«Haben Sie kein Herz für Tiere?»: Rösti in der Arena kurz perplex

Darum gehts
- Die Feuerwerksinitiative will knallendes Feuerwerk in der ganzen Schweiz grundsätzlich verbieten.
- Leise Varianten wie Vulkane blieben für Private erlaubt, Grossfeuerwerke bräuchten eine kantonale Ausnahme.
- In der SRF-«Arena» gingen die Meinungen bei Tierschutz, Föderalismus und Gewerbe weit auseinander.
- Bundesrat Albert Rösti lehnt die Initiative ab, da Kantone und Gemeinden Feuerwerk schon heute einschränken dürfen.
Was genau steht zur Debatte? Das Komitee rund um Roman Huber möchte Feuerwerk, das knallt, schweizweit im Grundsatz untersagen. Leise Varianten wie Vulkane dürften Private weiterhin ohne Bewilligung zünden. Wer ein grosses Feuerwerk für einen Anlass von überregionaler Bedeutung plant, müsste künftig beim Kanton eine Ausnahme beantragen.
Das sagt Bundesrat Rösti
Für Albert Rösti schiesst die Initiative übers Ziel hinaus. Dass Feuerwerk negative Folgen hat, bestreitet der Bundesrat nicht, auch das Anliegen könne er nachvollziehen. Doch die Knallerei beschränke sich auf wenige Termine: «Es geht hier darum, dass das rund um den 1. August und Silvester stattfindet.» Wer betroffen sei, könne sich auf diese Daten einstellen. Ausserdem dürften Kantone, Städte und Gemeinden Feuerwerk bereits heute beschränken oder ganz untersagen. Rösti fragt sich, ob es nötig sei, ein solches Verbot, welches die Freiheit einschränke, auf Verfassungsebene zu regeln.
Das sagt Mitinitiant Roman Huber
Genau diese lokale Lösung hält Roman Huber für das Problem. Gezündet werde längst nicht nur an zwei Abenden im Jahr. Und wenn jede Gemeinde ihre eigenen Regeln habe, weiche man einfach ins Nachbardorf aus: «Da kommen dann beispielsweise Leute aus Oberehrendingen nach Unterehrendingen, um zu böllern, weil es in Oberehrendingen nicht mehr geht.» Im Visier habe die Initiative ohnehin nicht die offiziellen Grossfeuerwerke, sondern das wilde Knallen.
Das sagt Regina Durrer-Knobel von der Mitte
Regina Durrer-Knobel kann den Ärger über den Lärm grundsätzlich nachvollziehen. Die Nidwaldner Mitte-Nationalrätin stört sich aber am Weg über die Bundesverfassung. «Es kann nicht sein, dass wir solche Sachen über die Verfassung regeln», sagt sie. Ein Gesetz wäre aus ihrer Sicht der passendere Ort dafür.
Wie stehst du zu einem schweizweiten Verbot von lauten Feuerwerksböllern?
Das sagt Katja Schönenberger von Vier Pfoten
Auf der Befürworterseite stehen vor allem die Tiere im Zentrum. Katja Schönenberger, Chefin von Vier Pfoten Schweiz, betont, man wolle niemandem den Spass verderben – es gehe um Rücksicht gegenüber allen Lebewesen. Noch deutlicher wird SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser: «Tiere werden teilweise aus dem Winterschlaf gerissen und Menschen bekommen Panikattacken.» Letztlich müsse man Brauchtum und Feierfreude gegen den Schutz anderer abwägen.
Das sagt Daniel Bussmann von Pro Feuerwerk
Kritik am Initiativtext selbst übt Daniel Bussmann, Präsident des Vereins Pro Feuerwerk. Aus seiner Sicht bleibt offen, welche Feuerwerke künftig noch erlaubt wären. «Diese überregionalen Feuerwerke, was ist das?», fragt er. Eine klare Definition dafür fehle.
Mehr zu diesem Thema
Uneinig ist man sich auch bei den wirtschaftlichen Folgen. Lilian Studer, Präsidentin der EVP, sieht kaum Schaden fürs Gewerbe. Im Handel sei Feuerwerk meist nur ein Randprodukt. Hiesige Hersteller würden zudem hauptsächlich leise Produkte fertigen – und die blieben ja erlaubt, so die Aargauerin. Urs Furrer vom Schweizerischen Gewerbeverband räumt zwar ein, dass mit Feuerwerk kein grosses Geld verdient werde. Gerade für kleine Geschäfte auf dem Land sei es aber ein wichtiges Zusatzangebot.
Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?
Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.
Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
