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Thursday, October 22, 2026

Musical Theater Basel – Neuer Veranstalter: Ein Hauch von Broadway im Kleinbasel?

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Für Veranstalter Thomas Dürr geht ein Traum in Erfüllung: Er kann in Basel ein eigenes Haus bespielen. Der Kanton Basel-Stadt verkauft das Musical Theater ab Januar 2027 an seine Firma und setzt damit einen Schlusspunkt hinter einen langjährigen Streit über die Zukunft des Theaters.

Wir haben weiter vor, grössere Musicals nach Basel zu holen.

Die Firma «Act Theater Management» übernimmt das Haus im Baurecht, für 1.55 Millionen Franken. Hinzu kommt ein jährlicher Baurechtszins von 280'000 Franken. In Zukunft möchte Dürr auch Platz für andere Formate schaffen, etwa Live-Podcasts, Comedy-Shows oder Konzerte. Und: «Wir haben weiter vor, grössere Musicals nach Basel zu holen», so Dürr.

Strassenansicht des Musical Theaters Basel mit Ampeln und passierenden Autos.
Legende: Das Theater wurde 1995 spezifisch für das Musical «Phantom der Oper» ausgebaut. Keystone / Georgios Kefalas

Das Musical Theater gehört dem Kanton. In den vergangenen fünf Jahren wurde intensiv über seine Zukunft diskutiert und gestritten. Der Regierungsrat schlug vor, das Gebäude bei der Messe Basel in ein Schwimmbad umzubauen. Basel sucht nämlich bereits seit Jahren händeringend nach einem Standort für ein 50-Meter-Schwimmbecken, das auch grössere Sportveranstaltungen und Wettkämpfe in Basel ermöglichen würde.

Umbaupläne zum Schwimmbad

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  • Bild 1 von 2. Demonstrieren im Sister-Act-Kostüm: In Basel kamen die Schwimmbad-Pläne nicht gut an. Bildquelle: Keystone / Georgios Kefalas.

  • Bild 2 von 2. Das Initiativkomitee reichte 3355 gültige Unterschriften szenisch beim Basler Rathaus ein. Bildquelle: Keystone / Georgios Kefalas.

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Die Pläne stiessen aber auf Widerstand: 2022 wehrte sich zuerst eine Gruppe mit einer Petition gegen das Vorhaben der Regierung. Anfang 2024 wurde auch eine Initiative lanciert, die den Erhalt des Theaters forderte. Der Regierungsrat hielt aber am Standort fest. Er sei der geeignetste für ein neues Hallenbad – geschätzter Kostenpunkt für den Umbau: rund 100 Millionen Franken.

Im Sommer 2025 entschied der Grosse Rat schlussendlich, dass das Musical Theater ein Kulturhaus bleiben soll, und sprach 15 Millionen Franken für die Sanierung. Der Kanton musste einen neuen Betreiber finden – und hat diesen Auftrag nun erfüllt.

Platz für viele Formate

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  • Bild 1 von 2. Das Phantom der Oper soll ins Musical Theater zurückkehren. Bildquelle: Keystone / Georgios Kefalas.

  • Bild 2 von 2. Und auch lokale Formationen sollen dort auf die Bühne, wie das Top Secret Drum Corps. Bildquelle: Keystone / Georgios Kefalas.

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Entstanden ist das Musical Theater im Jahre 1995 – es wurde extra für das Musical «Phantom der Oper» gebaut. Circa 700 Mal wurde es damals in Basel gespielt, bis 1997. Heute sei das anders: «Die Entwicklung auf dem Markt ist natürlich so, dass die Musicals immer weniger lang spielen», sagt Thomas Dürr. Deshalb müsse man sich möglichst vielfältig aufstellen – ähnlich, aber noch ein wenig vielfältiger als das Theater 11 in Zürich, zum Beispiel.

Stadtinterne Konkurrenz?

Das dürfte aber nicht ganz einfach werden: In Basel gibt es mit der St. Jakobshalle nämlich bereits einen grösseren Veranstaltungsort. Hier wurde auch der Eurovision Song Contest 2025 abgehalten. Aber die Halle zog auch nach dem ESC nur wenige grosse Namen an. Ist das Angebot an Bühnenfläche also übersättigt?

«Nein, gar nicht», findet Thomas Dürr. Die St. Jakobshalle und das Musical Theater seien eine gute Ergänzung, eine Bühnen-Zwischengrösse, wie sie Basel zuvor gefehlt habe. Hinzu komme, dass in Zürich Veranstaltungsorte entfallen würden. «Und in Basel gibt es jetzt wieder ein Theater, das rege genutzt werden kann», sagt Dürr zufrieden.

Vielleicht kann man ein bisschen in Richtung Times Square gehen.

Bis zur Übernahme Anfang 2027 sei jetzt noch viel zu tun. Heizungen und Lüftungen müssen saniert werden. Und das Theater solle nach aussen auffälliger werden: «Vielleicht kann man dann ein bisschen in Richtung Times Square gehen, bei der Umgestaltung. Es wäre schön, wenn man einen Leuchtpunkt setzen könnte, mit einer schönen LED-Fassade», so die Vision von Dürr.

Ob Mitten im Kleinbasel ein Hauch von Broadway aufkommt, das bleibt vorerst abzuwarten.

Regionaljournal Basel, 21.10.2026, 17.30 Uhr ;  garl/ernb;stat;rama

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