heise+ | Wie Laserterminals aus München Daten durchs All übertragen
Um Satellitennetze zu knüpfen, etwa für weltweiten Internetzugriff, setzen die Betreiber heute auf Laserkommunikation. Diese Technik realisiert nicht nur sehr hohe Bandbreiten, sie lässt sich anders als Funk auch nicht durch Störsender beeinträchtigen und praktisch auch nicht abhören. Sowohl die große Flotte der Starlink-Satelliten als auch Amazons Leo-Netz, das europäische OneWeb und verschiedene andere etwa aus China oder Kanada nutzen diese Technik. Auch das geplante behördliche Kommunikationsnetz IRIS2 der EU und das ehrgeizige künftige Aufklärungsnetz SPOCK 2 der Bundeswehr benötigen optische Laserterminals auf jedem Satelliten.
- Kommunikation per Laserstrahl verspricht hohe Bandbreiten, ist nicht abhörbar und immun gegen Störsender.
- Derzeit nutzen vor allem die wachsenden Satellitennetze optische Laserterminals, aber auch Data Center im Orbit, Flugzeuge und Drohnen könnten damit künftig Kontakt zur Bodenstation halten.
- Die optische Technik ist filigran, muss aber zugleich Weltraumstrahlung und die Belastungen eines Raketenstarts aushalten.
Wir haben uns die Herstellung dieser Präzisionsapparate bei der deutschen Mynaric AG in München angesehen. Der Hersteller, der 2009 als Ausgründung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)begann, hat inzwischen eine Serienfertigung aufgebaut. Seine weltraumgerechten Laserterminals, die zahlreiche Prüfroutinen überstehen müssen, gelten in Telekommunikationskreisen als technisch besonders leistungsfähig.
In der Sichtlinie überbrücken die Laser-Sende- und -Empfangseinheiten, die sogenannten Optical Heads des Typs Condor Mk3, Entfernungen bis 6500 Kilometer mit Bandbreiten von 0,3 bis zu 2,5 Gigabit pro Sekunde. 10 Gigabit pro Sekunde sind bereits für die nachfolgende Generation vorgesehen, 100 Gigabit und sogar ein Terabit pro Sekunde halten die Entwickler mittelfristig für realisierbar.
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