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Wednesday, October 7, 2026

3. Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel: "Der Schmerz sitzt tief"

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Menschen gedenken dem Hamas-Angriff auf Israel

Stand: 07.10.2026 • 19:01 Uhr

Für Israel wird der 7. Oktober noch lange ein Trauma bleiben. Drei Jahre nach dem Hamas-Überfall fühlen viele in Israel nicht nur Trauer, sondern sind enttäuscht von den eigenen Behörden und der Weltgemeinschaft.

Julio Segador

Es sind die Beats von damals, die heute Morgen auf dem Festivalgelände von Re'im zu hören waren. Doch wo vor drei Jahren unbeschwert gefeiert wurde, herrschte heute eine bedrückende Stimmung. Hunderte Menschen versammeln sich, sie weinen, halten sich im Arm und blicken auf die Fotos der Ermordeten.

Drei Jahre sind vergangen, doch der Schmerz in der israelischen Gesellschaft sitzt tief, die Wunden sind nicht geheilt. Zur eigenen Trauer gesellt sich bei manchen eine tiefe Bitterkeit über die mangelnde Solidarität der Weltgemeinschaft.

Kampf gegen das Vergessen

So geht es auch Vered, die schon früh am Morgen zum Gedenken nach Re'im gekommen ist: "Ich empfinde furchtbare Traurigkeit und dass wir von der Welt im Stich gelassen werden und viele Lügen über Israel erzählt wurden. Wir stehen hier auf diesem Boden, auf dem dieses Verbrechen geschehen ist. Und die Welt soll die Wahrheit wissen, was wirklich passiert ist."

Die Brutalität des 7. Oktober 2023 ist im kollektiven Gedächtnis eingebrannt. Für die Angehörigen ist jeder Tag ein Kampf gegen das Vergessen.

Alleingelassen von den Behörden

Bezalel Slavin verlor damals seine Tochter auf dem Nova-Musikfestival. Die Details quälen ihn bis heute:

Um 9 Uhr rief mich jemand an. Und ein Hamas-Kämpfer sagte: Die Frau, die du suchst, ich habe ihr eben in den Kopf geschossen. Und das war keine Lüge. Ihr wurde in den Kopf geschossen.

Doch nicht nur der Verlust zermürbt, sondern auch das Gefühl, von den eigenen Behörden alleingelassen zu werden. Viele Familien fordern vergeblich Aufklärung über das beispiellose Sicherheitsversagen.

Auch Slavin wartet weiter. Er sagt, er habe keine Antworten erhalten. Keiner habe ihm erzählt, was genau passiert ist. "Ich weiß nicht einmal, wo sie gefunden wurde. Nichts. Drei Jahre ohne Antworten."

Wut auf Premier Netanjahu

Diese Wut auf die Institutionen und auf Premierminister Benjamin Netanjahu ist an diesem Jahrestag überall spürbar. Während der Regierungschef persönliche Konsequenzen ablehnt, fordern viele Bürger unmissverständlich seinen Rücktritt.

Der Rentner Dudu zieht in Re'im einen Vergleich aus der Wirtschaft. Dudu sagt über Netanjahu: "Er muss sie übernehmen, und er muss sagen: 'Ich trage die Verantwortung. Ich bin schuld'." Wenn es eine marode Fabrik gebe, dann beschuldige man nicht denjenigen, der vorher da war, oder die konkurrierende Fabrik. Der Geschäftsführer dieser Fabrik trete zurück - das sei das Natürlichste, was passieren müsse.

Überlebenswillen der Menschen

Israel ist am dritten Jahrestag tief gespalten. Dennoch gibt es Stimmen, die nach vorne blicken. Oppositionspolitiker Naftali Bennett betonte in Re'im das Versagen des Staates, lobte aber den Überlebenswillen der Menschen: "Das war ein kolossales Versagen des Staates Israel, der gegründet wurde, um die Juden in unserem Land zu verteidigen. Doch in jenen Minuten kamen junge Männer und Frauen aus ganz Israel herbei, um zu kämpfen, zu schützen und Leben zu retten. Eine Generation von Helden entstand, und wir sind es ihnen schuldig, unser Land stärker wiederaufzubauen und uns des Opfers würdig zu erweisen."

Ein stärkerer Wiederaufbau - das ist die Hoffnung für die Zukunft. Wenngleich am heutigen Tag vor allem die schmerzhafte Erinnerung an den dunkelsten Tag des Staates Israel dominiert.

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