Abstimmung Kanton Bern – Berner Bildungsinitiative dürfte deutlich abgelehnt werden

- Die Trendrechnung der SRF-Regionalredaktion Bern Freiburg Wallis sagt ein deutliches Nein voraus.
- Fünf von zehn Verwaltungskreisen lehnen die Initiative bereits ab.
- Die Bildungsinitiative eines Komitees rund um den Berufsverband Bildung Bern will die Qualität der Bildung in der Kantonsverfassung verankern.
- Regierung, Parlament und mehrere Wirtschaftsverbände sprachen sich dagegen aus.
«Die Schwäche der Initiative ist, dass sie zwar ein Versprechen macht, aber keine konkreten Massnahmen einfordert», so die Einschätzung von SRF-Bern-Korrespondent Samuel Burri. «Die Gegner wiederum warnen vor konkreten finanziellen Folgen. Das dürfte im mehrheitlich bürgerlichen Kanton Bern besser funktionieren.»
Bern-Korrespondent: «Kein Nein zu Investitionen in Bildung»
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Eine Einschätzung von SRF-Bern-Korrespondent Samuel Burri: «Gute Bildung wollen alle – linke und rechte Parteien, Lehrerinnen und Gewerbetreibende. Doch was genau Bildungsqualität bedeutet, das ist schwierig zu definieren. Und das war die Schwäche der Berner Bildungsinitiative: Sie war zu allgemein formuliert und die Auswirkungen wurden zu wenig klar.
Gegenstimmen der Initiative warnten vor Mehrkosten im Bildungsbereich. Das war ein einfaches und greifbares Argument. Das Initiativkomitee konnte dieses Argument nicht entkräften. Trotz einem vielfach höheren Budget im Abstimmungskampf als bei den Gegnern.
Das Nein ist nicht als Votum gegen Investitionen in die Bildung zu verstehen. Vielmehr ist es ein Nein zu einem Verfassungsartikel, bei dem für viele Stimmberechtigte unklar blieb, was er am Ende tatsächlich bewirken würde.«
Nein-Trend von um die 60 Prozent
Die Trendrechnung der Regionalredaktion Bern Freiburg Wallis von SRF bestätigt die Tendenz. Laut Trend zeichnet sich bei der Berner Bildungsinitiative ein deutliches Nein ab. Es ist mit einem Nein-Stimmen-Anteil von um die 60 Prozent zu rechnen.
Auch alle fünf bisher ausgezählten Verwaltungskreise lehnen die Initiative ab: Biel, Oberaargau, Obersimmental-Saanen, Frutigen-Niedersimmental und Interlaken-Oberhasli sagen Nein. Mit 76.8 Prozent fiel das Nein in Obersimmental-Saanen am deutlichsten aus, am knappsten in Biel mit rund 56 Prozent Nein-Stimmen.
Die Bildungsinitiative wollte, dass in der Kantonsverfassung künftig ausdrücklich geschrieben steht, dass Kanton und Gemeinden für eine Bildung von hoher Qualität sorgen und die notwendigen Mittel dafür zur Verfügung stellen. Dahinter stand der Lehrpersonenverband Bildung Bern.
- Ein Vorschlag von Bildung Bern war etwa, die Schulsekretariate auszubauen, damit sich die Lehrpersonen mehr dem eigentlichen Unterricht widmen können.
- Ein zweiter Vorschlag: Quereinsteigende sollen besser ausgebildet werden.
Die Befürworterinnen und Befürworter argumentierten, eine gute Bildung sei das Fundament für den Wohlstand in der Schweiz.
Kanton Bern gegen Initiative
Die Regierung stellte sich gegen das Anliegen. Der Kanton Bern habe in den vergangenen Jahren bereits viele Massnahmen ergriffen, um die Qualität der Schulbildung zu garantieren, argumentiert Regierungsrat Reto Müller (SP).
Ausserdem habe der Kanton bereits weitere Massnahmen aufgegleist, etwa um die Schulsekretariate aufzustocken und so die Lehrpersonen zu entlasten.
Abstimmungsdossier
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Hier finden Sie News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 27. September 2026.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 27.9.2026, 12:03 Uhr ; lana/fise;liea;gygm;stes/sda
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