– Der Sturz ist vergessen: Werro läuft überragend zu EM-Gold

- Die Europameisterin über 800 m heisst Audrey Werro.
- Die Freiburgerin zeigt sich in Birmingham von ihrem Sturz im Halbfinal bestens erholt und siegt mit einem neuen Meisterschafts-Rekord.
- Valentina Rosamilia und Veronica Vancardo belegen die Plätze 7 und 8.
Die Vorzeichen waren keineswegs optimal: Am Vortag war Audrey Werro im Halbfinal heftig gestürzt und musste den Final auf der ungünstigen Aussenbahn in Angriff nehmen. Doch davon liess sich die Schweizer Senkrechtstarterin nicht aus dem Konzept bringen. Die 22-Jährige zeigte ein überragendes Rennen und wies die hochkarätige Konkurrenz mit Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (GBR/Silber) und Femke Broeders-Bol (NED/Bronze) in die Schranken.
In 1:54,81 Minuten – selbstredend gelaufen ohne Tempomacherin – stellte Werro einen neuen Meisterschafts-Rekord auf. Hodgkinson büsste 0,20 ein, Broeders-Bol 0,73. Für Werro ist es der 1. Elite-Titel unter freiem Himmel.
Werro von der Spitze weg
Es war ein atemberaubendes Rennen, welche die Läuferinnen den Fans im erstmals ausverkauften Stadion zeigten. Trotz ungünstiger Startposition setzte sich Werro früh an die Spitze. So, wie sie es in der Regel immer tut. Die Freiburgerin hielt das Tempo enorm hoch, so dass nach 400 m eigentlich nur noch ein Quartett für Gold in Frage kam. Neben Hodgkinson und Broeders-Bol hielt auch Jemma Reekie (GBR) mit.
Medaillen-Zeremonie mit Werro live
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Die Siegerehrungen mit Timothé Mumenthaler und Audrey Werro können Sie am Samstag ab 20:14 Uhr im SRF-Livestream mitverfolgen.
Aber eingangs der Schlusskurve war auch Reekie abgehängt. Ihre Landsfrau Hodgkinson konnte Werro am längsten bedrängen und versuchte alles, um die Schweizerin noch abzufangen. Doch Werro liess nicht locker und hielt die Gewinnerin der letzten beiden EM-Goldmedaillen über 800 m bis zur Ziellinie auf Distanz.
Historischer Final aus Schweizer Sicht
Beim überragenden Triumph von Werro ging etwas vergessen, dass mit Valentina Rosamilia und Veronica Vancardo zwei weitere Schweizerinnen im 10-köpfigen Finalfeld waren. Ein Schweizer Trio in einem EM-Endlauf – das hatte es zuvor noch nie gegeben.
Rosamilia lag eingangs der Zielgeraden noch auf dem 5. Platz und wurde am Ende in 1:59,42 Siebte. Einen Rang dahinter klassierte sich Vancardo (2:00,17).
Nach Werros Gold-Coup steht die Schweizer Delegation in Birmingham mit 3xGold, 1xSilber und 1xBronze da.
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