Nations League: Nach NED-GER – Klopp-Mania in Amsterdam – auch Xavi sammelt Argumente

Jürgen Klopp versprüht bei seinem DFB-Einstand positive Energie. Auch Xavis Debüt als «Bondscoach» ist geglückt.
Weder für Deutschland noch die Niederlande war die WM im Sommer so gelaufen wie gewünscht. Beide Nationen schieden schon im Sechzehntelfinal aus. Drei Monate später standen sich die DFB-Elf und «Oranje» in Amsterdam mit neuen Trainern gegenüber. Sowohl Jürgen Klopp als auch Xavi erlebten dabei Licht und Schatten.
Das 1:1 zum Auftakt der Nations League bot für den neutralen Zuschauer beste Unterhaltung. Klar ist aber, dass nach der kurzen Angewöhnungszeit noch nicht alles zusammenpassen konnte.
Klopp sorgt für hohe TV-Quote
«Viel wichtiger, als jetzt irgendwie ein 1:0 über die Zeit zu bringen, sind für mich natürlich die ganzen anderen Informationen, die wir bekommen haben», sagte etwa Klopp.
Während Xavi als erstem nicht-niederländischem «Bondscoach» seit Ernst Happel (1977-78) im Vorfeld einiges an Skepsis entgegengeschwappt war, hat der 59-Jährige in Deutschland eine Euphoriewelle ausgelöst. Im Schnitt schauten sich die Partie bei RTL über 10 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer an. Der Marktanteil kletterte in der zweiten Halbzeit auf mehr als 50 Prozent.
Treu als Entdeckung
Der Einstand des neuen «Heilsbringers» kann als geglückt bezeichnet werden, auch wenn sein Liverpooler Ex-Spieler Cody Gakpo den insgesamt besseren Niederländern spät noch einen Punkt sicherte.
Gute Noten gab es insbesondere für Philipp Treu. Der rechte Aussenverteidiger des SC Freiburg, vom experimentierfreudigen Klopp neu ins Team befördert, verdiente sich ein Extralob des neuen Bundestrainers, der seine Leistung als «aussergewöhnlich» bezeichnete.
Sorgen bereiten Klopp die ersten verletzungsbedingten Ausfälle. Jamal Musiala tat sich beim Einlaufen weh und fiel kurzfristig aus. Kai Havertz musste früh durch Younes Ebnoutalib, einen weiteren Neuling, ersetzt werden. Für Musiala und Havertz ist der Zusammenzug ganz vorbei: Florian Wirtz und Jonathan Burkardt stossen an ihrer Stelle früher als geplant zur Mannschaft.
Van Bommel und Meerdink bereiten Xavi Freude
Auch bei den Niederländern musste mit Granit Xhakas Sunderland-Teamkollege Brian Brobbey ein Akteur verletzt vom Platz. Doch Xavi konnte ebenfalls auf starke Debütanten zurückgreifen. Brobbey-Ersatz Mexx Meerdink (Alkmaar) hatte einige gute Aktionen. Und später bereitete Ruben van Bommel (PSV Eindhoven) den Ausgleich mit einer perfekten Aussenrist-Flanke mustergültig vor.
Das letzte Wort zum Geniestreich des Sohns von Mark van Bommel gehörte dann wieder Klopp. «Vom Vater kann er das nicht haben. Der Aussenrist muss von der Mutter sein», scherzte er nach der Partie bei RTL.
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