Kamala Harris: «Denke über eine Präsidentschafts-Kandidatur nach»

- Am Samstagabend fand im Berner Kursaal die Verleihung des Prix Suisse statt.
- Ehrengast war die ehemalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris.
- Im Gespräch mit Sandra Studer sprach sie über den Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms und über eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2028.
- Den Prix Suisse 2026 erhielt der Astrophysiker Thomas H. Zurbuchen aus den Händen von Bundesrat Martin Pfister.
Unter tosendem Applaus betritt sie in einem schwarzen Hosenanzug die Bühne. Danach wird es im Kursaal Bern still. «Halleluja», sagt die ehemalige US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf der Prix-Suisse-Bühne am Samstagabend über den Ausgang der Zwischenwahlen. Dass die Demokraten den US-Kongress am Dienstag gewonnen haben, sei sehr wichtig. «Noch wichtiger ist aber, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch war.»
Die Amerikanerinnen und Amerikaner hätten sich gegen den Status quo ausgesprochen. «Sie haben genug von ihm», sagt Harris und meint dabei Präsident Donald Trump. In ihrem rund halbstündigen Interview mit Moderatorin Sandra Studer nennt sie seinen Namen jedoch nicht. Der Erfolg der Demokraten sei nicht auf dessen Beliebtheit zurückzuführen, betont die Vizepräsidentin. «Deshalb wird es jetzt die Arbeit der Abgeordneten sein, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und ihre Wahlversprechen einzulösen.»
Tritt Harris 2028 an? «Ich halte euch auf dem Laufenden»
Auf die Frage, ob Harris 2028 erneut für das Präsidentenamt kandidieren würde, sagt sie: «Ich denke darüber nach, habe jedoch noch keinen Entscheid getroffen.» Sie werde sich mit ihrer Familie dazu beraten. «Ich halte euch auf dem Laufenden» – das Publikum lacht.
Bevor Harris die Bühne verlässt, übergibt Sandra Studer der Ex-Vizepräsidentin einen selbst gebackenen «Schweizer Schokoladenkuchen». Der Grund: eine Aussage der Amerikanerin. «Sie sagten, Sie mögen deutschen Schokoladenkuchen am besten. Das tut uns Schweizern ein bisschen weh.»
Prix Suisse auf einen Blick
Danach setzt sich Harris für die Vorspeise, die von Starköchin Tanja Grandits und einem Team zubereitet wird, an den Ehrentisch zwischen Bundesrat Martin Pfister und Thomas H. Zurbuchen, der an diesem Abend den Prix Suisse verliehen bekommt. Der Preis der Initiative Schweiz geht seit sechs Jahren an Personen, die herausragende Leistungen für die Schweiz erbracht haben.
Thomas H. Zurbuchen gewinnt Prix Suisse
Die Auszeichnung übergibt dieses Jahr Bundesrat Martin Pfister an den Astrophysiker. Man würdige mit dem Preis einen Wissenschafter, der die Materie für andere zugänglich mache, sagt der Verteidigungsminister in seiner Laudatio. «Für dein Engagement für die Schweiz danke ich dir herzlich.» Obwohl Zurbuchen wieder in die USA aufbreche, habe er hierzulande etwas aufgebaut, das bleibt.
Unter silbernem Konfetti-Regen nimmt Zurbuchen den Preis entgegen. «Ich bin berührt.» Die Auszeichnung sei für alle Teams, die mit ihm gearbeitet hätten. Mehr über Zurbuchens Entscheid, von der ETH zu Blue Origin zu wechseln, und die Zukunft der Weltallforschung liest du im 20-Minuten-Interview mit dem Preisträger.
Zu Thomas H. Zurbuchen
Lynn Sachs (sac) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin des Ressorts News.
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