The Jerusalem PostNorthern Israel’s children need protected classrooms, not more promises - opinionESPN DeportesVladi Jr. se disculpa por comentarios de contratoRTP DesportoRenato Veiga sobre Haaland. "É um excelente jogador mas não me tira o sono"PunchNigeria Open golf tournament returns in 2027 after 28 yearsESPNTexas-Tennessee: The battle for UT, SEC orange and Manning loyaltyInquirerPalace to Sara Duterte: Respond with evidence, stop using fallaciesBollywood HungamaEXCLUSIVE: Yash Raj Films bags overseas distribution rights of Sooraj Barjatya’s Yeh Prem Mol LiyaTimes of India EntertainmentNivin Pauly and Mamitha Baiju’s ‘Bethlehem Kudumba Unit’ OTT release dateWirtualna PolskaKolejny poważny wypadek koło Lublina. Są ranni i utrudnieniaOnetSzef MON reaguje na propozycję PiS. "Wystarczy doczytać i nie kłamać"Seeking AlphaCNN barred from travelling with Trump on Air Force One on SaturdaySRF NewsBesuch in Paris – Papst Leo XIV. und die französische Laizität
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, September 26, 2026

«Jeder Kampf ist immer der grösste Kampf»

Translate
  • Der Zürcher Thaiboxer Dani Rodriguez kämpft am Samstag in der Wankdorfhalle in Bern um den WM-Titel bis 72,5 Kilogramm.
  • Sein Gegner ist der thailändische Star-Fighter Petchmorakot – Rodriguez hält bereits den Gürtel bis 70 Kilogramm.
  • Von 51 Kämpfen hat der 28-Jährige 50 gewonnen; er lebt und trainiert seit Jahren in Bangkok, wo er ein Superstar ist.

Wenn Dani Rodriguez am Samstag in der Wankdorfhalle in Bern in den Ring steigt, geht es um mehr als einen weiteren Titel. Der 28-jährige Zürcher kann gegen den thailändischen Star-Fighter Petchmorakot Weltmeister in einer zweiten Gewichtsklasse werden. 50 seiner 51 Kämpfe hat Rodriguez gewonnen, den Titel bis 70 Kilogramm hält er bereits. Nun greift er bis 72,5 Kilogramm nach dem nächsten Gürtel.

20 Minuten trifft den Thaiboxer im Dado Gym in Zürich, dort, wo für ihn alles begann. Seit seinem 14. Lebensjahr trainiert Rodriguez in diesem Gym, sein heutiger Trainer Leonardo «Dado» Irmici war von Anfang an an seiner Seite. Dass der Kampf in Bern einer der grössten seiner Karriere wird, macht ihn nicht nervös. «Ich bin nicht so nervös. Ich komme gut klar damit», sagt Rodriguez. Er habe sich an diese Situationen gewöhnt: «Jeder Kampf ist immer der grösste Kampf.»

Ein Training kann enorm viel Energie kosten. Einmal habe er bei einer Einheit in Thailand rund 2000 Kalorien verbrannt, erzählt der Kämpfer.

Ein Training kann enorm viel Energie kosten. Einmal habe er bei einer Einheit in Thailand rund 2000 Kalorien verbrannt, erzählt der Kämpfer.20Min/Aurelia Schirmer

«Das ist eine Rechnung, die fast nicht aufgeht»

Der gebürtige Zürcher lebt heute in Bangkok, wo er sich in den vergangenen Jahren zu einem der bekanntesten und weltbesten Kämpfer im Muay Thai entwickelt hat. Sein Alltag dort ist kompromisslos auf den Sport ausgerichtet. Um 6.30 Uhr geht es zum Rennen, danach folgt die erste Trainingseinheit. Nach Erholung, Essen und Schlaf steht am Nachmittag die zweite Einheit an. Sechs Tage pro Woche lebt Rodriguez diesen Rhythmus.

Ein Training kann dabei enorm viel Energie kosten. Einmal habe er bei einer Einheit in Thailand rund 2000 Kalorien verbrannt, erzählt der Kämpfer. Gerade in der Schlussphase einer Vorbereitung müsse er die Kalorien aber dennoch reduzieren, um das Kampfgewicht zu erreichen. «Das ist eine Rechnung, die fast nicht aufgeht, aber da muss man durch.»

Nach dem Wiegen wartet dann jeweils eine Belohnung. «Spaghetti Bolognese ist das Beste», sagt Rodriguez und lacht. Vor dem Wiegen schlafe man wegen Hunger und Dehydrierung oft schlecht. Sei das Gewicht geschafft, falle die Anspannung ab. Dann könne er essen, sich erholen und schlafen. Am nächsten Tag sei es Zeit für die grosse Bühne.

Rodriguez vermisst Rivella

Für Rodriguez ist der Auftritt in Bern auch deshalb speziell, weil er seit vielen Jahren nicht mehr in der Schweiz gekämpft hat. Seine Familie reiste zwar zweimal nach Thailand, auch Freunde kamen einmal für den Final eines grossen Turniers. Doch diesmal sind sie alle da: alte Schulkollegen, frühere Lehrmeister, Familie und Freunde. «Das ist einfach toll, das macht mich stolz», sagt er.

Die Schweiz bleibt für ihn trotz des Lebens in Thailand die Heimat. In Bangkok wohnt Rodriguez allein in einem Townhouse, zurückgezogen von der Hauptstrasse. Nach dem Training brauche er vor allem Ruhe. Was ihm fehlt, sind nicht Restaurants oder Produkte aus der Heimat. «Familie und Freunde ist das, was ich am meisten vermisse», sagt er und ergänzt mit einem Lachen: «Und Rivella!» Auch das Quartier im Zürcher Kreis 3, in dem er aufgewachsen ist, sei ihm geblieben. Und natürlich das Essen seiner Mutter.

Zum Kampfsport kam Rodriguez eher zufällig. Ein Kollege nahm ihn mit ins Gym. Kämpfen wollte er zunächst nicht einmal. «Aber als ich die Kämpfer sah, wie sie trainiert haben, die haben mich einfach beeindruckt und ich habe gesagt: Ich will auch.» Nach den ersten Trainings sei er hängen geblieben.

In Thailand musste sich Rodriguez seinen Platz erst erarbeiten. Es gehe dort nicht nur darum, wer technisch gut sei, sagt er. Entscheidend sei, wer dranbleibe, Herz zeige und sich durchbeisse, wenn der Körper längst müde sei. Genau das sei seine Stärke geworden. «Nicht indem ich einfach gut war. Durchhalten für mich.»

«Ich will einfach die grössten Kämpfe des Kampfsports weltweit»

Aufgeben war trotzdem einmal ein Thema. 2019 ging Rodriguez erstmals nach Thailand, musste aber wegen Geldproblemen und später wegen einer Verletzung zurück in die Schweiz. Danach kam Corona. Zwei Jahre lang gab es kaum Kämpfe und kein geregeltes Training. «Das war der Moment, wo ich mir gedacht habe, vielleicht muss ich etwas anderes machen.» Er zog es trotzdem durch.

Heute kann Rodriguez vom Kämpfen leben. Das meiste Geld komme über Kampfbörsen und Turnierpreise rein. Er sei stolz auf das Erreichte, sagt aber: «Aber es ist immer noch nicht genug.» Seine Ziele reichen über Muay Thai hinaus. Boxen und Kickboxen kann er sich ebenfalls vorstellen. Vor allem aber will er auf die grössten Bühnen. «Ich will einfach die grössten Kämpfe des Kampfsports weltweit.» Ein Kampf mit einer prall gefüllten Millionen-Kampfbörse ist das ganz grosse Ziel.

«Die fühlen das auch. Die finden das geil»

Dafür nimmt er auch private Opfer in Kauf. Beziehungen seien früher daran gescheitert, dass für andere Menschen kaum Zeit geblieben sei. Mittlerweile habe er eine Partnerin, die seinen Weg besser verstehe. Seine Freunde in Zürich ebenfalls. Sie schreiben sich, schicken sich Videos und bleiben in Kontakt. «Die wissen, ich arbeite für etwas. Die fühlen das auch. Die finden das geil.»

Am Samstag können sie ihn endlich wieder live sehen. Und vielleicht feiern sie danach nicht nur einen Heimsieg, sondern den nächsten Titel eines Kämpfers, der aus einem Zürcher Gym in die Weltspitze vorgestossen ist.

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.