– Lässt die Weltgemeinschaft die Ukraine fallen?

- Frankreich, das diesen Monat dem Sicherheitsrat vorsitzt, berief eine Sondersitzung zum Krieg gegen die Ukraine ein.
- Vor der Sicherheitsratssitzung bekannten sich 51 Länder zu einer verstärkten Unterstützung des Landes, darunter die Schweiz.
- Unterschrieben haben fast nur westliche Länder. Das heisst wiederum: Fast drei Viertel der UNO-Mitglieder schliessen sich dem Appell nicht an, auch nicht die USA.
Die USA nehmen an der Sicherheitsratssondersitzung, anders als die Europäer, nicht mit ihrem Aussenminister teil, sondern bloss mit ihrem UNO-Botschafter Mike Waltz. Der fordert zwar ein Ende des Konflikts, doch ohne Russland entschieden zu verurteilen und der Ukraine entschlossen den Rücken zu stärken.
Unterstützung für Ukraine lässt nach
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow wiederum sieht gar die Europäer als Hauptschuldige am Krieg. Und Vertreter von Schwellen- und Entwicklungsländern halten sich, wie etwa jener Somalias bedeckt. Es gebe keine militärische Lösung, ist da zu hören, oder dieser Krieg müsse aufhören.
Die Europäer, stellvertretend Dänemarks Aussenminister Laszlo Rasmussen, mögen noch so betonen, dass dieser Krieg global Schaden anrichte und es für die ganze Welt bedrohlich sei, falls sich Moskaus Aggression auszahle.
Die für die Ukraine bittere Realität auf der internationalen diplomatischen Bühne ist: Der politische und wirtschaftliche Druck auf Russland lässt nach. Und die US-Regierung scheint derzeit mehr interessiert an neuen Geschäften mit Moskau als an Hilfe für die Ukraine.
Die Länder haben ihre eigenen Probleme
Der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis sieht die Gründe für die schwindende Unterstützung für die Ukraine bei den jeweils eigenen Problemen der Länder. «Der globale Süden und viele Länder in der Welt haben inzwischen ihre eigenen, noch grösseren Probleme zu lösen», sagt Cassis.
Deshalb würden sie dem Ukrainekrieg weniger Aufmerksamkeit schenken, als noch vor vier Jahren. Man hätte sich etwas arrangiert mit dem Krieg. Natürlich würde der globale Süden sich wünschen, dass der Krieg endet. «Aber andere Prioritäten sind für grosse Länder wie China, Indien und so weiter wichtiger, als jetzt dieser Krieg in der Ukraine», sagt Cassis.
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