Wegen Klimawandel – Bern verschenkt 150 Marronibäume – für eine grünere Zukunft

Wer in Bern einen Garten hat, kann sich kostenlos einen Marronibaum sichern. Im Rahmen des Projekts «Bern wachst zäme» verteilt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammen mit Stadtgrün Bern 150 junge Setzlinge. Die rund einen halben Meter grossen Bäume sollen im Dezember abgegeben werden.
Die Verteilaktion richtet sich nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Schulen, Familiengärten oder Wohngenossenschaften. Laut dem Projektverantwortlichen der ZHAW, Stefan Stevanovic, gibt es bereits reges Interesse. Es sind noch rund 100 Bäume zu vergeben.
Ein Baum für heisse Sommer
Hinter der Aktion steckt ein Forschungsprojekt. Die Marronibäume sollen helfen, Bern auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. «Der Marronibaum ist eine sehr hitze- und trockenheitstolerante Art», erklärt Stevanovic. Gerade angesichts zunehmend heisser Sommer sei er ein vielversprechender Stadtbaum.
Während Edelkastanien auf der Alpensüdseite längst verbreitet sind, trifft man sie nördlich der Alpen vergleichsweise selten an. Auf öffentlichem Grund sind in Bern laut Stevanovic lediglich 24 Marronibäume erfasst.
Der Marronibaum ist ein Baum der Zukunft.
Mit steigenden Temperaturen verbessern sich jedoch die Voraussetzungen für die Bäume. Sie spenden Schatten und bieten mit ihren Blüten und Früchten Nahrung für Insekten und andere Tiere. «Der Marronibaum ist ein Baum der Zukunft», sagt Stevanovic. Er überstehe auch Hitzesommer wie den diesjährigen gut.
Nicht jeder Ort eignet sich
Allerdings braucht ein Marronibaum genügend Platz. Seine Wurzeln benötigen langfristig viel Raum, weshalb er sich weniger als klassischer Strassenrand-Baum eignet. Besser aufgehoben ist er in grosszügigen Gärten, Parks oder auf Schularealen.
Langfristig soll die Aktion nicht nur den Bestand an Edelkastanien erhöhen, sondern die Bevölkerung generell motivieren, Bäume zu pflanzen. Stefan Stevanovic kann sich auch vorstellen, dass es in Bern künftig ein Marronifest gibt, wenn die Bäume dereinst Früchte tragen. So wie etwa im Puschlav oder im Tessin.
«Es ist nicht das Ziel, alle anderen Bäume durch Edelkastanien zu verdrängen», so Stevanovic. Sie seien einfach ein Puzzleteil in der Vielfalt der städtischen Bäume. Wer einen Baum möchte, kann sich über die Website der Stadt Bern anmelden. Gepflanzt werden die Bäume idealerweise noch im Herbst oder Winter.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 14.10.2026, 6:31 Uhr ; kemo;vonb;rama
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