Kunstturn-WM in Rotterdam – Die erste WM nach der neuen Schweizer Zeitrechnung

Nach langen 75 Jahren erlöste Noe Seifert im vergangenen Herbst die Schweizer Kunstturner – und bescherte dem STV wieder einmal eine WM-Medaille auf Männerseite. Im indonesischen Jakarta eroberte der Aargauer sensationell die Bronzemedaille im Mehrkampf.
Davor hatte man in den Annalen bis ins Jahr 1950 zurückblättern müssen, um auf das letzte WM-Podest eines Schweizer Kunstturners zu stossen. Ebenfalls im Mehrkampf hatte damals bei den 12. globalen Titelkämpfen Walter Lehmann vor Landsmann Marcel Adette triumphiert. Die einzigen Schweizer WM-Podestplätze bei den Frauen gehen auf das Konto von Ariella Kaeslin (Silber 2009) sowie Giulia Steingruber (Bronze 2017), je im Sprung.
Die gleichen 5 greifen nach dem EM-Bronzecoup an
Mittlerweile stehen ab Samstag während 8 Tagen in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam die 54. Kunstturn-Weltmeisterschaften auf dem Programm. Seifert, der für die Schweiz die neue Zeitrechnung eingeläutet hat, führt das 10-köpfige STV-Aufgebot an. Der Teamleader ist mit seinen 27 Jahren gleichzeitig Teamsenior.
- Männer: Matteo Giubellini (21), Florian Langenegger (23), Mattia Piffaretti (24), Noe Seifert (27), Dominic Tamsel (26) – Ersatz: Luca Giubellini (23)
- Frauen: Lena Bickel (21), Daria Hartmann (19), Anastassia Pascu (22), Samira Raffin (18), Anny Wu (23) – Ersatz: Kiara Raffin (18)
Seifert war auch Teil der Riege, für die vor knapp 2 Monaten in Zagreb EM-Bronze im Team-Wettkampf resultierte. In der exakt gleichen Besetzung und mit entsprechend viel Selbstvertrauen hoffen die Schweizer, bei ihrer nächsten Mission wiederum das Potenzial ausschöpfen zu können. In Jakarta hatten sie diese Möglichkeit gar nicht erst, weil gemäss offiziellen Richtlinien in nacholympischen Jahren stets nur eine Einzel-WM zur Austragung gelangt. Und in den Saisons mit Sommerspielen wird gar keine WM angesetzt.
Nun aber werden diese Champions wieder ausgezeichnet – zuletzt 2023 gingen die Titel nach Japan (Männer) und an die USA (Frauen). Die Schweizer Bronzegewinner wollen ihre Entwicklung bestätigen und nehmen eine Top-12-Klassierung ins Visier. Schaffen sie gar den Sprung unter die besten 8 Nationen, wäre das Ticket für die WM 2027 im chinesischen Chengdu bereits gelöst.
Im Mehrkampf schreibt man sich 2 Finalplätze auf die Fahne: eine Top-12-Platzierung sowie eine weitere Klassierung in den Top 24.
Die Frauen melden sich zurück
Apropos neue Zeitrechnung: Eine solche steht auf der WM-Bühne auch den Schweizerinnen bevor. Erstmals seit 7 Jahren stellen sie wieder eine Equipe und turnen die Teamwertung. Sie ebneten sich diesen Weg über die EM (10. Rang). Nun orientieren sie sich an den Top 16 und im Mehrkampf an einem Top-24-Ergebnis.
- Sonntag, Qualifikation Männer – Schweiz in der Subdivision 6 von 12:10 bis 14:00 Uhr
- Montag, Qualifikation Frauen – Schweiz in der Subdivision 9 von 19:35 bis 20:55 Uhr
- Dienstag, Teamfinal Männer – ab 19:30 Uhr live auf SRF zwei
- Mittwoch, Teamfinal Frauen – ab 19:30 Uhr live auf SRF info
- Donnerstag, Mehrkampffinal Männer – ab 19:30 Uhr SRF info/zwei
- Freitag, Mehrkampffinal Frauen – ab 19:30 Uhr SRF zwei
- Samstag, 24.10., Gerätefinals 1. Teil (Boden/Pauschenpferd/Ringe M & Sprung/Stufenbarren F) – ab 14:00 Uhr srf.ch/sport & später SRF zwei
- Sonntag, 25.10., Gerätefinals 2. Teil (Sprung/Barren/Reck M & Schwebebalken/Boden F) – ab 14:00 Uhr srf.ch/sport & später SRF zwei
Es kommentieren Stefan Hofmänner und Experte Roman Schweizer.
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