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Wednesday, August 19, 2026

Zwischen Fokus und Flow – Volle Konzentration: Was wir von Dartsprofis lernen können

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«Bevor ich diesen Pfeil werfe, visualisiere ich mein Zielfeld. Ich fokussiere voll darauf», sagt Stefan «Belli» Bellmont – und schaltet in den Konzentrations-Modus. Der Dartsprofi stellt sich hin, hebt die Wurfhand, richtet seinen Blick auf die Scheibe, schiesst… Der Pfeil landet im inneren Ring, im angepeilten kleinen Feld: 60 Punkte!

Stefan Bellmont

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Stefan Bellmont ist der erfolgreichste Darts-Spieler der Schweiz. Der 37-jährige Darts-Profi hat an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen. An der Darts-WM 2026 besiegte er in der ersten Runde den Favoriten Raymond van Barneveld. In Cham führt er einen eigenen Club, das «Belli's Darts House».

Ein Pfeil verzeiht nichts

Darts-Spieler sind Konzentrations-Profis. Fokussierung und mentale Stärke sind neben Technik die Zutaten jeder Darts-Karriere.

Im Wettkampf folgt ein Wurf auf den anderen, dem Spieler bleiben nur wenige Momente für den nächsten Treffer, und ein Pfeil verzeiht nichts…

Die Fähigkeit, äussere Reize auszublenden

Sich zu konzentrieren bedeutet, die eigene Aufmerksamkeit vorübergehend auf ein Ziel oder eine bestimmte Aufgabe zu lenken und alles auszublenden, was uns davon ablenkt. Das fällt dem menschlichen Gehirn nicht immer leicht, denn es ist darauf ausgerichtet, auf Umweltreize zu reagieren.

Ablenkung – von aussen und innen

Sich nicht ablenken zu lassen – das kann matchentscheidend sein, auch für Stefan Bellmont. «Interessanterweise stört mich ein schriller Pfiff mehr, als wenn mich das ganze Publikum ausbuht.» So die Erfahrung des Profispielers, der schon zweimal an der Darts-Weltmeisterschaft im «Ally Pally» teilnahm, dem Alexandra Palace in London, legendär für seine enorme Geräuschkulisse.

Um seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, arbeitet Stefan Bellmont inzwischen mit einem Mentaltrainer zusammen. Er hat gelernt, gezielter mit Gedanken umzugehen, zum Beispiel wenn ein Wurf nicht nach Wunsch gelingt: «Die Aufarbeitung eines Fehlers schiebe ich im Spiel inzwischen möglichst beiseite», erklärt er.

Flow – ohne Angst die beste Leistung zeigen

Flow bezeichnet einen mentalen Zustand im idealen Bereich zwischen Langeweile und Überforderung. Wenn das Gehirn das bewusste Denken graduell herunterschraubt, aber trotzdem voll fokussiert bleibt, dann kann sich der Flow-Zustand einstellen.

Das schöne Gefühl, angstfrei, fast mühelos, eine Bestleistung abzuliefern, erlebte auch Stefan Bellmont an der Weltmeisterschaft vergangenen Dezember. Als Aussenseiter bezwang er im Erstrundenspiel einen Favoriten – und sorgte für Begeisterung. «Belli» meint rückblickend: «Bei dieser Partie stimmte rundherum einfach alles!»

Flow-Killer: Druck und zu hohe Erwartungen

Leider lässt sich ein Flow-Zustand nicht erzwingen, denn bei diesem Gefühl spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle, die sich nicht herbeizaubern lassen.

Wer zu viel will, verkrampft sich und macht Fehler.

Was hingegen klar ist: Zu hohe Erwartungen sind eigentliche «Flow-Killer». Auch Stefan Bellmont weiss: «Wer zu viel will, verkrampft sich und macht Fehler.»

Stefan Bellmont trainiert täglich zwei Stunden, in fokussierten 20-Minuten-Blöcken, mit Pausen. Er hat bereits die nächste WM und andere Turniere im Visier: «Ich will noch präziser, noch konzentrierter werden, um es in meiner Sportart so weit zu bringen, wie ich kann!»

Das hilft, sich besser auf Ziele und Aufgaben zu konzentrieren:

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  • Routinen: Automatisierte Abläufe entlasten das Gehirn
  • Reize ausschalten: Störende Einflüsse möglichst beseitigen
  • Pause machen: Konzentration ist nur für eine begrenzte Zeit möglich
  • Nicht zu viel wollen: Überhöhte Erwartungen und zu viel Druck machen fehleranfällig
  • Positive Einstellung: An sich selbst zu glauben, hilft, die beste Leistung abzurufen – oder sogar in den Flow zu kommen.
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