sind Petit ein Dorn im Auge. «Geht zurück, woher ihr gekommen seid, wir brauchen euch nicht. Und alle, die mit einem französischen Pass geboren wurden, verschwindet! Wir wollen euch nicht mehr!»

Worauf sollte der Fokus nach solchen Ausschreitungen aus deiner Sicht liegen?

Florian Gnägi

Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.

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