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Monday, September 21, 2026

Überraschung nicht auszuschliessen: Dreht Martin Schlegel jetzt an der Zinsschraube?

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Überraschung nicht auszuschliessen

Dreht Martin Schlegel jetzt an der Zinsschraube?

Während die Zinsen weltweit steigen, bleibt die Schweizer Nationalbank gelassen. Präsident Martin Schlegel könnte die Leitzinsen frühestens im Dezember anheben – die Märkte haben sich darauf bereits eingestellt.

Publiziert: 20.09.2026 um 23:59 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • SNB-Präsident Martin Schlegel profitiert von stabiler Inflation und schwächerem Franken
  • Inflation in der Schweiz stieg im August 2026 auf 0,8 Prozent
  • Experten erwarten erste Zinserhöhung frühestens im Dezember 2026
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Alle Notenbanker sind im Stress: Der Irankrieg treibt die Energiepreise in die Höhe und heizt die Teuerung an. Das einzige Mittel dagegen: rauf mit den Zinsen – auch wenn das bei weitem nicht allen schmeckt. 

Sind wirklich alle im Stress? Nein: Ein Notenbanker lebt gerade in der besten aller Welten. In seinem Land ist die Inflation niedriger, die starke Landeswährung schwächelt für einmal, und die Zinsen sind tief. Grund zum Handeln gibt es eigentlich nicht. Sein Name: Martin Schlegel (50). Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kann entspannt an der Seitenlinie stehen und zuschauen, wie seine Kolleginnen und Kollegen an der Zinsschraube drehen müssen. 

Schlegel muss nicht, aber er könnte einen Schritt wagen und den Leitzins erhöhen. Vielleicht schon am kommenden Donnerstag, wenn sich die Nationalbank zum Zinsentscheid trifft. Denn bis eine geldpolitische Entscheidung in der Wirtschaft ankommt, dauert es. Die letzte Zinssenkung vom Juni 2025 entfaltet erst jetzt so richtig ihre Wirkung. Die Schweizer Wirtschaft brummt, ist im zweiten Quartal mit 1,9 Prozent so stark gewachsen wie schon lange nicht mehr. 

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Wie beurteilt die SNB die Inflation?

Was dabei hilft: die immer grössere Zinsdifferenz zum Euro- und zum Dollarraum. Denn diese schwächt den Franken deutlich ab. Die Klagen der Exportindustrie über den ultraharten Franken sind in den vergangenen Monaten verstummt. Einziger Wermutstropfen: Der schwächere Franken kann die rekordhohen Sprit- und Heizölpreise schlechter abfedern. Auch wir spüren die Turbulenzen an den globalen Energiemärkten stärker als zu Beginn des Irankriegs.

Die Folge: In der Schweiz ist die Inflation im August auf 0,8 Prozent hochgeschnellt. Dieser Wert liegt noch immer gut im von der SNB anvisierten Zielband von 0 bis 2 Prozent für die Teuerung in der Schweiz. Die so gefürchteten Zweitrundeneffekte sind bislang ausgeblieben. Das heisst aber nicht, dass es dabei bleiben muss. Spannend wird sein, wie die SNB am Donnerstag die weitere Entwicklung der Inflation beurteilen wird. Kommt sie zum Schluss, dass sie in der Schweiz unerwartet schnell ansteigen wird, könnte die Zinswende viel früher Tatsache werden.

Zinsen steigen – aber frühestens im Dezember

«Martin Schlegel ist dafür bekannt, dass er lieber früher als später an der Zinsschraube dreht», sagt Fredy Hasenmaile (59), Chefökonom von Raiffeisen. Zur Erinnerung: Als die SNB im Juni 2025 die Zinsen auf null senkte, gab es von einigen Seiten Kritik, dieser Schritt sei zu früh erfolgt. Einer dieser Kritiker war damals Ökonom Adriel Jost (41). Trotzdem glaubt er nicht an eine Zinserhöhung schon im September. «Die SNB hat es sich gemütlich eingerichtet beim Nullzins. Das Thema Negativzinsen ist vom Tisch, eine Zinserhöhung aber auch noch nicht zwingend im Moment.» Im Dezember könnte dieser Schritt jedoch erfolgen, so Jost. 

Wie die meisten anderen Beobachter rechnet auch Hasenmaile in diesem Jahr nicht mehr mit einer Zinserhöhung. «Es hat sich jetzt aber ein Zeitfenster aufgetan für die Normalisierung der Geldpolitik.» Das heisst, die SNB wird sich bald vom Extremzins null verabschieden. «Wir rechnen im kommenden Jahr mit zwei Zinsschritten. Den ersten dürften wir sogar schon in der ersten Jahreshälfte sehen.» 

Damit rechnen auch die Märkte. «Bei den jüngst angestiegenen Festhypotheken sind diese Zinsschritte bereits mehr oder weniger eingepreist», erklärt der Chefökonom von Raiffeisen. Und sagt: «Im Moment bleibt eine Saron-Hypothek die beste Wahl – vorausgesetzt man kann sich eine gewisse Risikobereitschaft leisten.» Diese würde sich erst verteuern, wenn die Nationalbank den Leitzins wirklich anhebt. 

Die Zinswende in der Schweiz ist angedacht. Dass sie bereits am kommenden Donnerstag eingeläutet wird, wäre dann aber doch eine sehr grosse Überraschung. 

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