Nach Boykott-Forderung: Nati setzt Zeichen vor Israel-Spiel

Darum gehts
- Die Schweizer Frauen-Nati trifft am 9. Oktober in der WM-Playoff-Quali auf Israel – das Hinspiel findet ohne Fans nahe Budapest statt.
- Einen Tag vor dem Spiel hält das Team eine Schweigeminute ab, um der Opfer aktueller Konflikte zu gedenken.
- Nati-Captain Lia Wälti erklärt: «Wir sind Fussballerinnen, aber zuerst sind wir Menschen.»
Die Frauen-Nati trifft auf das israelische Nationalteam – und zwar in der 1. Runde der WM-Playoffs (9. und 13. Oktober). Das Hinspiel findet in der Nähe von Budapest ohne Fans statt, während das Rückspiel dann in Sion ist.
Die Partie sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Ex-YB-Spielerin Noa Schärz forderte den SFV in einer langen Mail auf, die WM-Playoff-Spiele gegen Israel zu boykottieren. Die Nati-Spielerinnen Coumba Sow und Lourdes Romero likten den Post. Einen Boykott der Partie wird es nicht geben. Der SFV kommuniziert nun aber, dass die Spielerinnen ein gemeinsames Zeichen für Menschlichkeit setzen wollen.
Frauen-Nati «setzt Zeichen für Menschlichkeit»
Im Vorfeld des Abschlusstrainings am Tag vor dem Spiel gegen Israel hat sich die Frauen-Nati zusammen mit dem Staff zu einer Schweigeminute versammelt. Die Aktion ist gemäss Verbandsmitteilung von den Spielerinnen und dem Staff gemeinsam beschlossen worden. «Damit möchte das Team der unschuldigen Opfer von aktuellen Konflikten und Kriegen in der Welt gedenken und ein Zeichen für Frieden, Menschlichkeit und gegen Gewalt an Zivilpersonen setzen», schreibt der SFV.
Das Team habe sich zu Beginn des Zusammenzugs mit dem besonderen Kontext rund um die beiden kommenden Partien auseinandergesetzt. Den Beteiligten sei es wichtig gewesen, eine Form zu finden, die dem menschlichen Leid Rechnung trage, ohne die sportliche Vorbereitung aus dem Fokus zu verlieren. «Die Aktion ist deshalb bewusst als gemeinsames Zeichen des Mitgefühls und des Respekts gedacht», so der Verband.
In der Medienmitteilung wird auch Lia Wälti zitiert. «Wir sind Fussballerinnen, aber zuerst sind wir Menschen», erklärt der Nati-Captain darin. «Das Leid der Zivilbevölkerung, insbesondere von Kindern, lässt uns nicht unberührt. Mit dieser Schweigeminute wollten wir einen Moment schaffen, in dem wir gemeinsam innehalten. Unser Zeichen steht für Menschlichkeit, Frieden und gegen Gewalt an unschuldigen Menschen.»
Schweizer Programm WM-Qualifikation
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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