Dinosaurier-Forschung – Verhungert oder verbrannt: Woran starben die Dinos?

Vor 66 Millionen Jahren erlebte unser Planet eine seiner bislang grössten Naturkatastrophen: Ein Asteroid donnerte über dem heutigen Mexiko auf die Erde und löschte das Leben praktisch aller Dinosauriergruppen aus. Aber woran starben die Tiere genau?
Ein jahrzehntelanger Streit
Durch die Wucht des Einschlags wurden Gesteinsteilchen in die Atmosphäre geschleudert, flogen um die Erde, und fielen wieder zu Boden. Sie verteilten sich auf dem ganzen Planeten – noch heute ist die Schicht zu finden.
Während grössere Gesteinsbrocken schnell wieder zurück auf die Erde flogen, blieben Feinstaub und andere Chemikalien wie Schwefel über Jahre in der Atmosphäre und verdunkelten die Erde. In dieser jahrelangen Nacht konnten Pflanzen keine Photosynthese mehr betreiben und starben ab. So fehlte es vielen Dinosaurierarten an Futter.
Der tödliche Asteroid
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Dass der Einschlag eines Himmelskörpers am Ursprung des Aussterbens der Dinosaurier stand, ist in der Wissenschaft grösstenteils unbestritten. Die Forschung geht davon aus, dass es sich um den Einschlag beim Chicxulub-Krater handelte, auf der heutigen Mexikanischen Halbinsel Yucatán.
Der Asteroid hatte demnach einen Durchmesser von rund 13 Kilometern. Er hätte also die gesamte Stadt Zürich sowie Teile des Zürichsees abgedeckt. Er war so gross, dass er die Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen überragt hätte.
Entscheidend für seine Zerstörungskraft war aber vor allem das ungeheure Tempo: Der Brocken traf die Erde laut Schätzungen mit einer Geschwindigkeit von 20 km/s. Er hätte also die Strecke zwischen Bern und Basel in weniger als vier Sekunden zurückgelegt.
So lautet zwar die gängigste Hypothese. Einige Forschende sind aber überzeugt: Die meisten Dinosaurier sind nicht über Jahre hinweg verhungert, sondern innert weniger Stunden verbrannt.
Der Planet als Backofen
Die grösseren Gesteinskügelchen, die nach wenigen Stunden wieder in die Atmosphäre eintraten, erzeugten nämlich eine enorme Hitze. Wie bei einer Rakete, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zu glühen beginnt. Bislang ging die Forschung davon aus, dass diese Hitzestrahlung nur in Einschlagnähe stark genug war, gleich nochmals Verwüstung anzurichten.
Eine aktuelle Studie der Purdue University aus den USA zeigt nun aber auf, dass sich in der Atmosphäre zudem eine Staubschicht gebildet hat, die sich schon in den ersten Stunden weit oben befand, über der glühenden Zone der grösseren Gesteinspartikel. Als Folge konnte die Hitze auf der Erde nicht mehr ins All entweichen – etwa wie wenn man einen Deckel auf einen Spaghettitopf legt.
Dadurch wurde der Planet zum Backofen: Die Strahlung wurde auf der Oberfläche weltweit so gross, dass sich die Pflanzenfauna und womöglich indirekt Wälder entzündeten und Tiere ob der unerträglichen Hitze verbrannten.
Das Rätsel bleibt
Die Forschenden argumentieren mit einer neuen Berechnung, wonach sich die Gesteinskügelchen und der übrige Dampf beim Wiedereintritt in die Atmosphäre trennten: Die schweren Kügelchen fielen durch, der Feinstaub blieb darüber hängen. Als Beleg verweisen sie auf Funde in den USA: Dort liegen Kügelchen und Staub von jener Zeit sauber übereinander statt vermischt. Beides sei also getrennt und nacheinander gefallen. Die Studienautoren stehen in einer Forschungslinie, die sich seit Jahrzehnten für die Feuerhypothese einsetzt.
Sie bleiben aber in der Minderheit: Das Überlebensmuster der verschiedenen Artengruppen passt nach wie vor sehr gut zur Hypothese, dass das jahrelange Fehlen der Nahrung einer Art nach der anderen das Ende bereitete. Hinzu kommt: Die Feuerhypothese erklärt nur die Folgen auf dem Land. Arten wie Krokodile oder rattenähnliche Säugetiere lebten ohnehin in Erdbauen oder im Wasser, und waren dadurch vor der Hitze besser geschützt, so die Forschenden.
Im Meer aber waren die Tiere vor der Hitze viel besser geschützt als auf dem Land. Warum dort trotzdem ein Grossteil des Planktons und mit ihm viele weitere Arten verschwanden, dazu kann die Feuerhypothese nichts sagen.
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