Umstrittenes Erbe von Viola Amherd: Frauenquote für Sportverbände soll wieder weg!
Umstrittenes Erbe von Viola Amherd
Frauenquote für Sportverbände soll wieder weg!
Seit letztem Jahr gilt für nationale Sportverbände eine Geschlechterquote von 40 Prozent in den Leitungsgremien. Auch lokale Vereine müssen sich mit der Thematik befassen, was vielerorts für Ärger sorgt. Der Nationalrat will die Vorgaben nun streichen.
Publiziert: vor 8 Minuten
Darum gehts
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- Frauenquote für Sportverbände soll abgeschafft werden
- Nationalrat stimmt Motion mit 109 zu 81 Stimmen zu
- Nun muss Ständerat entscheiden
Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor
Es ist ein Erbe von Ex-Bundesrätin Viola Amherd (64), welches nun bereits wieder beerdigt werden soll: Eine Geschlechterquote für die höchsten Leitungsgremien von Sportverbänden, die auf Bundesgelder angewiesen sind.
Für nationale Sportverbände gilt seit 2025, dass beide Geschlechter mit je mindestens 40 Prozent im Vorstand vertreten sein sollen. Erreicht er dies nicht, muss er erklärbare Gründe dafür vorbringen. Für lokale Vereine hingegen gilt eine von Swiss Olympic festgelegte Branchenlösung. Diese beinhaltet zwar keine direkte Quotenvorgabe, doch sie müssen seit diesem Jahr eine «individuelle Geschlechterquote» in den Statuten verankern und die Thematik weitergehend behandeln. Ein Umstand, der in vielen Vereinen für Ärger sorgt, da es auch schon so schwierig genug ist, genügend Vorstandsmitglieder zu finden.
«Nicht zielführend»
Im Nationalrat fanden entsprechende Klagen nun Gehör. Mit 109 zu 81 Stimmen bei sechs Enthaltungen hat er eine Motion von SVP-Nationalrätin Stefanie Heimgartner (39) angenommen, welche die Frauenquote aus der entsprechenden Sportförderungsverordnung streichen will.
«Für mich ist eine Quote eine Beleidigung», machte Heimgartner in der Debatte klar. Die Geschlechterquote sei «nicht zielführend». Ja, man tue den Frauen auch keinen Gefallen damit, würden fähige Frauen doch plötzlich den Stempel «Quotenfrau» aufgedrückt bekommen. «Frauen sind nicht darauf angewiesen, dass der Staat ihnen einen Sitz reserviert», zeigte sich die Aargauerin überzeugt. Jeder Club sei anders, deshalb müsse man die Verantwortung auch bei diesen lassen. Starre Vorgaben seien je nach Sportart sogar realitätsfremd. Jeder Verband solle auf freiwilliger Basis selber entscheiden, ob er eine Geschlechterquote einführen wolle.
«Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Disziplin und Grösse der Organisation erheblich, und in manchen Fällen stehen kaum Personen zur Verfügung, die bereit sind, eine Leitungsfunktion zu übernehmen, weshalb die Rekrutierung nicht zusätzlich durch Quoten erschwert werden sollte», hatte sich in einer Mitteilung auch die zuständige Kommission für die Motion ausgesprochen. Allerdings nur knapp mit 12 zu 10 Stimmen bei drei Enthaltungen für die Motion ausgesprochen.
Die Minderheit hingegen betonte vergeblich, dass die Untervertretung der Frauen messbar sei und mit der Festlegung von Quoten für von der Allgemeinheit finanzierte Organisationen der strukturelle Wandel gefördert werden könne. Dank der Quote werde auch die Missbrauchsprävention besser berücksichtigt.
«Wir reden nicht über einen starren Zielwert für alle», sagte Grünen-Nationalrätin Florence Brenzikofer (51, BL). Bei lokalen Vereinen seien 40 Prozent zwar ein Zielwert, aber nicht verbindlich vorgegeben. Man dürfe nun nicht mitten in der Umsetzung den Stecker ziehen. «Wir wollen gemischte Gremien in Vereinen und Verbänden.»
Mitte-Sportminister Martin Pfister (63) stellte sich ebenfalls gegen den Vorstoss. Bein den nationalen Verbänden sei die Vorgabe schon zu über 90 Prozent umgesetzt, sagt er. «Für Einzelfälle gibt es eine praxisnahe Ausnahmeregelung.» Und für lokale Vereine gebe es keine materielle Vorgabe, hier werde auf Selbstregulierung gesetzt.
Amtszeitbeschränkung bleibt
Heimgartner durfte am Dienstag noch einen weiteren Erfolg feiern. Auch die von Amherd eingeführten Amtszeitbeschränkungen in Leitungsorganen von Sportverbänden sollen fallen. Auch hier fordert Heimgartner Freiwilligkeit. Der Nationalrat hat diesem Vorstoss mit 109 zu 80 Stimmen bei sechs Enthaltungen zugestimmt.
Für die nationalen Sportverbände empfiehlt Swiss Olympic derzeit eine Amtszeitdauer von maximal 12 Jahren. Für die übrigen Organisationen gibt es keine fixe Vorgabe. Sie müssen in ihren Statuten aber eine Regelung der Amtszeitbeschränkung vorsehen.
Beide Vorstösse kommen nun in den Ständerat. Stimmt dieser zu, muss Pfister die Sportförderungsverordnung entsprechend anpassen.
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