Forscher empfangen Radiosignale von fremdem Planeten

- Astronomen haben erstmals Radiosignale direkt einem Exoplaneten zugeordnet: Beta Pictoris b, einem Gasriesen 64 Lichtjahre entfernt.
- Die Signale werden durch gewaltige Polarlichter verursacht – ähnlich wie die Aurora auf der Erde oder Radioausbrüche auf Jupiter.
- Dabei gelang auch die erste direkte Messung eines Exoplaneten-Magnetfelds: mindestens 1,25 Kilogauss, rund 2500-mal stärker als jenes der Erde.
Erstmals haben Astronomen Radiosignale direkt einem Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems zuordnen können. Sie stammen von Beta Pictoris b, einem Gasriesen in 64 Lichtjahren Entfernung. Das berichtet ein Team um Kevin Ortiz Ceballos vom Center for Astrophysics Harvard & Smithsonian.
Eines vorweg: Mit Ausserirdischen haben die Signale nichts zu tun. Das betont Mitautorin Yvette Cendes von der University of Oregon ausdrücklich. Radiowellen können auch natürlich entstehen – in unserem Sonnensystem funken sowohl die Erde als auch alle vier Riesenplaneten.
Polarlichter als Ursache
Empfangen wurden die Signale mit MeerKAT, einer Anlage aus 64 Radioteleskopen in der südafrikanischen Karoo-Halbwüste. Zwischen Februar 2025 und Mai 2026 richtete das Team die Antennen viermal auf das System – jedes Mal war die Quelle nachweisbar.
Verursacht werden die Signale laut den Forschern von gewaltigen Polarlichtern. Geladene Teilchen rasen entlang der Magnetfeldlinien auf die Pole des Planeten zu und senden dabei gebündelte Radiostrahlung aus. Derselbe Vorgang erzeugt auf der Erde die Aurora – und auf Jupiter die stärksten Radioausbrüche des Sonnensystems.
Quasare als Fixpunkte
Die eigentliche Schwierigkeit war nicht, das Signal zu finden, sondern seinen Ursprung zu bestimmen. Von der Erde aus steht der Planet extrem nahe bei seinem Stern – der Abstand entspricht der Breite einer Münze aus mehreren Kilometern Distanz.
Um die Quelle exakt zu verorten, nutzten die Astronomen Quasare als Bezugspunkte: extrem helle Zentren ferner Galaxien, deren Positionen genau bekannt sind. Das Ergebnis war eindeutig – die Strahlung kommt vom Planeten, nicht vom Stern.
2500-mal stärker als das Erdmagnetfeld
Damit gelang den Forschern auch die erste direkte Messung des Magnetfelds eines Exoplaneten. Es beträgt mindestens 1,25 Kilogauss und ist damit rund 2500-mal stärker als jenes der Erde und etwa 90-mal stärker als jenes von Jupiter. Bisher beruhten solche Angaben nur auf Modellrechnungen.
Beta Pictoris b ist ein junger Planet mit einem Vielfachen der Jupitermasse. Für eine Umdrehung braucht er nur rund acht Stunden.
Die Studie ist als Vorabveröffentlichung auf der Plattform arXiv erschienen und wurde noch nicht unabhängig geprüft. Als Nächstes wollen die Forscher sieben weitere Exoplaneten in fünf Sternsystemen ins Visier nehmen.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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