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Tuesday, October 27, 2026

Wahlverlierer Bolsonaro ist offenbar in die USA geflüchtet

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  • Flávio Bolsonaro (45) ist nach seiner Wahlniederlage offenbar aus Brasilien in die USA geflüchtet.
  • Die Bundespolizei prüft, ob er trotz richterlichem Ausreiseverbot das Land verlassen hat.
  • Er hätte seine Pässe innert 24 Stunden abgeben müssen, die Frist lief offenbar ungenutzt ab.

Nach seiner verlorenen Präsidentschaftswahl soll Flávio Bolsonaro aus Brasilien geflohen sein. Mehrere Medien berichten, der 45-Jährige sei auf dem Weg in die USA. Bestätigt ist das bisher nicht. Die brasilianische Bundespolizei prüft nun, ob Bolsonaro das Land trotz eines richterlichen Ausreiseverbots verlassen hat.

Auslöser ist wohl eine Anordnung von Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gerichtshof: Bolsonaro hätte seine Reisepässe innert 24 Stunden abgeben müssen. Die Dokumente wurden zudem annulliert, eine Ausreise wurde ihm untersagt. Doch die Frist lief offenbar ab, ohne dass Bolsonaro die Pässe übergeben hätte.

Verfahren wegen mutmasslicher Geldwäsche

Gegen den Senator und seinen Anwalt Willer Tomaz läuft ein Verfahren wegen mutmasslicher Geldwäsche. Es geht unter anderem um die Finanzierung des Films «Dark Horse» über Bolsonaros Vater, Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Flávio Bolsonaro bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet die Massnahmen als ungerechtfertigt.

Gegen Flávio Bolsonaro wird wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts ermittelt. Es geht um die Finanzierung des Films «Dark Horse» über seinen Vater Jair Bolsonaro (im Bild).

Gegen Flávio Bolsonaro wird wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts ermittelt. Es geht um die Finanzierung des Films «Dark Horse» über seinen Vater Jair Bolsonaro (im Bild).imago images/Agencia EFE

Noch am Montag hatte Bolsonaro in einem Video gesagt, er werde die Pässe abgeben und sich juristisch wehren. Er habe nie vorgehabt, Brasilien zu verlassen. Spekulationen gab es dennoch: Ein Privatjet wurde am Flughafen Puerto Iguazú nahe der argentinischen Grenze gesichtet.

Offenbar keine Flucht über Argentinien

Argentinien dementierte jedoch Berichte über eine mögliche Flucht über das Nachbarland. Laut Präsidialbüro wurde keine Einreise Bolsonaros registriert. Auch ein Asylantrag liege nicht vor.

Bei der Stichwahl am Sonntag unterlag Bolsonaro Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva mit 48,2 zu 51,8 Prozent. Seine rechte Partei erkannte Lulas Sieg an. Bolsonaro selbst räumte die Niederlage bisher nicht ausdrücklich ein und hatte zunächst betont, er wolle die Wahl annullieren lassen. Im Januar endet seine Amtszeit als Senator – und damit seine parlamentarische Immunität.

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Reto Bollmann

Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

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