Mbappé im Visier der Polizei – Ermittler prüfen dubiose Zahlung

- Kylian Mbappé (27) musste in Paris als Zeuge zu einer Korruptionsaffäre um den Ex-Sicherheitschef der «Bleus» aussagen.
- Gegen Mohamed Sanhadji (57) wird ermittelt, weil er seine Kontakte zu Spielern für private Vorteile genutzt haben könnte.
- Mbappé überwies ihm im Juni 2023 60’300 Euro; die Ermittler prüfen nun den Zusammenhang mit einer Reise nach Kamerun.
Kylian Mbappé (27) geriet ins Visier der französischen Justiz und musste im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre bei der Polizei aussagen. Bei den Ermittlungen geht es um dubiose Geldzahlungen und mögliche Gefälligkeiten rund um den früheren Sicherheitschef der französischen Nationalmannschaft. Besonders brisant: Auch Mbappés Mutter und weitere prominente Fussballer spielen in dem Fall eine Rolle.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht Mohamed Sanhadji (57): Mehr als 20 Jahre lang sorgte er als Polizist für die Sicherheit der «Bleus» und baute dabei enge Kontakte zu den Spielern auf. Nun prüfen Ermittler, ob er diese Beziehungen für private Vorteile nutzte. Am 16. September wurde Sanhadji unter anderem wegen Korruptionsverdachts formell beschuldigt. Wie «L’Équipe» berichtet, wurde Mbappé am 30. September in Paris zu dem laufenden Verfahren befragt.
Das Rätsel um 60’300 Euro
Besonders interessiert die Ermittler eine Überweisung aus dem Juni 2023: Mbappé zahlte Sanhadji damals 60’300 Euro aus seiner WM-Prämie von Katar. Laut seinem Umfeld war das Geld ein Dankeschön für die Sicherheitskräfte, von dem auch vier weitere Beamte profitierten. Sanhadji verschwieg die Zahlung allerdings seinen Vorgesetzten.
Nur wenige Wochen später begleitete der Polizist den Real-Star nach Kamerun. Die Ermittler wollen nun klären, ob er dort privat für Mbappés Sicherheit zuständig war und das Geld als Gegenleistung kassiert hat.
Auch Mbappés Mutter befragt
2024 soll Mbappé dem Sicherheitschef zudem über seine Mutter ein Darlehen von 120’000 Euro gewährt haben. Fayza Lamari (52), wie die Mutter des französischen Superstars heisst, soll Sanhadji wiederum um Hilfe bei vier Visaanträgen für Personen aus ihrem Umfeld gebeten haben. Deswegen wurde sie am 9. Oktober bereits von drei Untersuchungsrichtern befragt.
Wie weit Sanhadjis Kontakte reichen, zeigt der Blick auf weitere Namen in der Affäre: Ex-Bayern-Star Franck Ribéry soll ihm eine Reise nach Sizilien bezahlt haben, Raphaël Varane und Laurent Blanc sollen ihm Geld geliehen haben. Insgesamt soll Sanhadji über 300’000 Euro von Fussballern erhalten haben. Ob im Gegenzug unerlaubte Gefälligkeiten flossen, müssen die Ermittler klären. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.
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