Südkorea: Trump fährt gemeinsame Militärübungen zurück

US-Präsident Donald Trump will die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zurückfahren.
Foto: Lee Jin-man/AP/dpa
rtr/ap | US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Dies teilte er am Sonntag auf seiner Online-Plattform Truth Social mit. Es sei zwar zu spät, die anstehenden Übungen „Ulchi Freedom Shield“ komplett abzusagen, er sei jedoch nicht glücklich über die US-Teilnahme, erklärte Trump. Südkoreas Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Übungen am Montag wie geplant begonnen haben.
Der amerikanische Präsident verwies zur Begründung auf seine sehr gute Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die für diese Woche geplanten Übungen seien kostspielig und „senden ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea. Das Land habe sich während seiner Amtszeit im Weißen Haus respektvoll und „nicht bedrohlich“ verhalten, schrieb Trump.
Trump kritisierte zudem die Haltung Südkoreas im Konflikt der USA und Israels mit dem Iran. Er habe den südkoreanischen Präsidenten kürzlich gefragt, ob sich das Land an der Denuklearisierung des Iran beteiligen wolle, was dieser mit den Worten „Nein, danke“ abgelehnt habe. Einen Tag zuvor hatte Trump ein Foto von sich und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un veröffentlicht. Dazu schrieb er, die beiden Staatschefs verstünden sich großartig, „trotz des unfreundlichen Gesichtsausdrucks auf diesem besonderen Bild“.
An den am Montag beginnenden Übungen sollen rund 18.000 südkoreanische Soldaten teilnehmen. Regierungsvertretern zufolge liegt der Schwerpunkt auf der Abwehr von Drohnen und Cyberangriffen sowie der Störung von GPS-Signalen. Damit sollen die Streitkräfte auf die wachsenden militärischen Fähigkeiten Nordkoreas vorbereitet werden. Das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium äußerten sich zunächst nicht zu Trumps Anweisung.
Nordkorea sammelt Kampferfahrung in der Ukraine
Die Regierung in Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen Manöver regelmäßig als Vorbereitung für eine Invasion. Entgegen Trumps Einschätzung der Bedrohungslage feuerte Nordkorea erst am Mittwoch vergangener Woche eine ballistische Rakete in Richtung des Japanischen Meeres ab. Dies teilten die südkoreanischen und japanischen Streitkräfte mit. Bereits am 6. August hatte Nordkorea eine ähnliche ballistische Kurzstreckenrakete getestet.
US-Militärvertretern zufolge sammeln nordkoreanische Truppen derzeit an der Seite Russlands im Ukraine-Krieg Kampferfahrung. Dies betreffe insbesondere den zunehmenden Einsatz von unbemannten Systemen, elektronischer Kriegsführung und Cyberoperationen. Die Ukraine hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass bei einem russischen Angriff auf ein Stahlwerk in Saporischschja Raketen aus nordkoreanischer Produktion eingesetzt worden seien.
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