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Wednesday, September 23, 2026

«Ich war noch fast nie so unglücklich auf dem Podest»

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Das Schweizer Team auf dem Podest des gemischten Staffelrennens in Montreal, bestehend aus Stefan Bissegger, Mauro Schmid, Stefan Küng, Marlen Reusser, Noemi Rüegg und Jasmin Liechti

Das Schweizer Team auf dem Podest des gemischten Staffelrennens in Montreal, bestehend aus Stefan Bissegger, Mauro Schmid, Stefan Küng, Marlen Reusser, Noemi Rüegg und Jasmin LiechtiIMAGO/Sirotti

Darum gehts

  • Stefan Küng erleidet bei der Rad-WM in Montreal nach vier Minuten einen Velodefekt und verliert rund 30 Sekunden.
  • Die Schweiz belegt im gemischten Staffelrennen Rang drei – nur 20 Sekunden hinter dem Sieger Italien.
  • Küng zeigte sich «ziemlich frustriert», überzeugt, dass die Schweiz ohne den Defekt Gold geholt hätte.

Mit einem «Wenn» lässt sich vieles anstellen. In Montreal bei der Rad-WM wäre ein «Wenn Stefan Küng nach vier Minuten kein mechanisches Problem gehabt hätte» allerdings weit mehr gewesen als Gedankenspiel: Die Schweiz hätte bei der WM wohl ihren zweiten Weltmeistertitel gefeiert.

Der Thurgauer verlor wegen eines Defekts an seinem Velo wertvolle Zeit. Küng selbst schätzte den Rückstand seines Teams auf rund 30 Sekunden. Italien gewann am Ende vor Frankreich, die Schweiz erreichte Rang drei. Der Abstand zur Spitze: 20 Sekunden.

«Ziemlich frustrierend»

«Ehrlich gesagt ist es ziemlich frustrierend, und ich glaube, ich war noch fast nie so unglücklich auf dem Podest einer Weltmeisterschaft», sagte Küng. «Ich hatte wirklich das Gefühl, meine Mannschaft im Stich gelassen zu haben und meinen Teil nicht beitragen zu können.»

Und weiter: «Aber Hut ab vor ihnen für die Art und Weise, wie sie gefahren sind. Es ist frustrierend! Ich hatte ein mechanisches Problem mit meinem Velo und konnte nicht weiterfahren. Die 20 Sekunden Unterschied wären in unserer Reichweite gewesen.»

«Danke den Mädels, dass sie die Medaille geholt haben!»

«Ohne Küngs Problem wäre die Schweiz vorne gewesen, oder?», fragte sich ein Mitglied des französischen Staffs am Fuss des Podests. Frankreich feierte Silber, doch diese Frage stand vor der italienischen Hymne im Raum.

Küng war überzeugt, dass die Schweiz den Rückstand hätte wettmachen können. «Ich habe Marlen (Reusser, d. Red.) dasselbe gefragt … Ich denke, mindestens dreissig Sekunden. Man entschied, nicht auf mich zu warten, aber auch dann hätten wir wohl noch weitere zehn Sekunden gutmachen können.»

Trotz des Rückschlags zeigte das Schweizer Team eine starke Leistung. Schon an der ersten Zwischenzeit lag es mit nur zwei Fahrern in Führung. «Und wir waren nicht im roten Bereich, wir machten genau das, was wir machen wollten», sagte Küng. «Danke den Mädels, dass sie die Medaille geholt haben!»

Schon letztes Jahr hatte die Schweiz Pech

Küng hatte sich nach dem Rennen bereits zum Teambus zurückgezogen. Erst danach wurde er für die Siegerehrung wieder abgeholt. Bei Weltmeisterschaften scheint dem Tudor-Profi das Pech immer wieder im Weg zu stehen.

Jasmin Liechti, die am Sonntag auf das Einzelrennen verzichtet hatte, um Kräfte für den Mannschaftswettkampf zu sparen, nahm den Defekt nüchterner hin. «Nach diesem Vorfall war unser Ziel einfach, alles zu geben», sagte die Bernerin. «Es war hart … Aber beim Velo kann immer etwas passieren. Das gehört zum Spiel. Und heute gab es wieder ein Problem …»

Schon vor einem Jahr hatte die Schweiz Gold knapp verpasst. Damals waren es Probleme bei Marlen Reusser und den Frauen, die den Schweizerinnen neun Sekunden kosteten. Dieses Mal blieb immerhin Bronze. Doch das Gefühl, dass weit mehr möglich gewesen wäre, dürfte bleiben.

Robin Carrel

Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.

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