Diese Fahrgewohnheit kann deinem Motor schaden

Auto im Alltag
Diese Fahrgewohnheit kann deinem Motor schaden
Nur schnell zum Einkaufen, zur Arbeit oder zur Schule fahren: Was praktisch ist, kann für das Auto auf Dauer zum Problem werden. Ein US-Automechaniker mit 58 Jahren Berufserfahrung warnt vor den möglichen Folgen häufiger Kurzstrecken.
Publiziert: 10:38 Uhr
Gunda BosselSEO-Redaktorin
Wer sein Auto hauptsächlich für kurze Fahrten nutzt, denkt sich oft nichts dabei. Schliesslich wird der Motor dabei kaum beansprucht, oder? Ganz so einfach ist es nicht. Der US-Automechaniker Scotty Kilmer, der auf 58 Jahre Berufserfahrung zurückblickt, warnt vor den möglichen Folgen dieser alltäglichen Gewohnheit.
Entscheidend ist nicht allein, wie viele Kilometer man zurücklegt, sondern auch, wie lange der Motor läuft, bevor man das Auto wieder abstellt. Bei Fahrten von nur wenigen Minuten erreicht er möglicherweise nicht seine optimale Betriebstemperatur. Auf Dauer kann das den Motor belasten und die Wartungskosten erhöhen.
Warum Kurzstrecken zum Problem werden können
Wird der Motor regelmässig gestartet und wieder abgestellt, bevor er ausreichend warm ist, können sich Feuchtigkeit und Kraftstoffrückstände im Motoröl ansammeln. Bei längeren Fahrten erwärmt sich das Öl stärker, wodurch ein Teil der angesammelten Feuchtigkeit verdampfen kann. Bei häufigen Kurzstrecken ist dieser Prozess möglicherweise nicht ausreichend.
Ein möglicher Hinweis auf Kondenswasser ist eine weissliche, cremige Ablagerung an der Innenseite des Öleinfülldeckels. Gerade bei kalten Temperaturen und vielen kurzen Fahrten kann sie auftreten. Allerdings muss eine solche Ablagerung nicht automatisch auf einen Motorschaden hinweisen.
Kehrt sie regelmässig zurück oder verliert das Auto zusätzlich Kühlflüssigkeit, sollte eine Garage den Motor überprüfen. Denn auch ein ernsthafteres Problem kann dahinterstecken.
Wichtig ist ausserdem: Das Kühlwasser wird normalerweise schneller warm als das Motoröl. Selbst wenn die Temperaturanzeige bereits den normalen Bereich erreicht hat, bedeutet das deshalb nicht zwingend, dass alle Teile des Motors ihre optimale Betriebstemperatur haben.
Bei Dieselmotoren droht Ärger mit dem Partikelfilter
Besonders moderne Dieselfahrzeuge können unter häufigen Kurzstrecken leiden. Ihr Dieselpartikelfilter, kurz DPF, sammelt Russpartikel aus den Abgasen und muss diese regelmässig durch einen Vorgang namens Regeneration abbauen.
Dafür sind bestimmte Betriebsbedingungen erforderlich. Werden Fahrten häufig beendet, bevor die Regeneration abgeschlossen ist, kann sich zu viel Russ im Filter ansammeln. Im schlimmsten Fall leuchtet eine Warnmeldung auf und eine teure Reparatur wird nötig.
Auch Benzinmotoren sind nicht grundsätzlich vor den Folgen häufiger Kurzstrecken geschützt. Bei bestimmten Motoren mit Direkteinspritzung können sich beispielsweise Ablagerungen an den Einlassventilen bilden. Zudem beanspruchen häufige Kaltstarts verschiedene Motorkomponenten.
Warum auch die Autobatterie leidet
Nicht nur der Motor kann Probleme bekommen. Beim Starten benötigt das Auto Strom, den die Lichtmaschine während der Fahrt wieder nachladen muss.
Wer überwiegend Strecken von wenigen Minuten zurücklegt, gibt der Batterie unter Umständen nicht genügend Zeit, sich wieder aufzuladen. Im Winter verschärft sich das Problem, wenn zusätzlich Heizung, Licht und weitere elektrische Verbraucher eingeschaltet sind.
Die Folge zeigt sich häufig im ungünstigsten Moment: An einem kalten Morgen springt das Auto plötzlich nicht mehr an.
Was Autofahrerinnen und Autofahrer tun können
Gelegentliche längere Fahrten können helfen, den Motor und andere Systeme auf ihre vorgesehenen Betriebstemperaturen zu bringen. Wie lange eine solche Fahrt dauern sollte, hängt allerdings vom Fahrzeug, der Aussentemperatur und den Fahrbedingungen ab. Eine pauschale Regel, wonach jedes Auto eine bestimmte Zeit auf der Autobahn fahren muss, gibt es nicht.
Wer seinen Motor schonen möchte, sollte einige Punkte beachten:
- Bei kaltem Motor moderat fahren: Hohe Drehzahlen und starke Belastungen vermeiden, bis der Motor ausreichend warm ist.
- Nicht unnötig im Stand warmlaufen lassen: Besser ist es, nach dem Start schonend loszufahren, sofern die Betriebsanleitung nichts anderes vorgibt.
- Die Batterie im Blick behalten: Bei häufigen Kurzstrecken kann es sinnvoll sein, ihren Ladezustand überprüfen zu lassen.
- Regelmässig den Ölstand kontrollieren: Dabei auch auf auffällige Ablagerungen und Veränderungen achten.
- Warnmeldungen ernst nehmen: Besonders bei Problemen mit dem Dieselpartikelfilter sollte man sich an die Empfehlungen des Fahrzeugherstellers halten.
Die wichtigste Erkenntnis: Nicht nur die Anzahl der gefahrenen Kilometer zählt, sondern auch, wie das Auto genutzt wird. Wer überwiegend kurze Strecken zurücklegt, sollte mögliche Belastungen kennen und Wartungsempfehlungen ernst nehmen. Das kann helfen, unnötige Werkstattkosten zu vermeiden.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.
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