Jetzt verscherbeln die Frankreich-Chaoten ihre Beute online

«Louis-Vuitton-Jacke, gestohlen am 17. Oktober»
Jetzt verscherbeln die Frankreich-Chaoten ihre Beute online
Nach den jüngsten Krawallen in Frankreich floriert im Netz der Handel mit gestohlener Ware: iPhones, Designerkleider und Kosmetika werden auf Verkaufsplattformen wie Vinted und Co. angeboten. Gleichzeitig suchen Schnäppchenjäger gezielt nach dem Raubgut.
Publiziert: 12:43 Uhr
- Nach schweren Krawallen in Frankreich kursieren in den sozialen Medien Videos von Tätern, die stolz ihre Beute präsentieren
- Auf Resell-Plattformen wie Vinted werden mutmaßlich gestohlene Waren – von Luxusjacken bis hin zu Kosmetik – offen oder verdeckt zum Verkauf angeboten
- Schnäppchenjäger suchen dort auch gezielt nach Raubgut
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft
In der Nacht auf Sonntag versank Frankreich im Chaos: Ein 143 Jahre altes Rathaus ging in Flammen auf und stürzte ein, Autos brannten, zahlreiche Geschäfte und Kaufhäuser wurden geplündert. Doch kaum hatte sich der Rauch verzogen, sorgen dubiose Kaufinserate im Netz für Aufsehen: Die Plünderer versuchen nun, ihre Beute online zu Geld zu machen.
In den sozialen Medien prahlen die Chaoten mit ihren Raubzügen. Ein Video auf der Plattform X zeigt einen Mann, der eine Einkaufstasche voller Apple- und Samsung-Geräte durchwühlt – darunter iPads und iPhones. Auf Tiktok posiert ein anderer in einer brandneuen Under-Armour-Jacke, neben sich zwei prall gefüllte Tüten. Dazu sein zynischer Kommentar: «Danke an Paris und die Generation Z!»
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«Louis-Vuitton-Jacke, gestohlen am 17. Oktober»
Besonders dreist gehen die Diebe auf Wiederverkaufsplattformen wie Vinted vor. Dort tauchen zahlreiche Angebote mit mutmasslich gestohlener Ware auf. Eine Louis-Vuitton-Jacke wird für 540 Euro angeboten – samt unverblümter Beschreibung: «Louis-Vuitton-Jacke, gestohlen am 17. Oktober in Paris.» Auch Kosmetika werden im grossen Stil verscherbelt: etwa fünf Taschen voller Beauty-Produkte oder gleich 24 originalverpackte rote Lippenstifte.
Manche User gehen etwas subtiler vor, verraten sich aber durch eine auffällige Wende in ihrem Sortiment: So verkauft ein User, der bisher nur alte Videospiele und Teller anbot, auf einmal neue Comics und originalverpackte Lippenstifte vom Designer-Label Yves Saint Laurent. Ob es sich dabei tatsächlich um Diebesgut handelt, lässt sich zwar nicht lückenlos nachweisen. Auffällig ist die Kehrtwende aber allemal.
Schnäppchenjäger suchen gezielt nach Raubgut
Aber nicht nur die mutmasslichen Plünderer wollen jetzt Kasse machen. Auch Käufer wittern das grosse Geschäft – und schalten gezielte Suchanzeigen für gestohlene Ware. «Ich suche billige Schminke oder einen Dyson vom 17. Oktober», schreibt ein Vinted-User. Jemand anderes appelliert: «Meine Lieben, falls ihr vom 17. noch etwas übrig habt, likt den Beitrag, damit ich euch schreiben kann. Skincare, Make-up, Kleidung. Helft einer armen Studentin im Frankreich von Macron!»
Dabei sind die Regeln von Vinted klar: Der Verkauf gestohlener Ware ist verboten. Illegale Inserate werden laut Plattform gelöscht, Konten gesperrt und Nutzerdaten an die Ermittlungsbehörden weitergegeben. Doch wie konsequent greift Vinted tatsächlich durch? Und kommt die Plattform der Flut an mutmasslichem Diebesgut überhaupt hinterher? Eine entsprechende Anfrage von Blick blieb bislang unbeantwortet.
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