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Wednesday, October 14, 2026

Gibt es bald wieder bezahlbare Wohnungen in Zürich?

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  • Der extreme Druck auf dem Zürcher Wohnungsmarkt könnte laut ZKB allmählich nachlassen.
  • Grund dafür sind unter anderem mehr Leerwohnungen, mehr Bautätigkeit und eine tiefere Nettozuwanderung im Jahr 2026.
  • Von einer tatsächlichen Entspannung des Wohnungsmarkts will der Mieterinnen- und Mieterverband Zürich nicht sprechen. Die Schwankungen in der Leerwohnungsziffer seien zu klein, um wirklich spürbar zu sein.

Absage nach Absage, lange Warteschlangen bei Wohnungsbesichtigungen und Mietpreise, die in die Höhe schiessen: Seit Längerem beklagen Mietende im Kanton Zürich zahlreiche Hürden bei der Wohnungssuche. Gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) dürfte sich der Wohnungsmarkt nun leicht erholen.

Im Kanton Zürich stieg die Anzahl der Leerwohnungen nämlich im vergangenen Jahr von 0,48 Prozent auf 0,52 Prozent. Insbesondere in der Agglomeration gebe es immer mehr Leerwohnungen, während in der Stadt Zürich weiterhin wenige Wohnungen leer stünden.

«Gerangel an Besichtigungen dürfte nicht von heute auf morgen verschwinden»

Zudem sei die Bautätigkeit im Kanton gestiegen. Gleichzeitig liege die Nettozuwanderung im Jahr 2026 deutlich unter den Höchstwerten der vergangenen Jahre. «Das Gerangel an Besichtigungen dürfte nicht von heute auf morgen verschwinden, doch der ganz extreme Druck der vergangenen Jahre könnte sich allmählich abschwächen», heisst es im Bericht der ZKB.

Die jüngsten Entwicklungen werden wohl die langen Warteschlangen bei Wohnungsbesichtigungen nicht komplett verschwinden lassen. (Symbolbild)

Die jüngsten Entwicklungen werden wohl die langen Warteschlangen bei Wohnungsbesichtigungen nicht komplett verschwinden lassen. (Symbolbild)Reto Oeschger/Tamedia AG

Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die Mietpreise aus. So wurden gemäss ZKB bei den Angebotsmieten – also den Mietpreisen in Inseraten – vor einigen Jahren etwa in der Stadt Zürich noch Wachstumsraten von über 10 Prozent pro Jahr verzeichnet. Im vergangenen Jahr seien die Preise allerdings lediglich um 1,5 Prozent gestiegen.

Überregionale Entwicklungen prognostiziert

Dennoch erwartet die ZKB, dass die Bruttomieten künftig in ähnlichem Tempo weiter steigen dürften wie zuletzt. Auch dürften die Nebenkosten zunehmen. Die Kantonalbank macht unter anderem die erhöhten Energiepreise dafür verantwortlich.

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte macht die Kantonalbank einen Ausblick auf die Möglichkeit einer schweizweiten Entwicklung. Sollte sich der Wohnungsmarkt im Kanton Zürich allmählich beruhigen, könnte dies auch den Druck auf günstigere Ausweichkantone verringern. «Mit Verzögerung wäre somit auch in den umliegenden Kantonen wieder mit etwas Entspannung am Wohnungsmarkt zu rechnen», heisst es.

Da in den vergangenen Jahren viele Haushalte aufgrund des knappen Wohnraums in Kantone wie Aargau, Thurgau oder Schaffhausen zogen, stieg auch dort die Wohnungsnachfrage.

«Noch lange keine Entspannung im Wohnungsmarkt»

Auf Anfrage ordnet der Mieterinnen- und Mieterverband Zürich die Einschätzung der Zürcher Kantonalbank ein. Der leichte Anstieg der Leerstände ist aus Sicht des Verbands «noch lange keine echte Entspannung im Wohnungsmarkt». «Solche Schwankungen in der Leerwohnungsziffer sind zu klein, um für die Mieterinnen und Mieter spürbar und relevant zu sein», heisst es.

Um eine tatsächliche Entspannung herbeizuführen, brauche es verschiedene wohnungspolitische Massnahmen: «Viele Vermietende erwirtschaften eine höhere Rendite, als das Gesetz erlaubt, indem sie zu hohe Mieten verlangen.»

Verband reicht Mietpreisinitiative ein, um Mietrecht durchzusetzen

Gemäss Mieterinnen- und Mieterverband setzt da die Mietpreis-Initiative an, welche der Verband lanciert und eingereicht hat: «Um das geltende Mietrecht endlich durchzusetzen, sollen die Mieten automatisch und regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.» So könnten missbräuchlich hohe Mieten wirksam gesenkt und die Situation der Mieterinnen und Mieter nachhaltig verbessert werden.

Der Bundesrat lehnte die Initiative im September ab, unter anderem weil er einen Rückgang von Investitionen in den Wohnungsbau befürchtet. Er will der Initiative einen indirekten Gegenvorschlag gegenüberstellen. Die Umsetzung ist noch ausstehend.

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Lisa Arnold

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

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