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Wednesday, September 9, 2026

Morris findet XXL-Steinpilz: Darum spriessen die Giganten

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  • In der Schweiz werden derzeit grosse Pilze gefunden – darunter ein Riesenbovist von zwei Kilogramm in Appenzell Ausserrhoden.
  • Die Brüder Alex und Morris fanden im Tessin bei Ascona einen Steinpilz mit einem Gewicht von 2,7 Kilogramm.
  • Das abwechslungsreiche Wetter mit Gewittern und Sonnentagen hat die Pilzsaison nach einem trockenen Start gerettet.

Die Brüder Alex und Morris haben am Sonntag im Tessin einen aussergewöhnlichen Fund gemacht. Bei der Pilzsuche in einem Wald oberhalb von Ascona fanden sie einen Steinpilz, der 2,7 Kilogramm wiegt. «Ich gehe seit acht Jahren jedes Wochenende auf Pilzsuche, aber so einen grossen hatte ich noch nie», sagt Morris gegenüber 20 Minuten.

Morris verarbeitet den Pilz nun zu Steinpilz-Gewürz. Im Moment liegen kleine Stücke des Pilzes zum Trocknen auf der Terrasse. Später kommen sie noch in eine Trocknungsmaschine. «Sobald die Stücke trocken sind, kann ich sie zermahlen. Dann habe ich ein geruchsintensives Pulver», sagt Morris. Er verwendet es etwa für Risotto, Pasta und andere Gerichte. Dies macht er, da der Pilz bereits überreif sei und so das Risiko für eine Eiweissvergiftung gross ist.

«Noch nie so einen Pilz gefunden»

Auch im Kanton Appenzell kam es zu einem spektakulären Fund. «Zum ersten Mal habe ich einen Riesenbovist gefunden», so Pilzkontrolleur Silvan Gemperle zu 20 Minuten. Den genauen Fundort hat er 20 Minuten nicht mitgeteilt, nur dass es im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist. «Es ist ein Geheimort von mir zum Pilzesammeln.» Der gefundene Riesenbovist wiegt gut zwei Kilogramm. «Ein solcher Pilz kann bis zu vier Kilogramm schwer werden.»

Das Ehepaar hat insgesamt elf Riesenbovisten gefunden.

Das Ehepaar hat insgesamt elf Riesenbovisten gefunden.20min/News-Scout

Durch die Trockenheit ist die Pilzsaison dieses Jahr sehr schlecht gestartet. «Die Pilze sind sehr spät gewachsen», so Gemperle. Durch den Regen und die Gewitter der letzten Zeit ist die Pilzsaison nun gerettet. «Die Gewitter, die durchziehen, und die sonnigen Tage bringen die Pilze zum Wachsen.»

Konkret gesagt, braucht ein Pilz zum Wachsen feuchte Böden sowie Sonneneinstrahlung. «Das Naturereignis, dass so viele riesige Pilzfunde gemacht werden, ist ein Zufall, kann aber auch dem abwechslungsreichen Wetter zu verdanken sein», sagt der Pilzkontrolleur.

Sammelst du Pilze?

Giftige und psychedelische Pilze im Körbli

Pilzkontrolleure helfen Hobby-Sammlern, ihre Funde zu bestimmen. Silvan Gemperle sagt: «Die Pilzsammler kommen mit ihrem Korb voll Pilzen zu mir. Ich suche nach Speisepilzen und solchen, welche man nicht essen darf.» Oft werde er auch gefragt, was sich daraus kochen lasse. Hin und wieder seien giftige oder psychedelische Pilze dabei. «Die meisten Speisepilze haben einen ähnlich aussehenden Zwilling, den man nicht essen sollte», sagt Gemperle.

Pilzkontrolleur Silvan Gemperle hilft Hobby-Sammlern, ihre Funde zu bestimmen.

Pilzkontrolleur Silvan Gemperle hilft Hobby-Sammlern, ihre Funde zu bestimmen.20min/News-Scout

Dass Pilze derzeit besonders gross werden, liege am Wetter und an der Schonzeit. «In der Schweiz haben wir das Glück, dass die Pilze eine Schonzeit haben. So können sie sehr gross werden», sagt Morris. Er lebte eine Zeit lang in Italien und sammelte dort Pilze. Dort gebe es weniger Regeln, deshalb werden die Pilze dort oft nicht so gross. In der Schweiz seien die Chancen besser: «Ich kenne jemanden, der vor drei Jahren in Graubünden einen 3,5 Kilogramm schweren Steinpilz gefunden hat.»

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Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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