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Sunday, November 8, 2026

Schüsse in Krakau: Staatsanwaltschaft geht Terrorismusverdacht nach

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Ein bewaffneter Polizist mit teils vermummten Gesicht

Stand: 08.11.2026 • 12:19 Uhr

Nach den Schüssen in Krakau geht die Staatsanwaltschaft von Terrorismus aus. Sechs Menschen starben. Es gibt Hinweise auf eine "sehr radikale" Gesinnung des Schützen. Auch drei Familienmitglieder wurden erschossen.

Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf Passanten auf einem Marktplatz im polnischen Krakau ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob es sich um eine terroristische Straftat handelt. Der Schütze hatte sechs Menschen getötet, 15 weitere Opfer wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Dem Täter werde daher die Tötung von sechs Personen und der versuchte Mord an zahlreichen weiteren Personen vorgeworfen, darunter Polizeibeamte, "wobei diese Tat einen terroristischen Charakter aufwies", teilte die Staatsanwaltschaft beim Kurznachrichtendienst X mit.

Der Schützen ist ein 24-jähriger Pole. Das Motiv hinter der Tat ist jedoch noch unklar. Ersten Hinweisen zufolge soll der Mann "sehr radikale Ansichten" vertreten haben, wie Polens Innenminister Marcin Kierwiński am Samstagabend mitteilte. Es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.

Mehrere ausländische Staatsbürger unter Opfern

Der 24-Jährige war am Samstagnachmittag mit einem Auto auf den belebten Marktplatz in Krakau gefahren und hatte wahllos auf Menschen geschossen. Zu den Opfern zählen den Angaben der Polizei zufolge auch mehrere ausländische Staatsbürger. Ein Brite kam ums Leben. Zudem stammt eines der verletzten Opfer aus Deutschland, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Weitere vier Verletzte stammen aus Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland.

Auf der Fahrt aus der Innenstadt heraus wurde der Schütze von der Polizei gestoppt. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Beamte lebensgefährlich verletzt wurden. Auch der 24-Jährige wurde vor seiner Festnahme angeschossen.

Ministerpräsident Donald Tusk würdigte die beiden Polizisten als "wahre Helden". Auch Innenminister Kierwiński dankte den Beamten in einem Beitrag beim Kurznachrichtendienst X. Justizminister Waldemar Żurek appellierte ebenfalls bei X an die Bevölkerung, Blut für einen der verletzten Polizisten zu spenden. Diese habe die seltene Blutgruppe AB Rhesus+ und kämpfe um sein Leben.

Engste Familienangehörige des Schützen tot aufgefunden

Bereits gestern wurden im Elternhaus des Schützen in Ostrowiec Swietokrzyski drei Leichen entdeckt. Die Stadt liegt rund 180 Kilometer nordöstlich von Krakau.

Die Polizei bestätigte inzwischen, dass es sich bei den drei Toten um die Eltern und die Schwester des Mannes handelt. Damit steht er im Verdacht, insgesamt neun Menschen erschossen zu haben. Das Beweismaterial deute darauf hin, dass die Taten von derselben Person begangen wurden, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Präsident Karol Nawrocki sprach von einem "beispiellosen Terrorakt" und hat für den heutigen Sonntag und Montag eine Staatstrauer angeordnet. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden wurden landesweit auf halbmast gesetzt. Am Nachmittag soll es in der Marienkirche an dem Marktplatz, auf dem die Schüsse fielen, einen Gottesdienst geben, um der Opfer zu gedenken.

Im Vorfeld des Gottesdienstes rief der Erzbischof von Krakau, Grzegorz Rys, die Bevölkerung zum Zusammenhalt auf. "Wir wollen nicht, wir können nicht, wir sind nicht fähig, in einem solchen Augenblick gleichgültig zu sein", mahnte er. "Gewalt, Aggression und Hass haben uns auf eine Weise getroffen, die alle Grenzen überschreitet", fügte der Erzbischof hinzu und betonte, jeder hätte zum Zeitpunkt der Tat auf dem Marktplatz sein und damit Opfer werden können.

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