– Messerattacke auf Flydubai-Flug: Was man weiss, und was nicht

Was man weiss: Ein Flug der Fluggesellschaft Flydubai nach Tel Aviv ist nach einem Zwischenfall im Cockpit am Flughhafen Tabuk in Saudi-Arabien notgelandet. Medienberichten zufolge soll der Copilot den Piloten mit einem Messer verletzt haben. Passagiere hätten dabei geholfen, den mutmasslichen Angreifer zu überwältigen. Nach der Notlandung wurden sowohl der Pilot, als auch der Copilot ins Spital gebracht. Beide wiesen Verletzungen auf und kamen in ein Spital.
Was man nicht weiss: Zum möglichen Motiv besteht noch keine Gewissheit. Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete, die Maschine sei steil in die Tiefe geflogen. Einer der Piloten habe den anderen mit Hilfe von Passagieren daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. In Israel geht man zunehmend von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus. Dafür gibt es jedoch bislang keine Bestätigung. Auch über die Herkunft des Copiloten gibt es keine Gewissheit. Verschiedene Medien berichten, der mutmassliche Täter stamme aus dem Oman.
Die Situation im Flugzeug: Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe grosse Angst geherrscht, es habe «Schreie und Panik» gegeben. «Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer», sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. «Die Situation hätte aber auch anders enden können», sagte sie. Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschliessend viel Blut im Cockpit gesehen. «Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.»
Das sind die Reaktionen: Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten. Der rechtsextreme israelische Minister Itamar Ben-Gvir schreibt auf der Plattform X, dass ein Terrorist versucht habe, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen und «die 180 Israelis an Bord zu ermorden».
So geht es nun weiter: Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Copilot werde in Saudi-Arabien befragt. Es werde geprüft, ob der Angreifer versuchte, das Flugzeug gezielt zum Absturz zu bringen. Die 180 israelischen Passagiere warten den Berichten zufolge auf ihre Heimreise. Unklar ist, ob die Israelis mit einem Ersatzflugzeug oder von der israelischen Luftwaffe nach Israel gebracht werden sollen. Auf dem Flughafen in Tel Aviv ist ein Warte- und Informationsbereich für Angehörige eingerichtet worden. Die israelische Flughafenbehörde teilte mit, sie könnten dort je nach Entwicklung Informationen und Updates erhalten. Die Öffentlichkeit werde gebeten, nicht in den Bereich von Terminal 1 zu kommen.
Tagesschau Kompakt, 30.09.2029, 12:45 Uhr ; agenturen/lehl;hosb;stol
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