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Thursday, September 10, 2026

Bahnhöfe in Europa – Studie zeigt: Deutsche Bahnhöfe Flop – Schweizer Bahnhöfe top

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Ganz unten: Bremen hat den schlechtesten Hauptbahnhof von Europa. Dies ist zumindest das Fazit einer Studie. 63 Prozent der Züge sind in Bremen verspätet, die durchschnittliche Wartezeit beträgt 21 Minuten. Es gibt im Bahnhof weniger Einkaufsmöglichkeiten als andernorts. Die Verbindungen sind laut Studie schlecht. Regelmässig klagen Reisende über den Zustand des Umfelds – der Vorplatz sei ungepflegt und übel riechend. Andererseits gibt es genügend Automaten und Schalter für den Kauf von Tickets – hier holt der Bahnhof das Maximum an Punkten im European Railway Station Index.

Verspätungen als Problem: Deutschland belegt in der Studie die schlechtesten Plätze. Die regelmässigen Verspätungen der Deutschen Bahn führen an den Bahnhöfen zu Frustrationen und Chaos. Kein einziger deutscher Bahnhof schafft es in die oberen Ränge. Den zweitschlechtesten Platz im Ranking wiederum belegt ein Bahnhof in Österreich, nämlich der Bahnhof Wien Meidling. Dieser befindet sich rund drei Kilometer westlich des Wiener Hauptbahnhofs. In Wien Meidling verzweigen sich die Fernverkehrsstrecken, wobei ein Drittel der Züge verspätet verkehren. Im Bahnhof gibt es kaum Möglichkeiten, sich die Wartezeit zu vertreiben.

Was wird gemessen?

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Im Vergleich der Bahnhöfe wurden jene Punkte untersucht, die für die Passagiere relevant sind: Zuverlässigkeit, Wartezeiten, Zugänglichkeit, Ticketverkauf, Ausstattung, Anbindung, Wettbewerb und Mobilitätsoptionen.

Daraus hat der liberale Think Thank Consumer Choice Center (CCC) den European Railway Station Index berechnet. Die Studie vergleicht einige der 60 grössten europäischen Bahnhöfe.

Zürich ist top: Im internationalen Vergleich steht der Hauptbahnhof von Zürich ganz oben und schneidet besser ab als zum Beispiel Bern und Luzern. Im Durchschnitt wartet man am HB Zürich bloss eine Minute auf den Zug. In Luzern sind die Züge zwar pünktlicher, aber in Zürich ist das Angebot an Restaurants und Läden grösser. In Zürich gibt es etliche Aufzüge und Rolltreppen für den Komfort. Der Hauptbahnhof von Bern wiederum kommt im internationalen Vergleich auf Platz fünf, wobei zum Beispiel das Angebot an Informationen in Bern schlechter beurteilt wird als am HB Zürich.

Kleines Land als Vorteil: Dass die Schweizer Bahnhöfe und der Zugverkehr generell besser abschneiden als in anderen Ländern, ist das Resultat jahrzehntelanger Anstrengungen. Der Taktfahrplan mit regelmässigen Fahrzeiten erweist sich als Vorteil. Kein anderes Land investiert pro Einwohner so viel Geld in den Bahnverkehr wie die Schweiz.

Frankreich vor Deutschland: Die französischen Bahnhöfe schliessen im Vergleich viel besser ab als jene in Deutschland. Frankreichs Zugsystem funktioniert auf den Langstrecken zuverlässiger als das deutsche Netz, weil Frankreich frühzeitig ein separates, zentralisiertes Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut hat, während die Deutsche Bahn unter jahrelanger Unterfinanzierung, überlasteten Mischgleisen und einer komplexen Flächenstruktur leidet. Die Hochgeschwindigkeitszüge TGV in Frankreich fahren auf speziell dafür gebauten Trassen. Es kommen kaum langsame regionale Züge in die Quere. In Deutschland nutzen die ICE-Züge das gleiche Schienennetz wie der Nah- und Güterverkehr.

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  • Bild 1 von 4. Der Hauptbahnhof Bremen hat zwar eine eindrückliche Halle, aber die Infrastruktur wird schlechter beurteilt als andernorts. Bildquelle: Imago / Depositphotos.

    Passagierzug im Bahnhof mit Menschen, die auf dem Bahnsteig warten.
  • Bild 2 von 4. Wien Meidling: etwas trostlos. Dieser Bahnhof steht im Schatten des Wiener Hauptbahnhofs. Bildquelle: Imago / Eibner Europa.

  • Bild 3 von 4. Im Hauptbahnhof von Dortmund sind fast 74 Prozent der Züge verspätet, mit einer durchschnittlichen Wartezeit von gut 19 Minuten. Bildquelle: Imago / Zoonar / Stefan Ziese.

  • Bild 4 von 4. München Ost: Der Bahnhof hat wenig zu bieten. Bildquelle: Imago / Sven Simon.

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Polnische Bahn auf der Überholspur: Die polnischen Bahnhöfe schaffen es weit nach oben, mit Krakau und Breslau in den Top Ten. Tatsächlich erlebt die polnische Bahn die grösste Modernisierungswelle der Geschichte. Die polnische Regierung hat die Bahn zur strategischen Priorität erklärt und investiert so viel Geld in das Schienennetz wie noch nie. Im vergangenen Jahr transportierte die polnische Bahn fast 430 Millionen Passagiere, ein Höchstwert. Der polnische Fernverkehr steigerte die Passagierzahl innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent.

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