Romandie im Bundesrat – Für Baume-Schneider geht es um den Zusammenhalt des Landes

- Für Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ist es wichtig, dass der Sitz von Guy Parmelin in der Romandie bleibt.
- Es gehe um den Zusammenhalt des Landes, so Baume-Schneider.
- Sie kritisiert Diskussionen über junge Mütter im Bundesrat als «peinlich».
Wenn Guy Parmelin durch eine Deutschschweizerin oder einen Deutschschweizer ersetzt würde, wäre Elisabeth Baume-Schneider die einzige Westschweizerin im Bundesrat. Aus ihrer Sicht würde das nicht genügen. Für Baume-Schneider ist es wichtig, dass zwei Westschweizer im Bundesrat sitzen. «Die Vertretung der Sprachregionen ist für die Romandie sehr wichtig», sagt die Bundesrätin in der SRF‑Samstagsrundschau. Es gehe um die Anerkennung von Diversität und Minderheiten. Zwar sitzt mit dem Tessiner Ignazio Cassis ein zusätzlicher Vertreter der lateinischen Schweiz im Bundesrat. Doch Baume-Schneider plädiert trotzdem für zwei Romands.
Wenn die Bundesversammlung eine Deutschschweizerin oder einen Deutschschweizer wählen würde, wäre die lateinische Schweiz «nur» mit dem Tessiner Ignazio Cassis und der Jurassierin Elisabeth Baume-Schneider vertreten.
Eine Premiere aber wäre das nicht: Seit der Gründung des Bundesstaates 1848 sassen mindestens viermal nur ein Romand und ein Tessiner im Bundesrat. In den ersten 20 Jahren war dies sogar die Regel. Nur ein Tessiner und ein Romand sassen letztmals in den 1960er-Jahren im Bundesrat (Roger Bonvin und Nello Celio).
«Die Anerkennung der Sprachregionen darf nicht einfach nur ein Slogan sein. Es geht um den Zusammenhalt der Schweiz. Und das ist für mich wichtig», so Baume-Schneider. Die Berücksichtigung der Sprachregionen sei nun zunächst Aufgabe der SVP, die das Bundesratsticket bestimmt. Anschliessend sei es Aufgabe der Bundesversammlung, die den oder die neue Bundesrätin wählt. Bundesrätin Baume-Schneider verweist auf die Bundesverfassung. Diese gibt vor, dass die Bundesversammlung bei der Wahl darauf Rücksicht nimmt, dass die Landesgegenden und Sprachregionen «angemessen» vertreten sind. «Alle müssen ihre Verantwortung übernehmen», so Baume-Schneider.
Amaudruz: «Demütigung», wenn Romandie nicht auf Ticket
Diese Woche hat die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz als Erste ihre Kandidatur bekannt gegeben für die Nachfolge von Guy Parmelin. In den Tamedia-Zeitungen sagte Amaudruz, es wäre für die Westschweiz eine Demütigung, wenn niemand aus der Romandie aufs Bundesratsticket kommen würde. Das seien die Worte von Amaudruz, sagt dazu Bundesrätin Baume-Schneider. «Sie ist jetzt im Wahlkampf und braucht die Wörter, die sie nötig hat, um zu zeigen, dass sie will und eine starke Frau ist.»
Kinderdiskussion «ist peinlich»
Heute sind nur zwei von sieben Bundesratsmitgliedern Frauen. Der Frauendachverband Alliance F hat diese Woche gefordert, dass die SVP ein rein weibliches Bundesratsticket beschliessen solle. Bundesrätin Baume-Schneider ihrerseits macht deutlich, dass für sie zwei Bundesrätinnen zu wenig sind. Sie kritisiert Diskussionen darüber, ob Mütter kleiner Kinder Bundesrätinnen sein könnten. «Ich finde das ein wenig peinlich», sagt Baume-Schneider. Sie selbst sei als Frau mit jungen Kindern Regierungsrätin im Jura gewesen. «Einen Mann mit kleinen Kindern fragt man nicht, wie er das organisiert.»
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