56 Massnahmen – das sind Röstis Pläne nach dem Hitzesommer

- 56 Massnahmen umfasst die Klimaanpassungsstrategie, die der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat.
- Sie geht von einer globalen Erwärmung um drei Grad aus, in der Schweiz wären das rund 4,9 Grad.
- Wohnungen sollen bei Hitze angenehm bleiben, bei Klimaanlagen setzt der Bund auf Eigeninitiative.
Der Hitzesommer hatte die Schweiz monatelang im Griff und auch wenn die Temperaturen zuletzt merklich gesunken sind, ist das Problem der Trockenheit noch längst nicht gelöst. Viele Grundwasserspiegel sind auf historisch tiefem Niveau.
Um für künftige Hitze- und Trockenphasen besser vorbereitet zu sein, hat der Bundesrat heute 56 Massnahmen verabschiedet (siehe Box).
Bund rechnet mit Erderwärmung von drei Grad
Die Strategie orientiert sich an einer weltweiten Erwärmung um drei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Für die Schweiz würde dies laut den Klimaszenarien einen Temperaturanstieg von durchschnittlich rund 4,9 Grad bedeuten. Der Bund spricht im Bericht übrigens explizit vom «Klimawandel». Kürzlich sorgte eine Geschichte für Schlagzeilen, wonach Bundesrat Röstis Generalsekretär das Wort aus dem Vokabular seines Departements strich.
Diese 56 Massnahmen will der Bund
Besonders im Sommer dürften die Folgen der Veränderung spürbar werden. Hitzeperioden werden häufiger, länger und intensiver. Gleichzeitig steigt das Risiko von Trockenheit und Wasserknappheit. Auch Hochwasser, Murgänge und andere Naturgefahren stellen die Schweiz vor neue Herausforderungen.
Wohnungen sollen trotz Hitze bewohnbar bleiben
Ein Schwerpunkt liegt beim Schutz vor Hitze. Der Bund will Grundlagen erarbeiten, damit Wohnungen auch bei hohen Aussentemperaturen möglichst angenehm bleiben. Dazu gehören Empfehlungen für Beschattung, Begrünung und natürliche Durchlüftung.
Auch Städte und Gemeinden sollen Unterstützung erhalten, um Siedlungen besser an die Hitze anzupassen. Bäume, Grünflächen und entsiegelte Böden können dabei helfen.
Mehr Schutz vor Trockenheit und Hochwasser
Beim Wasser plant der Bund eine nationale Strategie. Sie soll klären, wie Wasser bei zunehmender Trockenheit nachhaltig genutzt werden kann. Auch der Schutz von Gewässern und der Trinkwasserversorgung gehört dazu.
Gleichzeitig sollen Warnsysteme für Naturgefahren verbessert werden. Neue Technologien und genauere Daten sollen helfen, Risiken früher zu erkennen.
In der Landwirtschaft setzt der Bund unter anderem auf widerstandsfähigere Pflanzensorten und eine bessere Bewirtschaftung der Böden. Auch der Tourismus soll sich verändern. Er soll sich hin zu Angeboten entwickeln, die weniger saisonal sind, damit Bergregionen weniger stark vom Schnee abhängig sind.
Wie beurteilst du das 56-Massnahmen-Paket des Bundes gegen Hitze, Trockenheit und Naturgefahren?
Der Aktionsplan deckt die Jahre 2026 bis 2031 ab. Die Strategie macht den Kantonen und Gemeinden keine direkten Vorgaben. Für viele konkrete Anpassungen sind sie selbst zuständig. Der Bund will sie mit Fachwissen, Koordination und Förderprogrammen unterstützen.
Grüne kritisieren Plan als mutlos
In einer ersten Reaktion nennen die Grünen den Plan wenig ambitioniert und sprechen von «Augenwischerei». «Was Albert Rösti hier vorlegt, ist, sofern es überhaupt neu ist, mutlose Pflasterpolitik.» Sie fordern den Ausstieg aus den fossilen Energien mit einem «ambitionierten Fahrplan».
Stefan Lanz (sla) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Er ist Bundeshausjournalist mit langjähriger Erfahrung.
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