Strassenbelag aus Cashewnüssen? Das kommt jetzt nach Bern

- In Niederscherli BE testet der Kanton erstmals einen Strassenbelag mit Biobitumen.
- Der Baustoff besteht grösstenteils aus pflanzlichen Extrakten, etwa aus den Schalen von Cashewnüssen, und soll CO₂-Emissionen sowie Strassenlärm reduzieren.
- Für die Arbeiten wird die Schwarzenburgstrasse zeitweise einspurig geführt und später komplett gesperrt.
Die Schwarzenburgstrasse in Niederscherli (Köniz BE) soll leiser werden. Damit das gelingt, wird es dort zunächst einmal lauter. Denn der Abschnitt zwischen der Hausnummer 780 und dem Sportplatz bekommt einen neuen Belag verpasst. Statt des bisher verwendeten Bitumens (von Lateinisch «Erdpech») wird die Strasse künftig mit Biobitumen gedeckt sein. Dies zu Versuchszwecken, wie der Kanton schreibt. Der Einbau des Bioasphalts sei «ein Novum».
Was ist das Besondere am Biobitumen?
Der neuartige Baustoff bringt viele Vorteile, teilt die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern mit. So sei das Biobitumen etwa nachhaltiger als die klassische Variante. «Die Herstellung und der Transport von Biobitumen verursachen im Vergleich mit herkömmlichem Bitumen nur etwa ein Drittel der Emissionen und senkt damit den CO2-Ausstoss im Strassenbau deutlich.» Für die Herstellung der Biovariante werde auch kein Erdöl benötigt (siehe Box). Es bestehe grösstenteils aus pflanzlichen Extrakten, etwa aus den Schalen von Cashewnüssen. Zudem soll der damit geschaffene Asphalt leiser sein. Dies dank seiner feinkörnigen, offenporigen Struktur.

Bitumen: Bindemittel von Asphalt
Normalerweise wird Bitumen aus Rohöl gewonnen. Es dient beim Asphalt als Bindemittel, damit die verschiedenen Kiessorten gut zusammenkleben und nach dem Auftragen auch verhärten. Erst durch das Bitumen entsteht dann der Asphalt, über den Autos fahren. Der Stoff ist es auch, dem Strassen ihre Farben verdanken.
«Lärmmindernde Deckschichten stellen hohe Anforderungen ans Bitumen, und der Einbau eines solchen Belags aus Biobitumen ist weltweit ein Novum», schreibt der Kanton. In Stuttgart gibt es jedoch bereits Asphalt, für den die Flüssigkeit aus Cashew-Schalen als Bindemittel genutzt wird. Dabei steht aber vor allem der Nachhaltigkeitsaspekt im Vordergrund, wie SWR schrieb.
Strassenbelag aus Cashews: Eine gute Idee?
Neuer Belag, vorübergehende Änderungen im Verkehr
Bis das Biobitumen in Köniz erstmals befahrbar sein wird, dauert es noch etwas. Die für die Anpassung notwendigen Arbeiten beginnen am Montag, 7. September, und sollen bis Donnerstag, 10. September, andauern. Zunächst wird die Strecke nur wechselseitig einspurig befahrbar sein. An den beiden letzten Tagen (9. und 10. September) wird der entsprechende Abschnitt der Schwarzenburgstrasse ganz gesperrt sein. Nur die Trottoirs bleiben begehbar. Auch für Anwohnende werden keine Ausnahmen gemacht. Sollte das Wetter nicht mitspielen, verschiebt sich der Einbautermin jeweils um einen Tag, heisst es von Seiten des Kantons.
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