Jetzt gehts plötzlich vorwärts beim verlotterten Aargauer Luxushotel Verenahof

Baugesuch eingereicht – edle Wohnungen für Senioren geplant
Jetzt gehts plötzlich vorwärts beim verlotterten Aargauer Luxushotel Verenahof
Nach jahrelangem Stillstand kommt endlich Bewegung in das verwaiste Verenahof-Areal. Die Entwicklerin hat das Baugesuch eingereicht. Es zeigt erstmals, wie exklusiv es sich in den historischen Gemäuern wohnen lassen soll.
Publiziert: vor 47 Minuten
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft
Seit über 25 Jahren ist im Verenahof in Baden AG kein Gast mehr eingecheckt. Heute ähnelt der historische Gebäudekomplex mit den drei Luxushotels Verenahof, Bären und Ochsen eher einer Bauruine. Die Stahlgerüste rund um die Liegenschaft verdecken den Blick auf die denkmalgeschützten Fassaden.
Jetzt geht es aber vorwärts mit der Wiederbelebung des einstigen Herzstücks der Badener Bäderkultur: Die Bonacasa AG hat das Baugesuch für die Entwicklung des Areals eingereicht, wie die Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden» mitteilt. Bonacasa ist Bauherrin, Entwicklungspartnerin und soll künftig den Betrieb verantworten. Die Stiftung wiederum steht als Aktionärin hinter der Eigentümerin Verenahof AG.
Das Baugesuch konkretisiert erstmals die Pläne für das Areal: Aus den früheren Hotelzimmern sollen 49 Wohnungen mit 1,5 bis 5,5 Zimmern entstehen. Jede davon «ein Unikat», wie es in der Mitteilung heisst. Weil die denkmalgeschützten Gebäude erhalten bleiben müssen, erhält jede Wohnung einen eigenen Grundriss. Barrierefreie Zugänge und ein rund um die Uhr verfügbarer Notruf sollen betreutes Wohnen für Senioren und Seniorinnen ermöglichen.
Unterirdisch direkt in die Therme
Nicht mehr Teil der Pläne ist der Aargauer Immobilienentwickler Christoph Schoop. Er hatte sich Anfang Jahr als möglicher Retter des Verenahofs ins Spiel gebracht und gegenüber Blick erklärt, dass er bereit wäre, als Co-Investor einzusteigen. Seine Vision sah neben Wohnungen auch ein Boutique-Hotel sowie Platz für Kunst und Kultur vor. Zu einer Beteiligung kam es aber nicht. Bereits im März stand fest, dass stattdessen Bonacasa das Projekt entwickelt.
Die Bauherrin hat das Konzept unter dem Namen «Wellness Living» eingereicht. Die Idee: «Wohnen und Gesundheit eng miteinander verbinden». Die künftigen Bewohner sollen Fitness- und Physiotherapieangebote direkt im Haus nutzen können. Besonders exklusiv: Ein unterirdischer Zugang soll direkt zur beliebten Wellness-Therme Fortyseven führen. Auch ein Concierge-Service ist vorgesehen.
Das geplante Café mit Orangerie und der Innenhof sollen auch von externen Gästen genutzt werden können. Selbst die historischen Quellen im Untergeschoss will man wieder erlebbar machen. Das tönt alles sehr edel. Wie viel man für eine Wohnung in den historischen Gemäuern dereinst auf den Tisch legen muss, bleibt offen. Zum Mietzins macht die Stiftung keine Angaben.
Bis die ersten Bewohner einziehen können, dauert es aber noch. «Nach Vorliegen der rechtskräftigen Baubewilligung sollen die Bauarbeiten innerhalb von sechs Monaten aufgenommen werden», erklärt Bonacasa. Die vorgesehene Bauzeit beträgt zwei Jahre.
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