Sprengstoff-Fund in Eptingen BL – Nachbar Dominges P. (65) wurde evakuiert: «Ich habe nur meinen Hund Beno und mein Handy mitgenommen»
Sprengstoff-Fund in Eptingen BL – Nachbar Dominges P. (65) wurde evakuiert
«Ich habe nur meinen Hund Beno und mein Handy mitgenommen»
Sprengstoff-Fund in Eptingen BL: Am Samstag wurde im Keller eines Nachbarhauses von Dominges P. (65) gefährliches Material entdeckt. Die Polizei evakuierte Anwohner, Spezialisten sicherten zwei Kilogramm Sprengstoff. Was P. über die Hintergründe weiss, erzählt er Blick.
Publiziert: vor 10 Minuten
Aktualisiert: vor 4 Minuten
Darum gehts
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- In Eptingen BL wurde am 26. September Sprengstoff entdeckt und gesichert
- Rund zwei Kilogramm älterer, gewerblich hergestellter Sprengstoff im Nachbarhaus gefunden
- Anwohner durften nach Evakuierung um 23 Uhr in ihre Häuser zurückkehren
Ralph DonghiReporter News
Gemütlich sitzt Dominges P.* (65) vor seinem Haus in Eptingen BL. Bei sich hat er seinen Hund Beno (11). «Nur ihn und mein Handy habe ich bei der Sprengstoff-Evakuierung mitgenommen. Sonst nichts», sagt der Rentner im Gespräch mit Blick.
Der Sprengstoff-Fund am vergangenen Samstag am Kilchackerweg hatte für ein riesiges Polizeiaufgebot gesorgt. Dies, weil kurz nach 16 Uhr eine Drittperson im Einfamilienhaus neben Dominges P. Sprengstoff festgestellt hatte – im Keller, anlässlich einer Hausräumung. Sofort wurde wegen der potenziell gefährlichen Substanzen die Einsatzzentrale der Polizei Basel-Landschaft alarmiert.
Ein paar Sachen packen und Haus verlassen
«Wir waren zu Hause, als die Polizei klingeln kam», erinnert sich Dominges P. «Man sagte uns, dass wir rasch ein paar Sachen einpacken und unser Haus verlassen müssen.» Er habe natürlich gefragt, warum. «Sie sagten uns, dass im Nachbarhaus Sprengstoff gefunden wurde und sie Experten organisieren würden.» Sie seien dann raus und weggefahren. «Wir waren sowieso zum Essen bei unserer Tochter eingeladen», so Dominges P.
Weitere Nachbarhäuser wurden evakuiert, die Strasse für alle abgesperrt. Etwas weiter weg wurden die Anwohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Es kamen Spezialisten der Kantonspolizeien Bern und Basel-Stadt, um die Lage zu beurteilen und den Fund zu sichern. Der Sprengstoff konnte schliesslich geborgen und fachgerecht abtransportiert werden.
Älterer, gewerblich hergestellter Sprengstoff
Die Polizei Basel-Landschaft schrieb: «Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Gefahr. Nähere Abklärungen werden getätigt.» Auf Nachfrage von Blick heisst es am Montag, dass rund zwei Kilogramm älterer, gewerblich hergestellter Sprengstoff gefunden worden sei. Zu den möglichen Verwendungszwecken mache man keine Angaben. Auch wurden keine Pistolen oder Gewehre gefunden: «Im Weiteren liegen uns keine Informationen über sichergestellte Schusswaffen vor», so die Polizei weiter.
Dominges P. und seine Liebsten wurden am Samstag kurz nach 23 Uhr telefonisch informiert, dass sie wieder heimkönnen. Er bringt Licht ins Dunkel. «Im Haus lebte ein Ehepaar.» Der Mann starb 2018, seine Frau Anfang September. Beide seien im Schützenverein gewesen, sie sogar mal Präsidentin. Die Söhne des Mannes hätten das Haus geerbt, und am Samstag sei dort «ein wenig geräumt» worden. Da sei der Sprengstoff gefunden worden.
«Sie waren beide sehr lieb»
An böse Absicht denkt Dominges P. nicht. «Gar nicht, die waren beide sehr lieb. Ich war schon überrascht, dass so etwas Gefährliches gefunden wurde.» Er habe die beiden ja ab 2001 gekannt – seither wohnte er hier. «Aber von Sprengstoff habe ich nichts gewusst – wohl auch seine Frau nicht.» P. mutmasst: «Vielleicht hatte er den Sprengstoff noch vom Militär.» Am Garagentor seines Nachbarhauses, in dem der Sprengstoff gefunden wurde, steht auf einem rot-weissen Schild: «Achtung, Schiessgefahr.» Wieso diese Tafel da hängt – unklar.
Schlussendlich ist Dominges P. froh, dass er wieder zu Hause leben kann. «Eigentlich habe ich mir nur Sorgen um unser neues Dach gemacht», sagt er. «Es wäre schade gewesen, wenn es in die Luft gegangen wäre. So ein Risiko besteht bei Sprengstoff ja immer.»
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