«Nicht bereit zu sterben»: DSDS-Kandidat hat Krebs im Endstadium

- Der frühere DSDS-Kandidat Jan Wächter (37) leidet an Nebennierenkrebs im vierten Stadium.
- Nach der Operation eines handballgrossen Tumors galt er zunächst als krebsfrei, im Juli 2026 wurden Lebermetastasen entdeckt.
- Wächter wird am Universitätsspital Heidelberg betreut, wo die Ärzte weitere Behandlungen prüfen.
- Mit seinem Musikprojekt «CNCR Sounds» sammelt er Spenden und will anderen Betroffenen Mut machen.
In seiner neusten Instagram-Story vergräbt Jan Wächter das Gesicht in seinen Händen. Dazu schreibt er: «Okay, mein Handy explodiert. Danke für eure lieben Worte und Nachrichten. Nun komme ich erst mal wieder zu mir.»
2017 stand Wächter bei «Deutschland sucht den Superstar» vor der Jury um Dieter Bohlen (72). Der Sänger schaffte es damals unter die besten 50 Kandidaten. Neun Jahre später tritt er mit traurigen Neuigkeiten wieder an die Öffentlichkeit: Der 37-Jährige leidet an Nebennierenkrebs im vierten Stadium. Gegenüber der deutschen «Bild» spricht er über seine Diagnose, die Folgen für sein Leben und seine Zukunft.
Tumor war fast so gross wie ein Handball
Die ersten Beschwerden traten 2025 auf. «Ich hatte starke Rückenschmerzen und Herzstechen und ging deshalb zum Arzt», erzählt Wächter. Nach mehreren Untersuchungen stellten die Ärzte ein Nebennierenkarzinom fest. Der bösartige Tumor war bereits fast so gross wie ein Handball.
«Natürlich war das ein Schock für mich», sagt der ehemalige DSDS-Kandidat. In einer mehrstündigen Operation wurde der Tumor entfernt. Anschliessend erhielt Wächter eine medikamentöse Therapie, deren Nebenwirkungen ihn körperlich stark belasteten.
Zunächst schien die Behandlung erfolgreich zu sein. Einige Monate lang galt der Sänger als krebsfrei. Doch im Juli 2026 folgte die nächste Diagnose: Der Krebs war zurückgekehrt.
«Es wurden Metastasen in meiner Leber festgestellt», berichtet Wächter. Inzwischen wird er am Universitätsspital Heidelberg betreut. Dort prüfen die Ärzte, welche weitere Behandlung für ihn infrage kommt.
«Vor anderthalb Jahren hat Krebs mein Leben einmal komplett auseinandergenommen»
Die Erkrankung hat auch berufliche und finanzielle Folgen. Wächter arbeitete zuletzt als Social-Media-Manager, musste wegen seiner Gesundheit jedoch sämtliche Aufträge absagen. Derzeit lebt er nach eigenen Angaben vom Krankentagegeld.
Auf seiner Spendenplattform GoFundMe beschreibt er, wie stark sich sein Alltag verändert hat. «Vor anderthalb Jahren hat Krebs mein Leben einmal komplett auseinandergenommen», schreibt er. Er habe Menschen, Freundschaften, seinen Job, Geld und Sicherheit verloren.
Welcher Umgang mit schwerer Krankheit spricht dich am meisten an?
Auch psychisch sei die Zeit schwierig gewesen. «Es gab genug Momente, in denen ich keine Ahnung hatte, wie es weitergehen soll», erzählt der 37-Jährige.
Mit seinem Musikprojekt «CNCR Sounds» veröffentlicht Wächter auf Instagram Musik und sammelt Spenden. Gleichzeitig möchte er über seine Erkrankung informieren und anderen Betroffenen Mut machen.
«Meine Seele ist noch nicht bereit zu sterben»
Trotz seiner schweren Diagnose beschäftigt sich Wächter auch mit der Frage nach dem Tod. Auf die Frage, ob er Angst davor habe, antwortet er gegenüber «Bild»: «Nein. Meine Seele ist noch nicht bereit zu sterben. Ich sehe meine Krankheit auch als Chance, meinen Horizont zu erweitern.»
Seine Botschaft richtet sich besonders an Menschen, die selbst schwere Zeiten durchmachen. Er wolle über Krebs aufklären und Ängste abbauen. Wie seine Behandlung weitergeht, ist derzeit offen.
Hast du oder hat jemand, den du kennst, die Diagnose Krebs erhalten?
Hier findest du Hilfe:
KrebsInfo der Krebsliga, Tel. 0800 11 88 11
Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
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