PunchPolice deny demanding ₦600,000 for suspect’s release in AnambraDaily MaverickMore champagne for a few, no water for All: SA’s water tanker disasterESPNManning eyes 2nd shot at OSU after 'rough' debutוואלהתלונה פלילית בסלובניה נגד גדעון סער לקראת פתיחת השגרירות הישראליתESPN DeportesReal Sociedad superó en el cierre a Elche en LaLigaThe Jerusalem Post'Blow to Israel's security': Ben-Gvir slams High Court directive allowing Nukhba terrorists visitsInquirerSearch continues for missing Benguet residentNU.nlVolgens VS zijn Russen bereid te onderhandelen, Zelensky blijft sceptischPremium TimesArmy to sustain offensive against separatists in South-east – GOCCNN بالعربيةمنشور جديد من رئيس "فيفا" عن منتخب مصر.. هذا ما جاء فيهBBC SportChiesa might leave Liverpool - Tuesday's gossipkicker"Verrückt"? Debatte um Tennis-Nachtspiele in New York
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, September 7, 2026

Schwarzer Herbst 2001 – 74 Tage und fünf Katastrophen, die die Schweiz veränderten

Translate

Herbst 2001. Beinahe im Wochentakt ereignen sich innert 74 Tagen nationale und globale Dramen und erschüttern die Schweiz: die Terroranschläge vom 11. September, das Attentat im Zuger Kantonsrat, das Grounding der Swissair, der Brand im Gotthardtunnel und schliesslich der Crossair-Absturz am 24. November bei Bassersdorf.

Die fast schon unheimlich wirkende Serie im «Katastrophenherbst» liess den damaligen Bundespräsidenten Moritz Leuenberger nach der fünften Katastrophe, dem Absturz eines Crossair-Flugzeugs, emotional werden:

Hört das denn nie mehr auf?

Ein Ausruf mit dem er vielen Schweizerinnen und Schweizern aus dem Herzen sprach. Leuenbergers Ausruf wurde erhört. Der Flugzeugabsturz markierte das Ende der Unglücksserie, während derer Leuenberger zur Stimme der Trauer und der nationalen Bewältigung wurde.

Werfen Sie einen Blick zurück auf die fünf schwärzesten Tage im Herbst 2001:

Was geschah

Box aufklappen Box zuklappen

Neunzehn islamistische Terroristen entführen in den USA vier grosse Passagierflugzeuge und rasen damit in die Türme des World Trade Centers in New York und ins Pentagon in Washington. Die vierte Maschine stürzt in Pennsylvania ab. Insgesamt sterben rund 3000 Menschen aus 92 Ländern, darunter zwei Schweizer, tausende werden verletzt.

Dienstagmorgen, 8:46 Uhr, im World Trade Center in Downtown Manhattan beginnt für rund 17'000 Menschen gerade der Arbeitstag als das Unvorstellbare geschieht: Mit 750 km/h schlägt der American Airlines Flug AA 10 zwischen dem 93. und 99. Stockwerk in den Nordturm ein.

Nur wenige Minuten später meldet der US-Nachrichtensender CNN die «Breaking News» und sendet die Bilder des rauchenden Wolkenkratzers – aufgenommen von einer permanenten Kamera. Ab jetzt verfolgt ein weltweites Millionenpublikum gebannt die unglaublichen Ereignisse der nächsten Stunden.

Die anfängliche Ungewissheit, ob es sich beim ersten Crash um ein Unglück handelt, findet ein abruptes Ende als nur siebzehn Minuten später ein weiteres Flugzeug vor laufenden TV-Kameras in den Südturm rast und um 9:37 Uhr eine weitere Maschine ins Pentagon in Washington stürzt.

Um 9:59 Uhr und 10:28 Uhr brechen die beiden WTC-Türme unter gewaltigem Getöse und einer riesigen Staub- und Trümmerwolke zusammen. Sie reissen alle noch lebenden Menschen in den Gebäuden in den Tod.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 7. Siebzehn Minuten nach dem ersten Einschlag in den Nordturm rast United Airlines Flug 175 vor den Augen eines weltweiten TV-Publikums in den Südturm. An Bord befinden sich 56 Passagiere, 9 Crew-Mitglieder und 5 Terroristen, die den Jet eine Viertelstunde zuvor nach dem Start in Boston entführt hatten. Bildquelle: KEYSTONE/AP/Carmen Taylor.

    Flugzeug kurz vor dem Einschlag in den WTC-Wolkenkratzer
  • Bild 2 von 7. Mit dem Einschlag der vollgetankten UA-175-Maschine wird klar, dass es sich um einen gezielten Angriff handelt. Zivilflüge in den USA werden eingestellt und Abfangjäger gestartet, um New York zu schützen. Bildquelle: KEYSTONE/AP/Kelley Sane.

  • Bild 3 von 7. Der Südturm (im Bild) bricht 56 Minuten nach dem Einschlag als erster zusammen, wenig später folgt der Nordturm. Zur Zeit des Attentats befinden sich 17'000 Menschen im WTC. Die Menschen auf Höhe der Einschlagsstellen oder darüber haben keine Chance zu entkommen. Manche stürzen sich deswegen von den über 400 Meter hohen Türmen in den Tod. Bildquelle: KEYSTONE/Mary Altaffer.

  • Bild 4 von 7. Mit dem Einsturz der Türme legt sich eine gigantische, teils giftige, Staubwolke über Lower Manhattan. Die Menschen fliehen in Panik. Bildquelle: KEYSTONE/AP/Suzanne Plunkett.

  • Bild 5 von 7. Die Menschen und insbesondere die Rettungskräfte sind giftigen Dämpfen und Stäuben ausgesetzt. Die Spätfolgen und Erkrankungen durch diese Giftstoffe sollen inzwischen mehr Menschen das Leben gekostet als der eigentliche Anschlag selbst. Bildquelle: Imago/Robert Stolarik.

  • Bild 6 von 7. In Washington stürzt der entführte Flug 77 der American Airlines in das Pentagon, das Gebäude des Verteidigungsministeriums. Fast 200 Menschen sterben. Der Luftraum wird komplett geschlossen. Bildquelle: Imago/Cedric H. Rudisill.

  • Bild 7 von 7. Osama Bin Laden, hier auf einem Bild von 1998, galt bald als der Drahtzieher hinter den Anschlägen. 2004 bekannte er sich offziell in einem Video zu den Anschlägen. Der Sohn einer vermögenden saudischen Bauunternehmerfamilie und Gründer des Terrornetzwerks «Al Qaida» war jahrelang der meistgesuchte Terrorist der Welt. Bildquelle: Reuters.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Weltweit stehen die Menschen unter dem Schock der Ereignisse und der ikonischen Bilder, die live am TV übertragen wurden und in gefühlten Endlosschlaufen tagelang immer und immer wieder zu sehen sind.

Der Terrorakt hat weitreichende gesellschaftliche, militärische und weltpolitische Folgen – weit über die USA hinaus. Die Nato ruft noch am selben Tag den Bündnisfall aus, die USA erklären bald den «Krieg gegen den Terror». Militärische Schläge in Afghanistan und Irak folgen. Den US-Sicherheitsbehörden werden weitreichende Rechte bei der Überwachung von Bürgern eingeräumt und die Kontrollen an Flughäfen werden massiv erhöht.

Jagd auf Osama bin Laden

Alle 19 Attentäter sterben beim Anschlag. Als Drahtzieher stellt sich bald der saudische Radikalislamisten und Gründer des Terrornetzwerks Al-Qaida, Osama bin Laden, heraus. Der Sohn einer vermögenden Bauunternehmerfamilie hält sich unter dem Schutz der Taliban in Afghanistan auf. Die fast zehnjährige Jagd nach ihm findet im März 2011 ein Ende, als US-Soldaten ihn auf Befehl des damaligen US-Präsidenten Obama in seinem Versteck in Pakistan aufspüren und erschiessen.

Was geschah

Box aufklappen Box zuklappen

Am 27. September 2001 betritt ein Amokläufer schwer bewaffnet das Kantonsparlament in Zug und richtet ein Blutbad an. Innerhalb von zweieinhalb Minuten feuert er 90 Schüsse ab und tötet 14 Menschen.

Nur zwei Wochen nach «9/11» erschüttert auch die Schweiz ein Ereignis, das bislang niemand für möglich gehalten hatte.

Das Zuger Kantonsparlament befindet sich am Unglückstag gerade in seiner Vormittagsdebatte als der 57-jährige Täter, Friedrich Leibacher, in einer selbstgemachten, polizeiähnlichen Uniform ungehindert in den Saal eindringt. Mit mehreren Waffen schiesst er im Saal und in den Gängen des Regierungsgebäudes minutenlang wild um sich und bringt einen Sprengkörper zur Explosion. Er tötet drei Regierungsräte und elf Kantonsräte, bevor er sich selber umbringt.

Die Namen der Todesopfer

Box aufklappen Box zuklappen

Diese 14 Mitglieder des Zuger Regierungs- und Kantonsrates starben am 27. September:

Getötete Regierungsräte

  • Peter Bossard (FDP, Statthalter)
  • Jean-Paul Flachsmann (SVP, Baudirektor)
  • Monika Hutter-Häfliger (SP)

Getötete Kantonsräte

  • Herbert Arnet (CVP, Cham)
  • Martin Döbeli (FDP, Zug)
  • Karl Gretener (CVP, Cham)
  • Heinz Grüter (FDP, Baar)
  • Konrad Häusler (CVP, Unterägeri)
  • Dorly Heimgartner (FDP, Zug)
  • Erich Iten (FDP, Unterägeri)
  • Käthi Langenegger (CVP, Baar)
  • Kurt Nussbaumer (FDP, Oberägeri)
  • Rolf Nussbaumer (CVP, Baar)
  • Willi Wismer (CVP, Risch)

Leibacher ist ein in Zürich wohnhafter Schweizer und befindet sich zum Zeitpunkt der Tat bereits jahrelang im Clinch mit den Zuger Behörden. Er wähnt sich als Opfer eines behördlichen Komplotts und hatte zahlreiche juristische Eingriffe und Beschwerden eingereicht, die alle abgewiesen worden waren.

Die Bevölkerung im Kanton Zug und der ganzen Schweiz ist geschockt. Bundespräsident Moritz Leuenberger trifft am Nachmittag in Zug ein. Er sieht in dem unfassbaren Angriff auf die Parlamentarier auch ein Angriff auf die Demokratie. Nationalratspräsident Peter Hess aus Zug sieht ein Zusammenhang mit «9/11-Attentat», das die «Hemmschwellen» gesenkt hätte.

In Bern wird der Parlamentsbetrieb eingestellt und eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Auch im Ausland ist die Betroffenheit gross. In verschiedenen Parlamenten gedenken die Parlamentarier ihren Schweizer Kolleginnen und Kollegen.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 6. Wenige Minuten nach dem Amoklauf: Hunderte Rettungs- und Einsatzkräfte vor dem Zuger Regierungsgebäude, wo der Täter in einer Polizeiuniform in den Ratssaal gelaufen ist. Bildquelle: Keystone/Urs Flüeler.

  • Bild 2 von 6. Dem Amoklauf fallen 14 Menschen zum Opfer, 18 weitere sind schwer verletzt. Bildquelle: Keystone/Steffen Schmidt.

  • Bild 3 von 6. Der Täter lief während fast drei Minuten um sich schiessend durch die Gänge und den Saal des Kantonsrats. Zwischendurch zündete er einen als Sprengsatz präparierten Kunststoffkanister, der im rechtsseitigen Gang explodierte. Bildquelle: Keystone/Urs Flüeler.

  • Bild 4 von 6. Die Betroffenheit und die Anteilnahme nach dem furchtbaren Anschlag ist riesig. Bildquelle: AP/Jens Meyer.

  • Bild 5 von 6. Bundespräsident Moritz Leuenberger und Nationalratspräsident Peter Hess gedenken der Opfer. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.

  • Bild 6 von 6. Der Zuger Kantonsratsaal nach der umfassenden Renovation von 2004: Nach dem Attentat hatte der Rat provisorisch im Polizeigebäude getagt (Aufnahme von 2015). Bildquelle: CreativeCommons.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Das Attentat führt zu einem Umdenken im Umgang mit dem Schutz von Politikern und öffentlichen Gebäuden. Nach der Tat wird die Sicherheit in Schweizer Parlamentsgebäuden und im Bundeshaus deutlich verschärft. Bis zum Attentat von Zug hatte es selbst im Berner Bundesparlament keine Schranken gegeben und es wurden lediglich Gepäckkontrollen durchgeführt.

Was geschah

Box aufklappen Box zuklappen

Am 2. Oktober 2001 drehen die Banken der überschuldeten Ikone der Schweizer Luftfahrt innert weniger Stunden den Geldhahn zu. Weltweit bleiben rund 260 Swissair-Flieger am Boden, weil sie keinen Treibstoff und keine Flughafengebühren mehr bezahlen können. Rund 20'000 Passagiere stranden und das Image der Schweiz als verlässlicher Wirtschaftsstandort erleidet Schaden.

Am Mittwochmorgen – nur drei Wochen nach «9/11» und eine Woche nach Zug – sind die Swissair-Flieger noch in der Luft – am Nachmittag ist das Unternehmen bankrott und nichts geht mehr. Das Grounding der Swissair markiert einen der tiefsten Einschnitte in der Wirtschaftsgeschichte der Schweiz.

Der Grund für den finanziellen Kollaps der einst stolzen Swissair ist ein akuter Liquiditätsengpass – ausgelöst durch die überambitionierte «Hunter-Strategie», bei der die Swissair defizitäre ausländische Fluggesellschaften aufgekauft und bis zum Grounding Schulden von 17 Milliarden Franken angehäuft hatte. Der Einbruch des Luftverkehrs nach den Anschlägen vom 11. September beschleunigte den Zusammenbruch.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 7. Der Tag nach dem Grounding: Die Swissair-Maschinen bleiben am Boden. Bildquelle: KEYSTONE/Steffen Schmidt.

  • Bild 2 von 7. Zuerst nur verspätet, wenig später für immer gecancelt: Die Anzeigetafel am Flughafen Zürich-Kloten am Vormittag vom 2. Oktober 2001. Bildquelle: KEYSTONE/Walter Bieri.

  • Bild 3 von 7. Warten auf einen Weiterflug: Swissair-Passagiere harren auch 24 Stunden nach dem Grounding weiter aus. Weltweit stranden 39'000 Passagiere. Bildquelle: KEYSTONE/Steffen Schmidt.

  • Bild 4 von 7. Info-Bildschirm auf dem Flughafen in Brüssel: Die belgische Fluggesellschaft Sabena gehört zu 49 Prozent der SAirGropu und gerät deshalb ebenfalls in grosse Schwierigkeiten und muss schliesslich Konkurs anmelden. Bildquelle: Image/Herwig Vergult Jacques Collet.

  • Bild 5 von 7. Nichts geht mehr: Aus aller Welt kehren Swissair-Maschinen nach Zürich zurück und werden auf den Rollfeldern parkiert. Bildquelle: Keystone/Steffen Schmidt.

  • Bild 6 von 7. Swissair-Piloten demonstrieren am Tag nach dem Grounding in der Abflughalle des Terminals A in Kloten. Ihre Parolen unterstützen den Swissair-CEO Mario Corti und kritisieren den Bankenchef Marcel Ospel. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.

  • Bild 7 von 7. Der ehemalige SAirGroup Konzernchef Mario Corti nach seiner Anhörung im Swissair-Prozess im Januar 2007. Corti und weitere 18 Angeklagte werden freigesprochen vom Vorwurf, sie hätten die Pleite durch strafbare Handlungen mitverursacht. Bildquelle: KEYSTONE/Steffen Schmidt.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Mit staatlicher Finanzhilfe wird der Flugbetrieb vorübergehend aufrechterhalten. Die damalige Swissair-Tochter Crossair übernimmt schliesslich die Reste und das Personal der alten Swissair und im Mai 2002 wird die Crossair offiziell zur «Swiss». Im Jahr 2005 steigt die deutsche Lufthansa zunächst mit 49 Prozent ein und übernimmt die Swiss im Jahr 2007 komplett.

Das Grounding der Swissair löst in der Schweiz eine nationale Krise aus und führt zu einer breiten Debatte über die Verantwortung von Management und Banken, die sechs Jahre später im Swissair-Strafprozess mündet.

Die Schuldfrage

Angeklagt sind 19 ehemalige Führungskräfte der Swissair und der SAirGroup. Darunter sind alle Mitglieder des damaligen Verwaltungsrates, mit so prominenten Namen wie dem letzten Konzernchef Mario Corti oder seinen Vorgängern Philippe Bruggisser und Eric Honegger.

In einem für viele überraschenden Urteil spricht das Gericht im März 2007 alle 19 Angeklagten in sämtlichen Anklagepunkten frei. Das Gericht ist der Ansicht, dass der Staatsanwaltschaft der Nachweis nicht gelungen sei, dass die Managementfehler strafrechtlich relevant waren.

Was geschah

Box aufklappen Box zuklappen

Elf Menschen sterben am 24. Oktober 2001 im 1200 Grad heissen Gotthardtunnel nachdem die Kollision von zwei Lastwagen einen Grossbrand auslöst.

Mittwochmorgen im 17 Kilometer langen Gotthard-Strassentunnel. Bis 9:39 Uhr fliesst der Verkehr normal, dann kommt es zur Katastrophe. Nur 975 Meter vom Tunneleingang bei Airolo entfernt touchiert ein alkoholisierter belgischer Lastwagenfahrer die Tunnelwand, gerät auf die Gegenfahrbahn und stösst seitlich mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammen.

Durch den Aufprall bricht ein Tank, Diesel fliesst aus und entzündet sich durch einen Kurzschluss. Die Ladung – unter anderem Hunderte von Pneus – fängt sofort Feuer. Es entwickelte sich ein Inferno mit Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius, das die Tunneldecke auf einer Länge von etwa 100 Metern zum Einsturz bringt.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 4. Die Unfallstelle kurz nach dem Zusammenstoss der beiden Lastwagen. Beim Aufprall war ein Dieseltank geborsten und ein Kurzschluss bei einem elektrischen Kabel entzündete das Diesel-Luft-Gemisch. Bildquelle: Keystone/PolizeiTI.

  • Bild 2 von 4. Die extrem hohen Temperaturen zerstörten die Fahrzeuge und die Infrastruktur des Tunnelabschnitts komplett. Bildquelle: Reuters/Gabriele Putzu.

  • Bild 3 von 4. Der belgische Lastwagen touchierte mit rund 40 Stundenkilometern die Tunnelwand und geriet auf die Gegenfahrbahn. Der entgegenkommende italienische Chauffeur konnte zwar noch bremsen und auf die Gegenfahrbahn ausweichen, aber es kam zu einer Streifkollision. Bildquelle: Reuters/Fiorenzo Maffi.

  • Bild 4 von 4. Stunden nach dem Unfall tritt noch immer Rauch aus dem Südportal des damals zweitlängsten Strassentunnels der Welt. Bildquelle: Keystone/Karl Mathis.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Dank Notausgängen und Schutzräumen sowie dem Lüftungssystem können sich viele Menschen retten, aber elf Menschen verlieren ihr Leben. Einige sterben in ihren Fahrzeugen, andere ersticken auf der Flucht vor dem dichten Rauch.

Das Unglück führt in der Folge zu einer massiven Verschärfung der Sicherheitsstandards für Tunnel in der ganzen Schweiz und in Europa.

Was geschah

Box aufklappen Box zuklappen

Weniger als eine Minute vor der Landung am Flughafen Zürich stürzt am 24. November 2001 eine Maschine der Crossair, eine Tochtergesellschaft der kurz zuvor gegroundeten Swissair, bei Bassersdorf in den Wald. Von 33 Menschen an Bord sterben 24.

Samstagabend, 22:07 Uhr, vier Kilometer von der Landebahn in Kloten entfernt. Der Flug von Berlin ist problemlos verlaufen, aber nun sorgen Dunkelheit und Schneetreiben für schlechte Sichtverhältnisse. Beim anspruchsvollen manuellen Landeanflug schätzt der Pilot die Situation falsch ein und lässt die Maschine unter die Mindestsinkflughöhe sinken. Sekunden nachdem der Radarhöhenmesser die geringe Höhe meldet, schlägt das Flugzeug in ein Waldstück bei Bassersdorf ein. Von den 33 Menschen im Flugzeug überleben sieben Passagiere und zwei Flugbegleiterinnen den Absturz wie durch ein Wunder.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 4. Die Avro RJ100 der Crossair zerschellte bei schlechtem Wetter in einem Waldstück bei Bassersdorf, rund vier Kilometer vor der Landebahn 28, die damals noch nicht mit dem automatischen Instrumentenlandesystem ausgerüstet war. Bildquelle: Reuters/Siggi Bucher.

  • Bild 2 von 4. Ohne die Gefahr zu erkennen, flog die Maschine im Sinkflug, bis sie in die Baumwipfel einer leichten Anhöhe flog. Die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders zeigen, dass der Befehl des Piloten zum Durchstarten Sekunden zu spät kam. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.

  • Bild 3 von 4. Der 57-jährige Kapitän war mit über 19'500 Flugstunden äusserst erfahren. Die Untersuchung deckte aber auf, dass er in der Vergangenheit mehrfach bei fliegerischen Überprüfungen durchgefallen war – und trotzdem als Flug- und Ausbildungskapitän eingesetzt wurde. Bildquelle: Keystone/AP/Thomas Kienzle.

  • Bild 4 von 4. Neun der 33 Menschen an Bord überlebten das Unglück, darunter die bekannte Schweizer Politikerin Jacqueline Badran. Ihre Sitzplätze im hintersten Flugzeugteil und die rasche Flucht nach dem Stillstand hatten sie gerettet. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Die Untersuchung des Unfalls sieht menschliches Versagen als Unfallursache – und sie deckt eine beunruhigende Vorgeschichte des Kapitäns auf: Der 57-jährige erfahrene Pilot war in der Vergangenheit mehrfach bei fliegerischen Überprüfungen durchgefallen, insbesondere bei Anflugverfahren.

Gegen leitende Angestellte der Crossair wird ein Strafverfahren eröffnet, das jedoch mit Freisprüchen endet, was in Teilen der Öffentlichkeit auf Unverständnis stösst.

Der Absturz löste eine breite Debatte über die Flugsicherheit in der Schweiz aus und führte zu zahlreichen Konsequenzen.

«Tröster der Nation»

Der grossen Trauer und der tiefen Erschütterung des Sicherheitsgefühls und der wirtschaftlichen Selbstverständlichkeit zum Trotz zeigt die Bewältigung der dramatischen Ereignisse im Herbst 2001 rückblickend auch die Stärke und Lernfähigkeit der Schweiz, welche die mehrmonatige Ausnahmesituation bewältigte.

Der damalige Bundespräsident Moritz Leuenberger fungierte in dieser Situation gewissermassen als Landesvater und «Tröster der Nation», der Trauerfeiern abhielt und die richtige Balance aus Empathie und staatlicher Handlungsfähigkeit suchte. Er betonte später wiederholt, dass Trost allein nicht reiche, aber Worte den Bürgern Halt und Orientierung geben müssen.

Dazu gehörte sein emotionaler Ausruf «Hört denn das nie mehr auf?» ebenso, wie seine sachlichen Einordnungen und tröstenden Worte bei unzähligen Reden und Medienauftritten.

«Arena» vom 21. Dezember 2001 mit Moritz Leuenberger u.a.

Impressum

Box aufklappen Box zuklappen

Collage von Feuerwehrleuten, brennendem Lkw, Explosion und Versammlung von Menschen.

Roland Specker (Redaktion), Marina Kunz (Design), Fabian Schwander (Frontendentwicklung).

View the original on SRF News

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.