In eigener Sache – SRF baut 38 Vollzeitstellen bis 2027 ab

- SRF spart im Rahmen des SRG-weiten Transformationsprojektes Enavant 9.7 Millionen Franken bis 2027 ein.
- Insgesamt werden 38 Vollzeitstellen abgebaut.
- Die SRG muss bis 2029 insgesamt rund 270 Millionen Franken einsparen, hauptsächlich, weil der Bundesrat eine Reduktion der Medienabgabe beschlossen hat.
Rund 80 Millionen Franken müssen bereits bis 2027 eingespart werden, schreibt SRF in einer Medienmitteilung.
Im Transformationsprojekt Enavant seien nun die Stossrichtungen und die Höhe der benötigten Einsparungen für alle Regionaleinheiten und Bereiche festgelegt worden. Daraus habe das Leitungsteam SRF jetzt Massnahmen für das Jahr 2027 erarbeitet und zur Umsetzung freigegeben, heisst es weiter.
Abbau von 38 Vollzeitstellen
Insgesamt resultieren bei SRF Einsparungen von 9.7 Millionen Franken. Davon fallen 7.9 Millionen Franken direkt bei SRF an, weitere 1.8 Millionen Franken bei Produktionsleistungen für SRF.
Zu den Einsparungen gehört auch ein Abbau von 38 Vollzeitstellen. Davon kann rund die Hälfte über die natürliche Fluktuation abgebaut werden, schreibt SRF. In den übrigen Fällen kommt es zu Kündigungen oder Frühpensionierungen. Für Betroffene gilt der Sozialplan der SRG.
Anpassungen im TV
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Bei SRF 1 gibt es Anpassungen am Mittwoch und Donnerstag: Der lineare Sendeplatz von «Reporter» am Mittwochabend wird nicht weitergeführt. Die Marke «Reporter» wird stattdessen multimedial weiterentwickelt.
Der «Kulturplatz» übernimmt ab 2027 den Sendeplatz von «Reporter» zur Primetime um 21 Uhr und erhält damit mehr Sichtbarkeit. Die Sendung wird zudem stärker für Streaming weiterentwickelt. Auf dem bisherigen Sendeplatz um 22.25 Uhr folgen künftig Ausgaben von Reportagen wie beispielsweise «rec.» und «SRF Impact».
Der «DOK»-Sendeplatz am Donnerstag um 20.10 Uhr wird um weitere Inhalte ergänzt: Neben Dokumentationen sind neu auch alle Folgen von «Mona mittendrin», «Donat auf Achse» sowie «DOK»-Filme von RSI und RTS zu sehen.
Um weitere Einsparungen zu erzielen, ist bei tagesaktuellen News-Sendungen sowie bei «Kassensturz» und «Rundschau» eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Sprachregionen vorgesehen.
SRF senkt ausserdem die Herstellungs- und Produktionskosten bei diversen Formaten. Darunter fallen unter anderem Unterhaltungssendungen am Samstagabend, «SRF bi de Lüt» und «Late Night Switzerland» sowie «Einstein», «Puls», «Literaturclub» und Inhalte von SRF Impact. Zudem fokussiert SRF zwei Erstausstrahlungen künftig auf die Primetime – mit Ausnahme von Sportübertragungen.
SRF-Direktor Roger Elsener bedauert den Schritt: «Dass wir uns von geschätzten Kolleginnen und Kollegen trennen müssen, fällt uns schwer – ist aber aufgrund der Sparvorgaben leider unumgänglich. Bei SRF besetzen wir freie Stellen seit längerem nur noch restriktiv. Dadurch sind weniger Kündigungen nötig als bei früheren Sparpaketen. Darüber sind wir als Leitungsteam froh.»
Alle Angebotseinheiten betroffen
Von den Einsparungen und Personalmassnahmen bei SRF sind alle Angebotseinheiten – Information, Kultur, Gesellschaft und Wissen sowie Unterhaltung sowie die regionale Distribution betroffen – heisst es weiter. Gleichzeitig verfolgt SRF das strategische Ziel, alle Zielgruppen und damit auch das jüngere Publikum vermehrt zu erreichen.
Anpassungen im Radio
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Im Radio legt SRF den Fokus auf die 40 wirkungsstärksten Wochen des Jahres: Erstausstrahlungen von wöchentlichen Formaten werden ausschliesslich in dieser Zeit gesendet. Im Sommer oder über Feiertage werden stattdessen vermehrt Wiederholungen oder moderierte Musikprogramme eingesetzt. Betroffen sind unter anderem «International», «Samstagsrundschau» und «Spasspartout».
Mittelfristig werden die Kultursender Radio SRF 2 Kultur, RTS Espace 2 und Rete Due noch enger zusammenarbeiten und damit weitere Synergien nutzen. Gleichzeitig wird SRF das Kulturangebot für die digitalen Plattformen weiterentwickeln. Die konkrete Ausgestaltung wird in den kommenden Monaten erarbeitet. Der Standort in Basel steht dabei nicht zur Diskussion. Bei SRF Virus erfolgt eine Fokussierung auf digitale Plattformen; das lineare Programm wird mit reduzierten redaktionellen Ressourcen weitergeführt.
Angebote werden stärker auf Streaming und die zeitversetzte Nutzung ausgerichtet sowie für die neue Streaming-Plattform Play+ optimiert.
Einsparungen durch Einsatz von KI
Zudem sind im ganzen Unternehmen weitere Einsparungen durch den vermehrten Einsatz von KI oder eine Reduktion von Leistungen beispielsweise im Marketing, in der Markenführung oder bei den Archiven vorgesehen.
Roger Elsener fasst die Überlegungen zusammen: «SRF muss sparen. Das führt zu sicht- und hörbaren Veränderungen in unserem Angebot. Gleichzeitig nutzen wir diese Phase, um die digitale Transformation konsequent voranzutreiben. So stellen wir sicher, dass wir unseren publizistischen Auftrag auch künftig für die Menschen in der Deutschschweiz erfüllen und ihnen ein SRF bieten, das nah und relevant bleibt und sie auf allen Plattformen erreicht.»
Einsparungen im Bereich Angebot
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Der Bereich Angebot umfasst die national gesteuerten Genres Sport und Fiktion sowie Swissinfo, Play+, Audience & Angebotsportfolio, Accessibility Services und Data & AI Business. Insgesamt sind Einsparungen von 7.4 Millionen Franken vorgesehen, verteilt auf alle Regionaleinheiten, so SRF. Damit verbunden ist ein Abbau von 12 Vollzeitstellen.
Die Einsparungen werden primär über Anpassungen der Strukturen und Prozesse sowie die stärkere Nutzung von Synergien realisiert. Im Fokus stehen insbesondere die national gesteuerten Genres Sport und Fiktion. Dort werden Arbeitsweisen und Strukturen stärker auf die nationale Zusammenarbeit ausgerichtet, um Doppelspurigkeit abzubauen und Ressourcen effizienter einzusetzen, schreibt SRF. Ergänzend spart der Bereich Angebot bei den Sachkosten, beispielsweise durch Anpassungen im Einkauf fiktionaler Inhalte sowie bei den Sportrechten.
Dazu gehört unter anderem die bereits im vergangenen Juni kommunizierte Entscheidung, ab der Saison 2027/2028 keine Live-Spiele der Uefa-Champions-League mehr auszustrahlen.
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