Nach Derbypleite: Alarmstufe Rot am Bornheimer Hang
Beim FSV Frankfurt schrillen die Alarmglocken nach dem 1:2 im Derby gegen Eintracht Frankfurt II noch lauter. Nur einen Zähler holten die Bornheimer aus den letzten sechs Ligaspielen. Mittlerweile sind die Schwarz-Blauen im Abstiegskampf angekommen.

"Fußball ist auch eine Kopfsache": Dem FSV Frankfurt fehlt das Selbstvertrauen. IMAGO/Hartenfelser
Alarmstufe Rot bei den Schwarz-Blauen: Auch im Stadtduell hat der FSV Frankfurt seinen Abwärtstrend nicht stoppen können und befindet sich erstmals auf einem potenziellen Abstiegsplatz. "Die Mannschaft muss die Situation annehmen, dass wir jetzt erst mal Abstiegskampf haben", sagte der sichtlich enttäuschte Präsident Michael Görner nach dem 1:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt II.
Die gewiss vermeidbare, aber auch nicht unverdiente Niederlage im Derby ließ die Negativbilanz seit Mitte September auf fünf verlorene Partien und ein Unentschieden anschwellen. "In der zweiten Halbzeit hätten wir den Ausgleich verdient gehabt", bemerkte Görner nachvollziehbarerweise. Aber, das ist typisch für Teams, die sich im Tief befinden: "Es fehlt das Selbstvertrauen. Fußball ist auch eine Kopfsache."
In den letzten rund 20 Minuten war der FSV zwar überlegen und kam auch sechsmal zum Abschluss, doch es fehlte das entscheidende Quäntchen Entschlossenheit - mehr als ein Elfmetertor zu erzielen ist einfach zu wenig, es traf Cas Peters (85.). "Die Mannschaft muss sich das erarbeiten, erkämpfen, erzwingen", sagte Görner zum ersehnten Erfolgserlebnis, das der FSV zuletzt am 12. September hatte (2:1 in Ulm).
Mitgenommen war auch Geschäftsführer Robert Lempka. Trotzdem ist er überzeugt davon, dass bald die "sportliche Krise" überwindet wird. "Wir haben sowohl im Trainerteam als auch in der Mannschaft die Qualität, jeden Gegner in der Regionalliga Südwest zu schlagen", betonte Lempka und fügte hinzu: "Wir müssen die brenzlige Situation annehmen und uns aus dem Loch kämpfen."
Kleinhenz: "Ein Punkt wäre verdient gewesen"
Damit deutete der starke Mann beim FSV an, dass ein Kurswechsel von viel Ballbesitzfußball und hohem Pressing zu einer größeren defensiven Stabilität durchaus vielversprechend wäre. Allerdings ist diese keine Gewähr für Erfolg, denn in den ersten knapp 25 Minuten hatte die Eintracht klare Vorteile und ging folgerichtig verdient in Führung, da war die FSV-Verteidigung bisweilen nicht auf der Höhe. In Kapitän Tim Weißmann (gesperrt) und Lukas Gottwalt (angeschlagen) fehlten jedoch auch zwei Innenverteidiger, die 2025/26 ein Erfolgsgarant waren, aber diese Form in dieser Saison noch nicht erreicht haben.
Auch daran hat Trainer Victor Kleinhenz zu arbeiten. "Maximale Enttäuschung" sagte er zur sechsten Niederlage. "Mit den ersten 20 Minuten war ich gar nicht zufrieden." Dabei hatten die Spieler in der Trainingswoche ein gutes Gefühl gehabt. Im Ernstfall trat jedoch zunächst das Gegenteil ein. Zuversicht gibt Kleinhenz, dass die Mannschaft Moral gezeigt habe. "Ein Punkt wäre verdient gewesen."
Sein Trainerkollege Patrick Glöckner verließ freilich mit einem guten Gefühl die Spielstätte Bornheimer Hang, wo er selbst einmal aktiv war, als Spieler und Trainer (2002 bis 2008). "Es war das beste Spiel, was wir gemacht haben", sagte Glöckner zur ersten halben Stunde. Mehr als das Kopfballtor von Julian Etse wäre möglich gewesen (17.). Während der zweiten Halbzeit "hätten wir den Deckel draufmachen können", nach dem Treffer von Marvin Dills (49.) vergab Paul Wünsch eine hundertprozentige Chance (70.). So blieb es bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit spannend, ehe der zweite Sieg in Folge perfekt war. Glöckner: "Wir haben verdient gewonnen." Seinen Lauf kann der Aufsteiger bereits am Dienstag fortsetzen, im letzten Nachholspiel gastiert Eintracht II um 19 Uhr beim SC Freiburg II.
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