Neuer Elektro-Trend – Weshalb Citroën die Ente wiederauferstehen lässt

Als der Geschäftsführer von Citroën am Montag dieser Woche ein neues Elektroauto enthüllt, schwelgen Besucher sogleich in Erinnerungen. «Als ich jung war, hatte ich dieses Auto», sagt Denis, der zum Autosalon in Paris angereist ist. «Es ist toll, dass es ein solches Modell wieder gibt», findet Laurent.
Der französische Autohersteller hat sein Kultauto 2CV – im deutschsprachigen Raum «Döschwo» oder «Ente» genannt – in die neue Zeit übersetzt. Der Antrieb ist elektrisch, das Innenleben und die Karosserie kommen deutlich anders daher als früher, aber die Schlichtheit haben die Entwickler beibehalten.
Die Höhepunkte am diesjährigen Autosalon in Paris
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Bild 1 von 15. Es ist der Hingucker auf dem Autosalon: der 2CV von Citroën, genannt «die Ente». Der französische Autohersteller plant, das legendäre Modell im Jahr 2028 als Elektroauto auf den Markt zu bringen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 2 von 15. Das Interieur des 2CV ist wie das Chassis an das Original von 1948 angelehnt. In Europa soll die Neuauflage des Klassikers ab 15’000 Euro erhältlich sein. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 3 von 15. Auch andere europäische Hersteller wollen ihre Zukunftsfähigkeit beweisen: Opel präsentiert beispielsweise ein futuristisches Konzeptauto … Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 4 von 15. ... und auch Renault zeigt seine Vision der automobilen Zukunft: So könnte dereinst die Neuinterpretation des Espace aussehen, selbstredend als Elektroauto. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 5 von 15. Gleichzeitig ist in Paris die Präsenz der chinesischen Hersteller nicht zu übersehen. Angefangen mit der inzwischen in Europa höchst erfolgreichen Marke BYD des gleichnamigen Konzerns aus Shenzhen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 6 von 15. Hinzu kommt die neue Oberklassemarke von BYD mit dem Namen Denza, die den gestandenen Sportwagen wie Porsche Konkurrenz macht. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 7 von 15. Doch auch neue Marken aus China zeigen sich in Paris – und begrüssen das europäische Publikum gleich selbst. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 8 von 15. Aito ist eine chinesische Marke, die seit 2023 im Besitz des Technologiekonzerns Huawei ist. Am Autosalon in Paris haben sie nun angekündigt, in Europa Fuss fassen zu wollen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 9 von 15. Die Modelle von Zeekr hingegen sind schon auf europäischen Strassen unterwegs, auch in der Schweiz. Neu ergänzt ein grosser Luxus-SUV die Modellpalette. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 10 von 15. Allerdings zeigen neue Firmen aus China, dass es auch kleiner geht: Linktour etwa baut kleine Elektrofahrzeuge für Innenstädte ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 11 von 15. ...gleiches gilt für Geely (im Bild). Die Marke aus dem gleichnamigen Konzern kommt diesen Herbst in die Schweiz. Fast gleichzeitig will auch der Konkurrent Chery seine Autos an die Kundschaft bringen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 12 von 15. Gleichzeitig zeigt der chinesische Hersteller Forthin in Paris, dass er durchaus auch der Reiselust der europäischen Bevölkerung Rechnung tragen will ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 13 von 15. ... genauso wie dem Wunsch, mit dem Auto einen Abstecher in unwegsames Gelände machen zu können. So ist etwa die Firma 212 auf geländegängige Fahrzeuge spezialisiert. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 14 von 15. Xpeng wiederum versteht sich als Technologiefirma, ähnlich wie Tesla: Das Unternehmen stellt nicht nur Elektroautos her, sondern auch eigene Chips, die sie für ihre Roboter verwendet ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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Bild 15 von 15. ... oder Drohnen, die sich im eigenen Auto transportieren lassen. Solche Personendrohnen sind nicht mehr Science-Fiction, sondern in China bereits im Einsatz. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.
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1948 zielte Citroën mit dem Fahrzeug auf die Massen. Der Citroën 2CV war später auch unter Studierenden und Freiheitsliebenden ein gefragtes Gefährt. «Eine solche Geschichte haben andere Hersteller nicht», sagt die Strategie-Verantwortliche Caroline Malléus.
Wir werden es nicht schaffen, über Kosten gegen die Chinesen zu gewinnen.
Für Verkehrsexperte Thomas Sauter-Servaes von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW ist diese Rückbesinnung naheliegend. Seiner Meinung nach seien die chinesischen Fahrzeuge den europäischen inzwischen ebenbürtig «und qualitativ in bestimmten Bereichen sogar besser», etwa in der Software oder bei der Integration unterschiedlicher Komponenten. «Jetzt geht es darum, sich gegenüber diesen Fahrzeugen abzugrenzen. Wir werden es nicht schaffen, über Kosten gegen die Chinesen zu gewinnen.»
Ob solche Rückbesinnung den europäischen Herstellern aus ihrer Absatzkrise helfen kann, will er nicht beurteilen. Er nennt sie aber «den letzten Burggraben, den man noch nutzen kann».
China dominiert den weltweiten Elektroautomarkt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA stammen 60 Prozent der weltweiten Elektrofahrzeuge inzwischen aus chinesischen Werken.
In der Schweiz ist der Anteil mit 4.6 Prozent noch klein, wie Auto Schweiz auf Anfrage mitteilt. Doch die Zulassungen wachsen stark. Bereits im ersten Halbjahr 2026 sind mit 4971 Stück mehr chinesische Elektroautos in der Schweiz zugelassen worden als im gesamten Jahr zuvor (4302).
Renault, Fiat, VW – auch andere setzen auf den Retro-Trend
Auch andere Hersteller giessen alte Erfolge in neue Form. Renault mit dem 5 E-Tech oder Fiat mit dem Modell 500. Volkswagen versucht, es sich leichter zu machen: Der deutsche Hersteller benennt seine E-Autos um und erinnert an alte Verkaufsschlager. So heissen die Modelle ID.4 und ID.5 nun ID.Tiguan, und es gibt einen ID.Polo.
In Paris zeigt sich in dieser Woche die Dominanz aus Peking: Zwanzig chinesische Hersteller buhlen um Aufmerksamkeit, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Darunter gibt es etwa Hersteller wie Linktour, die ganz bewusst auf den europäischen Markt zielen. Dessen Vizepräsident für Marketing und Verkauf, Leon Zheng, sagt, man fokussiere nicht in erster Linie auf China: «Das Auto wurde von Grund auf nach europäischen Standards und unter Berücksichtigung der Anforderungen europäischer Kunden konzipiert und entwickelt.»
Der elektrische 2CV soll 2028 auf den Markt kommen und mit rund 15'000 Euro im eher niedrigen Preissegment liegen.
Er müsste nicht nur die Herzen der Europäer höher schlagen lassen, wenn er gegen die Übermacht aus China bestehen will.
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