Weniger Entwicklungshilfe – Ein hartes Jahr für Bekämpfer von HIV, Malaria und Tuberkulose

Das Jahr 2025 sei eine Geschichte über Resilienz – Resilienz unter Druck, Resilienz in Umbruchzeiten. Das sagt Peter Sands, Chef des Global Fund gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Kurz: Es hätte also schlimmer kommen können.
Sands Bilanz überrascht einigermassen, denn schon Anfang 2025 zogen sich die USA abrupt aus vielen zentralen Entwicklungshilfeprojekten zurück. Später stockten sie wieder auf, aber längst nicht überall. Und: Auch andere Geldgeber wie Frankreich, Deutschland oder die Schweiz strichen einen Teil ihrer Mittel.
Ein Viertel weniger Geld für Entwicklungshilfe
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2025 geht – vor allem wegen den USA – als Jahr der heftigsten Einschnitte bei der Entwicklungshilfe in die Geschichte ein. Fast um ein Viertel sind die internationalen Hilfen geschrumpft.
Jahr für Jahr bietet der Jahresbericht des Global Fund gegen Aids, Tuberkulose und Malaria die Gelegenheit zur Bilanz – denn der Global Fund ist einer der wichtigsten Akteure in Sachen Entwicklung und Gesundheit.
Der neueste Jahresbericht des Global Fund eignet sich gut, um abzuschätzen, wie die Folgen dieser drastischen Kürzungen ausfallen. Denn die Organisation hat selbst zwar nur begrenzt kürzen müssen, hat aber auf die eine oder andere Art fast überall die Finger mit im Spiel, wenn es um Aids, Malaria oder Tuberkulose geht. Sie spürt die Folgen der Kürzungen also direkt.
Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose geht weiter
Auch im Jahr 2025 war die Zahl der Menschen mit HIV, die wirksame Medikamente erhalten, grösser als im Jahr davor – ein Erfolg. Die Zahl der Tuberkulosekranken in medizinischer Behandlung blieb immerhin gleich.
Und im Versuch, Malaria zurückzudrängen, wurden 2025 millionenfach Moskitonetze mit Insektiziden verteilt, deutlich mehr sogar als im Jahr davor.
Klar ist aber auch, dass 2025 ein Chaos-Jahr war. Die von Kürzungen betroffenen Länder hätten spontan reagieren müssen, so Peter Sands. «Plötzlich entstandene Finanzlöcher wurden notdürftig gestopft, natürlich mit Fokus auf die akute medizinische Behandlung.»
Bei der Prävention vor allem von HIV und Tuberkulose habe spürbar gespart werden müssen, so der Global-Fund-Direktor. Das werde sich sicher in den Infektionszahlen der nächsten Jahre zeigen. Weitere Sparpunkte waren die Ausbildung von Personal und die Infrastruktur. Beides werde ebenfalls längerfristige Folgen haben.
Medizinische Grundversorgung verbessern
Damit seine Arbeit auf längere Sicht wirke, versuche der Global Fund unterdessen schon länger, seine Gelder anders einzusetzen als bisher, sagt Jochen Ehmer von der Schweizer NGO Solidarmed. «Mit den Investitionen in diese drei Erkrankungen versucht der Fund auch, die darunterliegenden Gesundheitssysteme zu stärken.» So könnten auch Infektionen und andere Krankheiten besser behandelt werden.
HIV, Malaria und Tuberkulose sind noch nicht so weit eingedämmt, wie man sie eingedämmt haben will.
Ehmer erlebt die Arbeit des Funds direkt mit, wenn Solidarmed vor Ort, zum Beispiel in Mosambik, agiert. Medikamente und diagnostische Tests, die sie einsetzten, stammten fast immer aus vom Global Fund finanzierten Beständen.
Auch hier soll sich die Strategie bald ändern: Länder sollen selbst mehr direkt beschaffen können. Dabei bleibe das Ziel das gleiche, so Ehmer: «Alle drei Erkrankungen sind noch nicht so weit eingedämmt, wie man sie eingedämmt haben will.»
Es sei wie bei Feuern, die man nur eingedämmt habe: Sobald man aufhöre zu löschen, flammten sie wieder auf.
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