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Wednesday, August 19, 2026

Prävention wirkt – Bei Waldbränden macht Schweiz vieles richtig – und hat Glück dazu

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In Frankreich und Spanien hat es diesen Sommer schwere Waldbrände gegeben. Selbst Deutschland und Belgien kämpfen mit grossflächigen Feuern. Die Schweiz dagegen blieb weitgehend verschont – bisher jedenfalls. Das sei das Ergebnis jahrelanger Präventionsarbeit, sagt Boris Pezzatti, Waldbrandforscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL.

Vorkehrung ist zentral

Was die Schweiz von vielen anderen Ländern unterscheide, sei ein gut ausgebautes System zur frühzeitigen Gefahrenerkennung. Zentral sei dabei die Plattform «Ignis» des Bundes, die täglich die aktuelle Waldbrandgefahr einschätzt. Auf Basis dieser Daten können Behörden gezielt reagieren: Feuerverbote erlassen, die Bevölkerung informieren und die Löschkräfte entsprechend vorwarnen. «Dann sind sie wirklich bereit und können sofort intervenieren, sobald eine Meldung kommt – damit der Brand klein bleibt», erklärt Pezzatti.

Kantone wie Tessin, Graubünden und Wallis kennen sich aus mit Waldbränden. Nördlich der Alpen hingegen machte erst der Hitzesommer 2003 deutlich, dass Waldbrände auch in der Nordschweiz zur Realität werden können. Seither haben sich auch diese Kantone mit Unterstützung des Bundes mit der Thematik auseinandergesetzt.

Schweiz lernt vom Süden

Zudem schaut die Schweiz in den Süden: «Wir lernen sehr viel von diesen Ländern», so Pezzatti. Der Kanton Tessin etwa bildet seine Fachleute regelmässig gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus dem Mittelmeerraum aus. Förster und Löschkräfte müssten stets auf dem neuesten Stand bleiben, um mit der steigenden Waldbrandgefahr umgehen zu können.

Zudem hilft der Schweiz ihre Geografie: Steile Hänge erschweren die Brandbekämpfung zwar, denn ein Feuer, das sich über eine Bergflanke ausbreitet oder gar in die Baumkronen gelangt, lässt sich kaum noch kontrollieren. Doch gleichzeitig schützt die Topografie Siedlungen und Infrastruktur. Die meisten Brände entwickeln sich abseits bewohnter Gebiete, und Bergkanten wirken natürlich als Brandbarrieren.

Die Herausforderungen kommen erst

Der laufende Sommer zeigt, was hilft gegen Waldbrände: tagesaktuelle Gefahreneinschätzung, klare Kommunikation an die Bevölkerung, rasche Einsatzbereitschaft der Löschkräfte. Auch das Verhalten der Bevölkerung selbst spielte eine Rolle. «Mit der Prävention kann man sehr viel erreichen», so Pezzatti. Denn ein Grossteil der Waldbrände wird von Menschen verursacht.

Man kann mit der Prävention nie alle Waldbrände verhindern.

Langfristig stehen grössere Herausforderungen an. Die WSL beobachtet derzeit grossflächiges Vergilben von Wäldern – ein Zeichen von Trockenstress. Im kommenden Frühling soll mit Satellitenbildern und Überflügen analysiert werden, welche Bäume sich erholen und welche dauerhaft geschädigt sind. Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um die Wälder widerstandsfähiger zu gestalten und die Brandgefahr zu senken.

Denn trotz aller Erfolge bleibt ein Restrisiko. Auch in diesem Sommer gab es vereinzelte Brände, ausgelöst durch Blitze oder landwirtschaftliche Tätigkeiten, doch keiner geriet ausser Kontrolle.

Doch Pezzatti warnt vor Selbstzufriedenheit: «Man kann mit der Prävention nie alle Waldbrände verhindern.» Die Kombination aus guter Vorbereitung, günstiger Topografie – und etwas Glück – hat die Schweiz bislang bewahrt. Ob das auch künftig reicht, hängt davon ab, wie konsequent Prävention, Forschung und internationale Zusammenarbeit weiterentwickelt werden.

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