CEO von Krankenkassen könnten Lohndeckel bekommen

Wegen überrissenen Löhnen!
CEO von Krankenkassen könnten Lohndeckel bekommen
Die Prämien steigen jährlich – und trotzdem verdienen die Krankenkassen Chefs Millionen. Die grosse Kammer will das nun ändern.
Publiziert: 29.09.2026 um 20:14 Uhr
Aktualisiert: 29.09.2026 um 20:31 Uhr
- Nationalrat will Lohndeckel für Krankenkassen-Chefs, Vorlage mit grosser Mehrheit angenommen
- Ex-CSS-Chefin verdiente 2025 fast 1 Mio. CHF, Kritik an hohen Löhnen
- 157 Ja-Stimmen, 27 Nein, 8 Enthaltungen: Ständerat entscheidet als Nächstes
Simone SteinerBundeshausredaktorin
Der Krankenkassen-Hammer schlug wieder zu: Um ganze 5 Prozent sollen die Prämien im nächsten Jahr steigen. Während die Prämienzahler diese happigen Rechnungen zahlen, sahnen die CEOs der Krankenkassen ab. Die Ende 2025 abgetretene CSS-Chefin Philomena Colatrella (57) verdiente knapp eine Million Franken im Jahr. Fast gleich viel sackten Helsana-Chef Roman Sonderegger (53) und Sanitas-Boss Andreas Schönenberger (61) ein.
Dem will der Nationalrat nun den Riegel schieben. Am Dienstag stimmte er mit 157 zu 27 Stimmen bei 8 Enthaltungen einer parlamentarischen Initiative von SP-Ständerat Baptiste Hurni (NE, 40) zu, die einen Lohndeckel für Krankenkassen-Chefs fordert. Dieser betrifft Mitglieder der Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte von Krankenversicherungen für ihre Tätigkeit im Bereich der Grundversicherung.
Bei der Festlegung des Höchstlohns soll der Bundesrat den durchschnittlichen Versicherungsbestand und die durchschnittlichen Gesamtkosten pro versicherte Person berücksichtigen. Ausserdem sollen Kontrollen eingeführt werden. Die Krankenkassen müssten im Geschäftsbericht die Gesamtentschädigung und den Beschäftigungsgrad jedes Mitglieds unter Nennung dessen Namens ausweisen.
«Das ist ein schlechter Witz»
SP-Nationalrätin Samira Marti (32) plädierte für die Annahme der Vorlage. Die Bevölkerung habe mit den hohen Prämien zu kämpfen, sagte sie. Dass die Krankenkassen-Chefs gleichzeitig eine Million Franken im Jahr verdienten, bezeichnete sie als «schlechten Witz». «Das ist schlicht und ergreifend unanständig!»
Dagegen wetterte der FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt (32). «Mit der Begrenzung der Löhne würden wir einen Tabubruch wagen!», sagte er. Das Gesetz bezeichnete er als Globuli-Gesetz. Es vermittle das Gefühl, dass es etwas bewirke. Das sei jedoch nicht der Fall. Wenn die Löhne in der Grundversicherung gekürzt würden, würden diese einfach mit höheren Entschädigungen in der Zusatzversicherung kompensiert, argumentierte er.
Damit drang der FDPler in der grossen Kammer jedoch nicht durch. Die Nationalräte nahmen das Geschäft mit einer grossen Mehrheit an. Als Nächstes wird es im Ständerat beraten.
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